Kaltstart in der neuen Ära: Wie Tsunoda in Zandvoort das Fahrerlager verblüffte
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Es war eine der spannendsten Personalien des Wochenendes in Zandvoort: Yuki Tsunoda kehrte völlig unerwartet in das Cockpit der Racing Bulls zurück, wo er Liam Lawson ersetzte, der für Isack Hadjar bei Red Bull einspringen durfte. circuitpics.de Yuki Tsunoda fuhr sein erstes Formel-1-Rennen seit Abu Dhabi
Was als schwieriger Kaltstart unter dem völlig neuen 2026er-Reglement begann, endete in einer durchaus starken Bewerbung für die Zukunft. Mit den Plätzen 13 im Sprint, zwölf im Qualifying und elf im Rennen verpasste der Japaner die Punkteränge zwar hauchdünn, doch seine fahrerische Leistung war dabei aller Ehren wert. Wer mitten in einer Saison in ein Formel-1-Auto steigt, hat es ohnehin schwer. Wer dies jedoch im ersten Jahr eines fundamental neuen technischen Reglements tut, steht vor einer Mammutaufgabe. Die 2026er-Autos verlangen den Fahrern alles ab – von verändertem Abtriebsniveau bis hin zu hochkomplexem Energiemanagement.
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Auf die Frage, was bei der Umstellung am schwierigsten gewesen sei, findet Tsunoda deutliche Worte: “Die größte Herausforderung war eigentlich so gut wie alles. Da gab es unheimlich viel zu lernen: Das Energiemanagement, die Knöpfe am Lenkrad, einfach alles. Sämtliche Abläufe funktionieren anders.” Tsunoda, der nach eigener Aussage bewusst mit einer defensiven Erwartungshaltung in die Niederlande gereist war, hatte die enormen Anpassungsschwierigkeiten der Stammfahrer bei den Wintertests in Bahrain noch gut im Gedächtnis, wo man “mehr weiße Rauchwolken als Sonne” gesehen habe. Sein primäres Ziel war es daher, Fehler zu vermeiden, das Auto auf der Strecke zu halten und sich heranzutasten. Wie drastisch der Unterschied zur Vorgängergeneration ist, verdeutlichte der Japaner anhand seiner ersten virtuellen Gehversuche im Simulator: “Als ich das erste Mal in den Simulator gestiegen bin, und gebremst habe, war ich in der Wand”, erklärt er lachend. “Der Pedaldruck, diese Grenzbereiche – das ist alles anders. Und vor allem der Abtrieb ist anders.” Auch die Energieabgabe des neuen Hybrid-Systems habe ihn anfangs überrascht, da man beim Entladen plötzlich eine starke Verzögerung durch das System spüre. Eine steile Lernkurve und das Wiederentdecken des “Feuers” Umso erstaunlicher war die Geschwindigkeit, mit der Tsunoda auf Tempo kam. Ein entscheidender Faktor dafür war der Sprint am Samstag. Diese Renndistanz nutzte der Japaner quasi als High-Speed-Lehrstunde.
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“In diesen 24 Runden konnte ich wirklich in jeder einzelnen Runde dazulernen”, resümiert er und betont, wie extrem wichtig diese Kilometer für das Verständnis der Deployment-Verfahren für das Hauptrennen waren. Trotz der fehlenden Routine – Tsunoda saß “in acht Monaten gerade einmal vier Mal” im Auto – kam der Racing-Bulls-Pilot schnell ans Limit. Einzig beim Sprintstart kam es zu einem kleinen Fehler, als er in Kurve 1 mit Lindblad aneinandergeriet. Zandvoort: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
Eine Situation, die er offen und selbstkritisch auf seine Formel-1-Vergangenheit schiebt: “Ehrlich gesagt bin ich in die Kurve eingelenkt wie im letzten Jahr. Ich hatte schlicht vergessen, dass wir weniger Grip haben.” Er sei überrascht gewesen, wie stark die Konkurrenz unter den neuen Vorzeichen in der ersten Kurve verzögern musste.
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Doch dieser kleine Fauxpas trübte das Bild nicht. Im Gegenteil: Im Qualifying verpasste er das Q3 nur haarscharf um eine Zehntelsekunde. Für Tsunoda war diese Session eine emotionale Rückkehr zu seinen Wurzeln als Racer. “Dieses Qualifying fühlte sich schon viel mehr nach einem richtigen Qualifying an. Ich konnte dem Auto mehr vertrauen und es richtig in die Kurven werfen”, schwärmt er sichtlich gelöst. “Ehrlich gesagt habe ich dieses Gefühl vermisst – diese Jagd nach den letzten Tausendsteln, den letzten Zehnteln. Es macht mir riesigen Spaß, absolut riesigen Spaß.” Ein hartes Rennen und das Fazit der Verantwortlichen Im Hauptrennen am Sonntag zeigte Tsunoda dann eine kämpferische Leistung, die ihn bis auf Platz elf brachte. Er kämpfte “bis zu den letzten Runden um die Plätze acht und neun” mit und bewies, dass er auch im schwierigen Bereich des Reifenmanagements schnell den Durchblick fand, obwohl die “Charakteristik des Abbaus völlig anders” war als in der Vergangenheit. Teamwork und Widerstand: Mercedes stärkt Kimi, Hamilton sauer auf Leclerc I F1 Rennen Zandvoort 2026 Video wird geladen…
Die fehlenden Zähler nimmt er professionell hin: “Schade natürlich, dass es am Ende nicht für Punkte gereicht hat, aber ich nehme das Ergebnis mit.” Dass er nach so langer Abwesenheit aus dem Cockpit direkt ein solches Niveau abrufen konnte, überraschte ihn selbst am meisten: “Ehrlich gesagt denke ich, dass ich schneller Fortschritte machen konnte als erwartet.”
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Dabei lobt er explizit die hervorragende Balance des Racing-Bulls-Boliden sowie das Team, das ihn enorm unterstützt und es ihm leicht gemacht habe, ans Limit zu gehen. Auch die Verantwortlichen zeigten sich laut Tsunoda “ziemlich beeindruckt von dem, was ich gezeigt habe, und sehr glücklich mit den Fortschritten.” Die klare Botschaft an das Fahrerlager: “Sie sollten mich verpflichten” Letztendlich war dieses Wochenende für Yuki Tsunoda weit mehr als nur ein sportlicher Einsatz als Ersatzfahrer. Es war eine Audition auf der größtmöglichen Bühne. Vor dem Wochenende hatte er noch durchblicken lassen, dass ein Jahr auf der Ersatzbank für 2027 keine Option sei und er notfalls auch in Richtung IndyCar schielen würde. Doch Zandvoort hat seinen Hunger auf die Formel 1 neu entfacht.
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“Es ist definitiv tausendmal besser, diese Chance bekommen zu haben, als gar keine Gelegenheit zu haben und nicht zeigen zu können, was ich unter diesem Reglement leisten kann”, bilanziert er seine Rückkehr. Tsunoda hat bewiesen, dass er sich extrem schnell auf radikal veränderte Bedingungen einstellen kann und das Grundtempo eines Formel-1-Piloten nicht verloren hat. Die Formel-1-Fahrer 2027
Auf die Frage, ob dieses Wochenende eine Visitenkarte für die Saison 2027 gewesen sei, antwortet der Japaner mit dem enormen Selbstbewusstsein eines Fahrers, der weiß, dass er abgeliefert hat: “Ich weiß, was ich kann, und ich glaube, ich konnte dem Großteil des Fahrerlagers zeigen, wozu ich imstande bin.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Seine abschließende Botschaft an die Teamchefs, die ihre Fahrerpaarungen für das kommende Jahr noch nicht finalisiert haben, ist daher ebenso simpel wie unmissverständlich: “Es liegt jetzt an meinem Management und den Teams, ob sie mich verpflichten wollen oder nicht. Aber meiner Meinung nach sollten sie es tun.”
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