Lando Norris: “Das war eine der besten Runden meiner Karriere”
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Wenn ein Formel-1-Fahrer nach einer Qualifying-Runde aus dem Auto steigt, den Blick auf die Anzeigetafel richtet und ihm als erster Gedanke nur ein ungläubiges “Ach du Scheiße, das war ziemlich gut” durch den Kopf schießt, muss etwas Außergewöhnliches passiert sein. LAT Images Lando Norris legte eine wahre Zauberrunde hin und überraschte alle
Was Lando Norris im finalen Q3-Schlussakkord auf dem brandneuen Stadtkurs in Madrid auf den Asphalt zauberte, war genau das: ein fahrerisches Epos über 1:41.824 Minuten. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,011 Sekunden wies der McLaren-Pilot Kimi Antonelli und Max Verstappen in die Schranken und sicherte sich die Poleposition in Spanien. Dass Norris überhaupt in der Lage sein würde, um den besten Startplatz beim Spanien-Auftakt mitzukämpfen, hatte nach dem Freitag kaum jemand auf der Rechnung. Durch ein verpasstes zweites Freies Training fehlte dem Briten wertvolle Streckenzeit auf dem engen, von Betonmauern gesäumten IFEMA-Komplex.
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“Ich bin geschockt und ein bisschen überrascht, jetzt hier zu stehen”, gesteht der McLaren-Fahrer kurz nach dem Aussteigen. “Aber mein Gott, das war wahrscheinlich eine der besten Runden, die ich je in meiner Karriere gefahren bin. Es war einfach eine dieser Runden, auf denen alles zusammenkam.” “Ich hatte eine gute Vorstellung davon, was ich tun wollte, aber es ging darum, ob mein Gehirn mich auf der letzten Runde auch ließ – und es hat im Grunde alles perfekt funktioniert.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Teamchef Andrea Stella spart nicht mit Superlativen und adelte die Fahrt seines Schützlings ohne Zögern: “Ich denke, das ist ein absolutes Meisterwerk”, sagt er bei Sky. “Wir hatten das ganze Wochenende über gesehen, dass wir gar nicht weit von den besten Autos entfernt waren, wenn wir alles zusammenbrachten.” “Lando ist das erst im allerletzten Run von Q3 gelungen”, meint der Italiener und sagt, dass Norris in der letzten Kurve sogar drei Zehntel hat liegen lassen. “Er war also auf einer absolut unglaublichen Runde unterwegs – bis zur letzten Kurve definitiv eine der besten seines Lebens.” Schreckmoment in der letzten Kurve Dieser Beinahe-Abflug in der allerletzten Ecke trieb den Adrenalinspiegel im Cockpit auf die absolute Spitze. “Das Adrenalin war auf der letzten Runde extrem hoch”, berichtet der Polesetter. “Es ist einfach so eine Strecke, auf der man sich entspannen und alles fließen lassen muss. Man verkrampft hier leicht, und da sind verdammt viele Mauern, die verdammt schnell auf einen zukommen.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Bis zur letzten Kurve sei die Runde absolut makellos gewesen – von exzellenten Kurvenausfahrten bis hin zum perfekten Räubern über die aggressiven Randsteine. “In der letzten Kurve hatte ich dann noch so einen Schreckmoment. Ich glaube, ich wurde im Auto etwas zu gierig, bin zu hart reingestochen und dachte ehrlich, ich stecke in der Wand.” “Ich dachte schon, die Jungs müssten das Auto heute Nacht reparieren. Es hätte also ein bisschen besser sein können, aber nichtsdestotrotz war es eine der besten Runden, die ich je gefahren bin”, schildert der Weltmeister. Stella: Das macht die Runde so einzigartig Laut Stella sei der Fehler in der letzten Kurve eine direkte Folge davon gewesen, dass Norris extrem ans Limit gegangen sei. “Er hat schlichtweg den Preis dafür bezahlt, dass die Runde rund eine Sekunde schneller war als jede andere Runde zuvor und den Reifen dementsprechend deutlich mehr abverlangt wurde”, meint er. “Das heißt, die Reifen waren bedient, und irgendwie hat Lando das nicht einkalkuliert. Er ist mit demselben Schwung in die Kurve gestochen wie in anderen Passagen zuvor.”
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“Er hatte Übersteuern beim Einlenken, was bedeutet, dass er die Ideallinie komplett verloren hat, und wie gesagt: Er hat mehr als drei Zehntel eingebüßt. Das war nichts Kalkuliertes; wenn überhaupt, hat er einfach nicht ausreichend berücksichtigt, dass die Reifen am Ende waren. Ich glaube, er war einfach im Angriffsmodus, aber das war ein bisschen zu viel für das, was von den Reifen noch übrig war.” Trotzdem hält der Teamchef die Runde seines Piloten für großartig – vor allem beim Blick auf die Telemetrie: “Was die Runde so einzigartig macht, ist die Präzision, das Anbremsen, die mitgenommene Geschwindigkeit beim Einlenken, das Treffen der Kerbs und das Herausbeschleunigen. Alles wurde mit einer ziemlich einzigartigen Präzision exekutiert”, schwärmt er. “Für mich ist das, wenn überhaupt, das Hauptmerkmal, das ich mit dieser Runde verbinden würde: einfach eine unglaubliche Präzision in der metergenauen Ausführung.” Unglauben über Lenkrad-Delta Dass ihm auf dem Lenkrad während der Runde ein Delta von sieben Zehntelsekunden auf die eigene Zeit zuvor angezeigt wurde, kam Norris trotzdem seltsam vor. “Da war ich mir während der Runde nicht sicher”, erklärt er.
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Aber: “Ich brauche mein Delta nicht. Ich spüre, wenn ich tue, was ich tun muss, wenn ich eine gute Ausfahrt habe und am Limit bin. Wenn ich mich in den Kurven ein bisschen unwohl fühle, läuft es normalerweise ziemlich gut. Ich konnte es spüren und hatte das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Meine Füße haben das getan, was ich wollte, und genau dann läuft es meistens.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Dass ich mich um sieben Zehntel verbessert habe, ist zwar nichts, worauf man stolz sein sollte – aber dass ich es dann in Q3 geschafft habe, wenn es am meisten zählt, darauf kann ich stolz sein”, betont der Brite weiter.
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“Auf der letzten Runde habe ich einfach tief durchgeatmet. Es war einfach alles, was ich erreichen wollte. Das ist einer dieser Momente, in denen man sich in diesem Flow-Zustand befindet, und das zaubert mir ein breites Grinsen ins Gesicht.” McLaren baut das Auto um Neben Norris’ fahrerischer Klasse hat auch eine gute Set-up-Arbeit von McLaren zu dem guten Ergebnis beigetragen. “Ehrlich gesagt entsprach unsere Leistung nicht dem Niveau einer Poleposition”, muss Stella zugeben. “Zu keinem Zeitpunkt des Wochenendes haben wir gezeigt, dass das Auto auf dem Niveau des besten Fahrzeugs agierte.” Video wird geladen…
“Wir sahen, dass das Auto zu Beginn des Wochenendes in den schnellen, flüssigen Abschnitten von Natur aus schnell war, aber in den langsamen Kurven fehlte den Fahrern das Vertrauen beim Anbremsen und Einlenken”, so der Italiener.
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“Wir haben das Set-up und den Fahrstil weiterentwickelt, um ihnen immer mehr Vertrauen zu geben – bis zu dem Punkt, dass wir die Session mit dem besten ersten Sektor beendet haben. Das ist an sich schon ein Erfolg und eine Arbeit, die sich für das gesamte Team an der Rennstrecke und in der Fabrik auszahlt.” Katerstimmung auf der anderen Seite der Garage Auf der anderen Seite der McLaren-Garage zeigte die Glanzleistung von Norris jedoch auch schonungslos auf, wie dünn der Grat auf dem Madring zwischen Genie und Wahnsinn ist. Oscar Piastri erlebte einen Samstag zum Vergessen und fand nach einem Fahrfehler zu Beginn seiner letzten Runde keinerlei Rhythmus mehr. “Die erste Runde war gar nicht so übel, aber die zweite Runde war ehrlich gesagt ziemlich schrecklich. Enttäuschend”, gibt sich der Australier nach Platz sieben zerknirscht. “Kurve 1 fing schon nicht gut an. Zwar gab es ein paar Stellen, die deutlich besser waren als auf der Runde zuvor, aber wenn man hier einmal aus dem Rhythmus kommt, macht einem das das Leben extrem schwer.”
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“Das war eine dieser Sessions, die man am liebsten noch einmal fahren würde.” Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Spanien
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Dass das Auto an diesem Tag zu historischen Dingen fähig war, erkennt aber auch Piastri ohne Neid an: “Wenn man einen guten Job gemacht hätte, fühlte es sich so an, als könnte man weiter vorne landen. Aber um auf Pole zu stehen – das war eindeutig eine beeindruckende Leistung von Lando.”
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