Liam Lawson wollte fahren, aber: Racing Bulls erlaubte Q3-Teilnahme nicht!
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Der entscheidende Qualifying-Abschnitt Q3 fand in Austin nur mit neun von zehn Fahrern statt. Liam Lawson musste auf Geheiß seines Racing-Bulls-Teams in der Garage bleiben, während seine Kollegen um die Poleposition für den Großen Preis der USA (hier live im Ticker verfolgen) kämpfen konnten. LAT Images Das Team unterband eine Teilnahme Liam Lawsons an Q3 in Austin
Was im ersten Moment seltsam anmutet, hatte jedoch seinen Sinn – und das hatte mit der Motorenstrafe seines Teamkollegen Arvid Lindblad zu tun. Der Brite muss am Sonntag aufgrund seines sechsten Motors in dieser Saison fünf Startplätze nach hinten und bekam von Lawson dadurch eine Position geschenkt (zur Übersicht der Motorenstrafen). Denn die Racing Bulls hatten es gemeinsam in Q3 geschafft – neben den acht Spitzenautos. Da man sich gegen die ohnehin keine Chance ausrechnete, ließ man Lindblad fahren und Lawson kampflos schlagen, damit er von Position 14 aus ins Rennen gehen kann, nicht von Position 15 aus.
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“Da Arvid eine Strafe hat, werden wir sowieso auf den Plätzen neun und zehn landen”, sagte Lawson noch während des letzten Qualifying-Abschnitts, da er von seinem Team bereits zu den Interviews geschickt worden war, während die anderen noch fuhren. “Es ergab also einfach keinen Sinn.” Lawson: Das Team hat Nein gesagt! Allerdings gibt der Neuseeländer zu, dass er sehr gerne in Q3 gefahren wäre, auch da er während der ersten beiden Abschnitte Reifen sparen konnte und mit zwei frischen Sätzen ausgestattet war. Wäre er in Q3 nicht nur gegen die Topteams, sondern gegen direkte Konkurrenten wie Alpine oder Audi angetreten, hätte er es gerne probiert. Aber auch so wollte Lawson in Q3 eigentlich nicht nur zuschauen: “Ich habe darum gebeten, rausfahren zu dürfen”, verrät er. “Ich bin da ganz ehrlich: Ich habe gesagt, dass ich rausfahren und es durchziehen will, aber sie haben Nein gesagt.” Das sei für einen Fahrer “natürlich ein bisschen frustrierend”, wie er zugibt, “besonders weil wir bis dahin ein sehr starkes Wochenende hatten. Das Auto war sehr gut, im Q1 sind wir mit nur einem Reifensatz problemlos weitergekommen. Q2 war ehrlich gesagt etwas kniffliger, aber mit zwei Sätzen Reifen ins Q3 zu gehen, hätte extrem viel Spaß gemacht.” Doch Lawson sieht es positiv: Wenigstens hat er so im Rennen noch frische Reifen als Option. “Das Auto war auch auf den Longruns gut, hoffentlich können wir morgen also ein gutes Rennen zeigen.” Lindblad sieht ein: Topteams legen in Q3 immer zu Auch für Lindblad war die Entscheidung des Teams nachvollziehbar. Der 19-Jährige hätte zwar ebenfalls gerne noch einen weiteren Versuch in Q3 unternommen, sah angesichts der Stärke der Topteams aber wenig Aussicht auf eine bessere Ausgangslage.
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“Was wir gemacht haben, ergibt absolut Sinn”, betont er. “Sicher hätte auch ich zu gerne noch einen Versuch gewagt. Ich meine, wir hatten beide noch einen Extra-Satz übrig und lagen im Q2 gar nicht so weit hinter P8.” Racing Bulls – Qualifying & RennenGrand PrixLawson (Q)Lindblad (Q)Lawson (R)Lindblad (R)96104Australien8.9. (+1,253)13. (+45,4)8.China14.15. (+0,019)7.12. (+1 Runde)Japan14. (+0,386)10.9.14. (+9,7)Miami11.16. (+0,538)Ausfall14.Kanada12. (+0,349)9.7.Nicht gestartetMonaco10.15. (+0,777)5.6. (+2,5)Barcelona8.11. (+0,255)8.9. (+5,8)Österreich9.10. (+0,052)9.10. (+3,7)Großbritannien10. (+0,411)9.6.7. (+0.2)Belgien11. (+0,491)8.12. (+27,1)9.Ungarn11. (+0,405)9.8.10. (+23,0)Aserbaidschan12.15. (+0,246)12. (+2,9)7.Bahrain11.16. (keine Zeit)7.10. (+3,2)Singapur9.10. (+0,412)7.15. (+1 Runde)USA10. (keine Zeit)9. Doch die Rechnung sei relativ eindeutig gewesen: “Realistisch betrachtet legen die Topteams im Q3 immer noch einen Gang zu. Realistisch gesehen wären wir also beide in genau derselben Position gelandet wie jetzt – vielleicht noch ein halbes Zehntel oder sechs Hundertstel schneller.” Mit seinem Auftritt im zweiten Qualifying-Abschnitt war Lindblad dennoch zufrieden. Das gilt umso mehr, weil der Brite im Verlauf des Wochenendes zunächst deutlich hinter Lawson gelegen hatte. “Ich war bisher in jeder Session langsamer als Liam. Im ersten Run von Q1 lag ich wohl acht oder neun Zehntel hinter ihm”, erzählt er. Dass er am Ende von Q2 vor seinem Teamkollegen lag, sei deshalb besonders erfreulich gewesen. Lindblad mit großen Problemen gegen Lawson Wie groß der Rückstand zunächst war, beschäftigte Lindblad auch im Funk. Er hatte von seinem Team eine ehrliche Einschätzung seiner Leistung eingefordert: “Sie sagten mir dauernd, die Runde sei gut, und ich dachte mir nur: ‘Naja, ich bin langsamer als er, wie kann die Runde dann gut sein? Seid ehrlich zu mir, ich muss mehr Zeit finden!'”
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Nach einigen Hinweisen seines Teams verbesserte er sich im zweiten Q1-Run deutlich. Dass Lindblad im Qualifying noch einmal zulegen konnte, war keine Selbstverständlichkeit. Austin ist für den Rookie eine neue Strecke, und gerade in den Kurven 8 und 9 hatte er zunächst Schwierigkeiten, den richtigen Rhythmus zu finden. “Ich habe mich diese Woche ein wenig schwergetan. Natürlich ist das eine neue Strecke für mich, es gab also einige Herausforderungen da draußen”, erklärt er. “Es gab einfach ein paar Abschnitte, in denen ich nicht besonders konkurrenzfähig war.” Video wird geladen…
Auch sein Renningenieur war mit den Fortschritten zunächst nicht zufrieden und forderte mehr von ihm. Lindblad nahm die deutlichen Worte jedoch nicht übel: “Mein Ingenieur Pierre war offensichtlich nicht ganz zufrieden damit, dass der Schritt nicht groß genug war, also hat er mich ein bisschen zusammengestaucht. Aber das ist völlig in Ordnung, ich schätze diese Ehrlichkeit am Ende sehr – das ist der einzige Weg, wie man vorankommt.”
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Konkret ging es um den Kurvenfluss in den beiden schnellen Richtungswechseln. “Ich hatte die richtige Anfahrt dort einfach noch nicht sauber verstanden”, gibt Lindblad zu. Im Qualifying habe er diesen Abschnitt dann aber auf den Punkt gebracht. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Für den Sonntag richtet sich sein Blick nun nach vorne. Trotz der Strafe glaubt Lindblad, dass er sich im Rennen nach vorne arbeiten kann. “Auf dieser Strecke ist Überholen möglich – eine gute Pace wird uns also helfen, durchs Feld nach vorne zu kommen”, sagt er. Nach dem starken Qualifying hofft er, dass die Racing Bulls auch im Rennen konkurrenzfähig sind.
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