Fünf Meilensteine: Worauf es beim Formel-1-Rennen in Kanada ankommt
| . | . | . |
Drei Wochen nach den Ereignissen in Miami markiert der Große Preis von Kanada den zweiten Nordamerika-Besuch der Formel 1 auf einer der einzigartigsten und heimlich beliebtesten Strecken im Kalender. Der Circuit Gilles Villeneuve bietet zwar kein High-Speed-Feuerwerk aus schnellen Kurven, doch mit seinem unberechenbaren Wetter, den langen Geraden und den unbarmherzig nahen Mauern hat das Rennen schon mehr als genug Klassiker hervorgebracht. Sutton Images Der Start zum Formel-1-Rennen in Kanada 2025: Was sind die wichtigsten Stories für 2026?
Erstmals in seiner Geschichte wird in Montreal zudem ein Sprint-Wochenende ausgetragen – und auch Regen scheint sich am Horizont abzuzeichnen. Vor diesem Hintergrund sind hier fünf Dinge, auf die man in Montreal besonders achten sollte. Ed Hardy: Schlägt Russell als Vorjahressieger zurück? Das aktuelle Bild in der Formel-1-Weltmeisterschaft spiegelt das teaminterne Duell beim dominanten Mercedes-Duo aus Kimi Antonelli und George Russell wohl nicht ganz optimal wider. Die beiden belegen die ersten beiden Plätze in der Gesamtwertung, wobei Antonelli nach drei Siegen in Folge – in Shanghai, Suzuka und Miami – mit 100 Punkten bereits 20 Zähler vor seinem erfahreneren Teamkollegen liegt.
//jseAo3c(“Rect”);
Antonelli ist der einzige Fahrer, der in dieser Saison bei jedem Grand Prix auf dem Podium stand, nachdem er beim Auftakt in Melbourne hinter Russell Zweiter wurde. Russell wiederum holte seitdem einen zweiten Platz sowie zweimal Rang vier. Rein auf dem Papier war Antonelli bisher also der bessere Fahrer und geht vor diesem Wochenende in Kanada bei den Buchmachern zu Recht als Titelfavorit ins Rennen – doch der Autor dieser Zeilen sieht das ganz anders. Miami ist schlichtweg eine Angststrecke für Russell, der mit dem geringen Gripniveau dort seine Probleme hat, was man schon im vergangenen Jahr beobachten konnte. 2025, als der Brite im Vergleich zu seinem Rookie-Teamkollegen noch deutlich die Nase vorn hatte, zog er sowohl im Sprint als auch im Hauptrennen von Miami im Qualifying den Kürzeren. Dass Russell beim vergangenen Mal geschlagen wurde, kam daher keineswegs überraschend. Red Bull holt auf, Mercedes wackelt: Daten enthüllen neues F1-Kräfteverhältnis! Video wird geladen… Im Strategie-Video nach dem Miami-GP schaut Datenexperte Kevin Hermann auf die Zahlen hinter dem veränderten Kräfteverhältnis der F1.
Fans sollten deshalb erwarten, dass der 28-Jährige in Kanada hochmotiviert zurückschlägt, und zwar aus zwei Gründen: Erstens feierte er 2025 hier einen Start-Ziel-Sieg von der Poleposition, und zweitens war Miami das erste Mal in diesem Jahr, dass Antonelli das gesamte Wochenende über die Oberhand behielt, nachdem Russell in Shanghai und Suzuka vom Pech verfolgt war. Aus Sicht des Autors hat sich seit den Wintertests also nicht wirklich etwas verschoben und das vergangene Jahr hat uns schließlich gelehrt, dass ein Titelkampf immer in Wellenbewegungen verläuft. Filip Cleeren: Bringt Mercedes mit den Upgrades die Dominanz zurück? Das gilt natürlich nur, sofern Mercedes in Kanada alles nach eigenen Vorstellungen regeln kann – so wie es in der Mehrheit der bisherigen Saisonrennen der Fall war. In Miami konnte McLaren den Vorsprung der Truppe aus Brackley dank des ersten Teils eines zweistufigen Upgrade-Pakets ein gutes Stück verringern, als der aktuelle Weltmeister Lando Norris das Sprintrennen von der Poleposition aus gewann. Mercedes hingegen hielt den Großteil seiner Neuerungen für Montreal zurück, was den souveränen Start-Ziel-Sieg von Antonelli im Hauptrennen von Miami im Nachhinein umso beeindruckender – und für die Konkurrenz bedrohlicher – erscheinen lässt.
//jseAo3c(“Rect”);
Beide Teams bringen nun eine Reihe von Upgrades nach Kanada. McLaren kündigte bereits “neue Komponenten am Unterboden, dem Chassis, den Front- und Heckflügeln, der Bodywork sowie dem Halo und dem Überrollbügel” an. Nach unseren Informationen handelt es sich dabei immer noch um ein signifikantes Paket, wenn auch nicht ganz so massiv wie das Update in Miami. Mercedes hat die Karten noch nicht auf den Tisch gelegt, aber man darf davon ausgehen, dass die Silberpfeile auf einer Strecke stark sein werden, auf der Russell im Vorjahr mit dem Vorgängermodell von der Poleposition aus zum Sieg fuhr. Federico Faturos: Kann Alpine die Spitze des Mittelfelds behaupten? Alpine hatte bereits in China und Japan bewiesen, dass das Team das nötige Tempo besitzt, um in dieser Saison den Kampf im Mittelfeld anzuführen. In Miami schien der Rennstall jedoch einen fast schon überraschenden Vorsprung auf die direkte Konkurrenz zu haben. F1-Technik-Analyse: Die Miami-Updates erklärt Video wird geladen… Das erste große Kräftemessen mit neuen Teilen: Wie die Formel-1-Teams Red Bull, McLaren und Ferrari ihre Autos für Miami umgebaut haben.
Die Mannschaft brachte in beiden Qualifying-Sessions problemlos beide Autos in die Top 10, während Franco Colapinto das Rennen auf einem starken siebten Platz beendete – mit satten 20 Sekunden Vorsprung auf den nächsten Verfolger aus dem Mittelfeld. Das wahre Potenzial von Pierre Gasly blieb unterdessen im Dunkeln, da sein Rennen bereits in den ersten Runden nach einer Berührung durch Liam Lawson endete.
//jseAo3c(“Rect”);
Fest steht: Das herausragende Wochenende von Alpine in Miami fiel mit der Einführung eines großen Upgrade-Pakets zusammen. Für Montreal werden weitere Entwicklungsschritte erwartet, während Rivalen wie Haas ihrerseits planen, am Kanada-Wochenende größere Updates zu bringen. Das wirft vor der fünften Runde eine spannende Frage auf: In einer Saison, in der die Teams unter dem massiven neuen Reglement in rasantem Tempo Performance freischalten, gibt es keine Garantie dafür, dass Alpine dieses Leistungsniveau halten kann. Sollte dies in Kanada jedoch gelingen, könnte sich der Rennstall aus Enstone dauerhaft als das Maß aller Dinge im Mittelfeld etablieren. Jose Carlos de Celis: Erlebt Aston Martin in Kanada ein Deja-vu? Es kam wohl für viele überraschend, als Aston Martin in Miami – nach einer einmonatigen Rennpause – als einziges Team keine Updates in dem Dokument aufführte, das die FIA (Automobil-Weltverband) vor jedem Grand Prix veröffentlicht.
//jseAo3c(“Rect”);
Das Team und sein Motorenpartner Honda konzentrierten sich stattdessen darauf, die von der Power-Unit verursachten Vibrationen zu eliminieren und die Fahrbarkeit zu verbessern. Doch während man die Vibrationen offenbar in den Griff bekommen hat, trat ein weiteres Problem mit dem Getriebe umso deutlicher zutage. Das Ergebnis war unterm Strich ähnlich: Aston Martin scheint sich derzeit nur mit Neueinsteiger Cadillac duellieren zu können. Fernando Alonso dämpfte vor den Medien jeglichen Optimismus, als er quasi bestätigte, dass sich an den Aussichten seines Teams für mindestens zwei weitere Monate nichts ändern wird. Vor der Sommerpause erwarte er keine nennenswerten Fortschritte. Die ersten Siege der aktuellen Formel-1-Rennställe
Nun haben Aston Martin und Honda weiter an der Stabilität des Autos gearbeitet und auf dem Prüfstand in Japan zusätzliche Erfahrungen gesammelt. Kanada könnte somit eine erste Gelegenheit bieten, sich zumindest darauf zu konzentrieren, mehr Leistung aus dem fehlerhaften Paket herauszuquetschen – was an sich schon ein Schritt nach vorne wäre. Kann der Stop-and-Go-Kurs mit seinem Fokus auf Traktion dem Team entgegenkommen?
//jseAo3c(“Rect”);
Es bleibt abzuwarten, ob das Team aerodynamische Änderungen einführt oder ob das Upgrade-Blatt erneut komplett leer bleibt. Sollte Letzteres der Fall sein, müssen wir sehen, ob die Fortschritte bei der Energieentfaltung und der Fahrbarkeit ausreichen, um Licht am Ende des Tunnels zu erblicken – oder ob Kanada für Aston Martin, Alonso und Lokalmatador Lance Stroll das nächste schwierige Pflaster wird. Ben Vinel: Spielt das Wetter eine entscheidende Rolle? Das Jahr 2026 bringt den frühesten Kanada-Grand-Prix in der Geschichte der Formel 1 mit sich: Das Rennen findet bereits am 24. Mai statt – der bisherige “Rekord” stammte vom 2. Juni 1991. Der Frühling kann in diesem Teil der Erde durchaus noch recht frisch sein, aber die Vorhersage für dieses Wochenende sieht ordentlich aus: Für die Sessions des Grand Prix werden Temperaturen zwischen 15 und 19 Grad Celsius erwartet.
//jseAo3c(“Rect”);
Zudem sollte es weitgehend trocken bleiben – allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Für Sonntag ist Regen vorhergesagt. Das könnte die Sache ordentlich würzen und uns einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie die 2026er-Boliden im Nassen funktionieren. Statistisch gesehen fand übrigens nur eines der vergangenen zehn Rennen in Montreal auf feuchter Strecke statt – die Ausgabe 2024, die Max Verstappen für sich entschied. Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
Manthey liefert radikale Reformidee für DTM-BoP: Rivalen wittern Kalkül
Langstrecke
Kolumne 24h Nürburgring: Motorsport lebt – aber nur an der Spitze
Motorrad
“Irgendwas stimmt nicht”: Bagnaia befürchtet Verletzung nach Zarco-Crash
Motorrad
“Furchterregend”: Zarco beschreibt Startunfall – OP noch nicht möglich
Wie dem auch sei: Die sprichwörtliche Eiseskälte des allerersten Grand Prix, als am 8. Oktober 1978 bei schattigen fünf Grad Celsius gefahren wurde und Gilles Villeneuve siegte, wird an diesem Wochenende kein Thema sein. An manchen Morgen wird es zwar recht nah an diese Marke herankommen, aber die Action auf der Strecke ist spät genug am Tag angesetzt.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





