“Keine Teenage-Sensation mehr”: Naomi Schiff fordert neues Narrativ für Antonelli

“Keine Teenage-Sensation mehr”: Naomi Schiff fordert neues Narrativ für Antonelli

 

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Kimi Antonelli hat in seiner zweiten Formel-1-Saison endgültig den Status des Nachwuchstalents hinter sich gelassen. Der Mercedes-Pilot führt die Weltmeisterschaft mit 50 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton an und ist damit längst mehr als nur die Überraschung der Saison. Genau deshalb fordert Sky-Expertin Naomi Schiff, das Narrativ rund um den Italiener zu verändern.  circuitpics.de Andrea Kimi Antonelli führt die Formel-1-WM 2026 komfortabel an

Antonelli wurde bei seinem Formel-1-Aufstieg mit gerade einmal 18 Jahren ins kalte Wasser geworfen. Mercedes entschied sich nach dem Abschied von Hamilton für den damals noch unerfahrenen Italiener und ging damit ein erhebliches Risiko ein. Mittlerweile zeigt sich: Die Entscheidung scheint sich auszuzahlen. Schiff findet deshalb, dass Antonellis Leistungen nicht mehr ständig mit seinem Alter erklärt werden sollten. Der Italiener sei zwar weiterhin jung und stehe erst am Anfang seiner Karriere. Gleichzeitig habe er inzwischen oft genug bewiesen, dass er auf höchstem Niveau mithalten kann.
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“Wir müssen jetzt an einen Punkt kommen, an dem wir aufhören, ihn wie diesen kleinen Jungen zu betrachten, nach dem Motto: ‘Wow, wie macht er das?'”, erklärt Schiff im Podcast Up To Speed. “Er macht es. Er macht es schon die ganze Zeit und beweist jetzt, dass er es kann.” “Er hat nicht dieselbe Last auf seinen Schultern” Für Schiff ist besonders auffällig, wie unbelastet Antonelli auftritt. Während andere Fahrer angesichts ihrer Situation zunehmend unter Druck geraten, scheint der Mercedes-Pilot seine Leistungen mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit abzuliefern. “Da ist etwas in seiner Körpersprache”, sagt Schiff. “Es wirkt, als hätte er nicht die gleiche Art von Ballast oder Last auf seinen Schultern wie einige der Fahrer um ihn herum.” Natürlich spiele dabei auch sein Alter eine Rolle. Antonelli befindet sich erst in seiner zweiten Formel-1-Saison und muss sich nicht mit jahrelangen Erwartungen auseinandersetzen. Mercedes hat ihn als langfristiges Projekt aufgebaut und ihm damit einen gewissen Spielraum gegeben. Video wird geladen…  

Schiff sieht darin einen entscheidenden Unterschied zu anderen Fahrern im Spitzenfeld. “Er ist noch ganz am Anfang seiner Karriere”, erklärt die ehemalige W-Serie-Pilotin. Mercedes habe mit seiner Beförderung “eine große Wette” eingegangen. “Sie zahlt sich aus, und das spielt ihm definitiv in die Karten.” Genau dieser Bonus des jungen Alters dürfe aber nicht dazu führen, Antonellis Leistungen dauerhaft als Überraschung zu verkaufen. Antonelli liefert längst wie ein etablierter Topfahrer Denn die Ergebnisse sprechen inzwischen für sich. Antonelli führt die Fahrerwertung an und hat sich damit ausgerechnet gegen deutlich erfahrenere Konkurrenz durchgesetzt. Für Schiff ist deshalb ein Perspektivwechsel notwendig.
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“Ich werde weniger überrascht sein, wenn er diese Form beibehält”, sagt Schiff. Sie zieht dabei einen direkten Vergleich zu Mercedes-Teamkollege George Russell. Während Antonelli von seiner Rolle als junges Talent profitiert, sieht sie Russell in einer völlig anderen Situation. “Bei George ist es eher so: ,Okay, Kumpel, was ist hier los? Wir brauchen dich wirklich, damit du Siege einfährst, um deine Position im Team zu rechtfertigen‘”, beschreibt Schiff den Unterschied.
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Russell war vor der Saison mit hohen Erwartungen in das Jahr gegangen. Als etablierter Mercedes-Fahrer sollte er im Kampf um Siege und die Weltmeisterschaft eine zentrale Rolle spielen. Stattdessen konnte er bislang offenbar nicht die Leistungen abrufen, die sich viele von ihm versprochen hatten. Schiff traut Russell die WM-Wende zu Obwohl Antonelli aktuell im Mittelpunkt steht, warnt Schiff davor, Russell bereits abzuschreiben. Im Gegenteil: Sie hält es für sehr wahrscheinlich, dass der Brite seine schwierige Situation noch drehen kann. “Ich wäre eher überrascht, wenn George nicht in der Lage wäre, seine Situation zu drehen”, erklärt sie. Schließlich sei Russell ein Fahrer, “in den wir vor der Saison wirklich hohe Hoffnungen gesetzt hatten”. Dass es für ihn bislang nicht entsprechend gelaufen sei, ändere nichts an seiner grundsätzlichen Qualität.
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Und zwischen ihnen steht ausgerechnet Lewis Hamilton, der erst in diesem Jahr von Mercedes zu Ferrari gewechselt ist und damit einen direkten Vergleich mit seinem früheren Team gewissermaßen von außen ermöglicht. “Ich weiß, dass Lewis dort zwischen ihnen steht, und wir werden ihn in diesem Kampf nicht ausschließen”, sagt Schiff.

 
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