Lewis Hamilton und Max Verstappen kritisieren explodierende Kart-Kosten

Lewis Hamilton und Max Verstappen kritisieren explodierende Kart-Kosten

 

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Mehrere Formel-1-Fahrer haben die steigenden Kosten im Kartsport kritisiert und vor den Folgen für den Nachwuchs gewarnt. Lewis Hamilton, Max Verstappen, Alex Albon und Esteban Ocon sehen die Gefahr, dass immer weniger Talente aus normalen Verhältnissen den Weg bis in die Königsklasse schaffen.  LAT Die Kosten im Kartsport explodieren förmlich

Auslöser war die Frage in einer Presserunde, ob Kartfahren weiterhin der beste Weg in die Formel 1 sei oder ob Simulatoren aufgrund der geringeren Kosten inzwischen eine Alternative darstellen. Lewis Hamilton erklärt, dass er sich mit der Entwicklung zwar nicht im Detail beschäftigt habe, die Situation aus seiner Sicht aber seit Jahren in die falsche Richtung laufe. “Es gibt keinerlei Verantwortung seitens der Menschen, die diese Organisationen oder den Sport führen”, kritisiert der siebenmalige Formel-1-Weltmeister, der selbst aus einfachen Verhältnissen stammt. “Das sollte nicht erlaubt sein” Hamilton berichtete von einem Bekannten, dessen achtjähriger Sohn mehr als eine Million Dollar pro Jahr für den Kartsport ausgibt. “Ich erinnere mich, dass mein Vater im ersten Jahr etwa 20.000 Pfund ausgegeben hat. Dafür musste er das Haus nachfinanzieren und die Kreditkarten bis zum Limit ausreizen”, erklärt der Brite.
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Heute sei es aus seiner Sicht “äußerst unwahrscheinlich, wenn nicht sogar unmöglich”, dass jemand aus normalen Verhältnissen mit Familien konkurrieren könne, die Millionen investieren. “Das sollte nicht erlaubt sein”, betont Hamilton. Dadurch würden nicht mehr die talentiertesten Fahrer aufsteigen, sondern jene mit den größten finanziellen Möglichkeiten. Verantwortung dafür trägt seiner Ansicht nach die FIA und die Formel 1. Verstappen sieht Simulatoren als wichtige Ergänzung Auch Max Verstappen sieht die Entwicklung kritisch. Der Niederländer betont zwar, dass Kartfahren weiterhin eine hervorragende Grundlage sei, spricht aber von explodierenden Kosten. “Die Leute zahlen 10.000 bis 12.000 Euro für ein Wochenende in der Mini-Klasse. Das ist einfach verrückt”, sagt der viermalige Formel-1-Weltmeister. Dadurch würden viele Talente ohne ausreichende finanzielle Unterstützung bereits vor dem Schritt in den Formelsport aussortiert. Deshalb sei es wichtig, sich auch außerhalb des Kartsports weiterzuentwickeln. Verstappen verwies dabei auf moderne Simulatoren, die inzwischen ein hohes Maß an Realismus bieten. Junge Fahrer könnten sich dadurch bereits wichtige Grundlagen wie Bremspunkte, Schaltvorgänge und den Umgang mit Datenanalyse aneignen. Alex Albon pflichtet Verstappen bei. Im Idealfall sollten junge Fahrer sowohl Kartfahren als auch Simracing betreiben. Allerdings werde es aufgrund der steigenden Kosten immer schwieriger, beide Wege miteinander zu verbinden. Gleichzeitig ist er froh, dass Simulatoren mittlerweile eine zusätzliche Möglichkeit bieten, um fahrerische Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ocon: “Mit den heutigen Preisen wäre ich nicht hier” Noch deutlicher wurde Esteban Ocon. “Wenn ich meine Karriere heute neu beginnen müsste, wäre ich mit den aktuellen Preisen nicht hier”, erklärt der Franzose. Das Niveau im Simracing sei inzwischen enorm hoch. Zeitweise lägen dort 100 Fahrer innerhalb einer Zehntelsekunde.  LAT Images Esteban Ocon im Kart

Ocon hält deshalb sogar eine Mischung aus etwa 70 Prozent Simulatortraining und 30 Prozent realem Kartfahren für sinnvoll. Gleichzeitig bedauert er diese Entwicklung. Aus seiner Sicht müssen junge Fahrer weiterhin Zugang zu realem Motorsport zu erschwinglichen Preisen erhalten. Genau das werde jedoch leider zunehmend schwieriger. Einigkeit unter den Formel-1-Fahrern Damit herrscht unter den vier genannten Formel-1-Fahrern weitgehend Einigkeit. Kartfahren gilt weiterhin als beste Schule für den Nachwuchs, doch die Kosten auf dem Weg zur Spitze haben ein Niveau erreicht, das nach Ansicht vieler Beteiligter immer mehr Talente vom Weg in die Formel 1 ausschließt.
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Eine bedenkliche Entwicklung, die aus Sicht der Fahrer langfristig dazu führen könnte, dass finanzielle Möglichkeiten zunehmend wichtiger werden als das eigentliche Talent.

 
Formel1.de 

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