Longruns Brasilien: Antonelli dominiert, Ferrari erlebt Debakel

Longruns Brasilien: Antonelli dominiert, Ferrari erlebt Debakel

 

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Kimi Antonelli ist beim Formel-1-Wochenende in Sao Paulo bislang das Maß der Dinge. Der frischgebackene Weltmeister war im zweiten Freien Training nicht nur auf eine schnelle Runde der Schnellste, sondern setzte auch in den Longruns ein Ausrufezeichen. Mercedes scheint damit vor dem restlichen Wochenende die beste Ausgangslage zu haben. Ferrari hingegen erlebt einen ausgesprochen schwierigen Freitag.  LAT Images Andrea Kimi Antonelli dominierte die Longruns im zweiten Brasilien-Training

In der Qualifying-Simulation fuhr Antonelli 0,253 Sekunden schneller als Lando Norris im McLaren und 0,259 Sekunden schneller als Max Verstappen im Red Bull. Noch aussagekräftiger für den Sonntag sind allerdings die Rennsimulationen am Ende des Trainings. Dabei müssen unterschiedliche Stintlängen und Reifenmischungen berücksichtigt werden. Gerade in Brasilien ist der Reifenverschleiß hoch, weshalb bereits wenige Runden Unterschied die Durchschnittswerte beeinflussen können. Nach entsprechender Bereinigung war Antonelli auch im Longrun der schnellste Fahrer. Der Mercedes-Pilot absolvierte einen besonders langen Stint über 20 Runden auf dem Soft-Reifen. Sein Teamkollege George Russell war die zweitschnellste Kraft, lag im bereinigten Durchschnitt aber bereits 0,311 Sekunden pro Runde zurück. Max Verstappen folgte als Dritter mit 0,474 Sekunden Rückstand auf Antonelli. Antonelli sieht noch Arbeit, Mercedes trotzdem optimistisch Antonelli selbst zeigte sich nach dem Training zufrieden, sieht aber noch Verbesserungspotenzial für die Rennsimulation. “Es war nicht schlecht. Mit dem Auto habe ich mich auf eine Runde gut gefühlt. Im Longrun gibt es noch ein bisschen Arbeit zu erledigen. Insgesamt fühle ich mich aber gut und freue mich auf morgen”, erklärt er.
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Mercedes-Kommunikationschef Bradley Lord bestätigt den positiven Eindruck. Das Team sei mit dem Auto gut ins Wochenende gestartet. Beide Fahrer hätten allerdings noch mit Untersteuern zu kämpfen – eine Auffälligkeit, die seit dem Update-Paket in Malaysia eigentlich nicht mehr so stark aufgetreten sei. Die Longrun-Pace sieht Lord dennoch auf Augenhöhe mit Norris und Verstappen. Ferrari schätzt er derzeit einen halben Schritt dahinter ein, erwartet aber, dass die Scuderia bei den wärmeren Bedingungen am Samstag noch zulegen kann. Mercedes besonders stark im zweiten und dritten Sektor Ein Blick auf die Sektorzeiten zeigt, wo Mercedes seine Vorteile herausfährt. Im ersten Sektor war der Silberpfeil vergleichsweise langsam. Dort legte vor allem Ferrari zunächst ein hohes Tempo vor. Im zweiten und dritten Sektor drehte sich das Bild jedoch deutlich. Der zweite Abschnitt ist der kurvenreiche Teil der Strecke, während im dritten Sektor vor allem die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden zählt. Mercedes war in beiden Bereichen ausgesprochen stark. Das spricht für ein gut ausbalanciertes Auto, das nicht nur auf den Geraden, sondern auch in den Kurven überzeugt.
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Verstappen verlor dagegen in allen drei Sektoren relativ konstant Zeit auf Mercedes. Ein einzelner Schwachpunkt lässt sich beim Red Bull deshalb nicht ausmachen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei McLaren: Auch Norris konnte den Rückstand nicht auf einen bestimmten Streckenabschnitt begrenzen. Die F1-Show zum Grand Prix von Brasilien | Samstag F1 São Paulo 2026 Video wird geladen…  

Der McLaren-Pilot bestätigte, dass Mercedes in der zweiten Session stärker wirkte. “In FT1 war das Ergebnis sicherlich eine Überraschung – eine angenehme Überraschung. In FT2 hatten wir im Vergleich zu Mercedes etwas mehr Schwierigkeiten. Im Grunde lagen wir auf jeder Runde zwei Zehntelsekunden zurück”, so Norris. Gleichzeitig zog er ein positives Fazit zu den Updates. Obwohl er in den bisherigen Trainingsläufen zunächst nur einen Teil der neuen Komponenten am Auto hatte, hätten diese bereits den gewünschten Effekt gezeigt. Für Samstag soll das komplette Paket zusammengeführt werden. Ferrari mit massiven Problemen: Über eine Sekunde Rückstand Die größte Überraschung des Freitags ist allerdings die schwache Vorstellung von Ferrari. Bereits in der Qualifying-Simulation fehlte Lewis Hamilton 0,45 Sekunden auf die Bestzeit. Auf der kurzen Strecke in Sao Paulo ist das ein erheblicher Rückstand.
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Noch problematischer sieht es bei der Rennpace aus. Charles Leclerc war im bereinigten Longrun-Durchschnitt 1,072 Sekunden pro Runde langsamer als Antonelli. Hamilton lag mit 1,090 Sekunden Rückstand praktisch auf demselben Niveau. Damit bewegt sich Ferrari in diesem Bereich nicht mehr in der Nähe der Spitzengruppe, sondern mitten im Kampf mit dem vorderen Mittelfeld. Auffällig ist vor allem der Verlauf über die drei Sektoren. Im ersten Abschnitt kann Ferrari noch mithalten und sogar überzeugen. Im zweiten Sektor, der vor allem durch Kurven geprägt ist, fällt die Scuderia aber bereits deutlich zurück. Auf den Geraden kommt ein weiteres Problem hinzu: Im dritten Sektor erreicht Ferrari teilweise nur das Niveau von Aston Martin.
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Teamchef Frederic Vasseur bestätigt nach dem Training sowohl Probleme mit der Balance als auch Schwierigkeiten bei der Energiebereitstellung. “Wir hatten einige Male ein Problem mit der Energiebereitstellung auf den Runden. Wir müssen alles noch feinabstimmen. Auf seiner schnellsten Runde hat er auf der Geraden ein paar Zehntelsekunden verloren. Ich würde sagen, das ist kein Drama”, erklärt er. Entscheidender sei aus seiner Sicht, dass Ferrari beim Grundgefühl des Autos noch nicht dort sei, wo das Team hinwolle: “Wir wissen, dass wir bei der Balance noch viel zu tun haben. Die Balance war nicht gut, nicht großartig. Ich denke, der Asphalt ist das genaue Gegenteil von dem, was wir vor einer Woche hatten. Das sorgt für viel Arbeit und einen Unterschied im Vergleich zur vergangenen Woche.” Racing Bulls, Audi und Alpine liefern sich engen Mittelfeldkampf Hinter den Topteams zeichnet sich ein spannender Dreikampf zwischen Racing Bulls, Audi und Alpine ab. Die drei Teams liegen in der Longrun-Auswertung eng zusammen. Kleine Unterschiede können am Samstag und Sonntag deshalb bereits mehrere Positionen ausmachen.
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Gabriel Bortoleto wurde bei seinem Heimspiel im zweiten Freien Training als bester Fahrer außerhalb der Spitzengruppe geführt. Im Audi überzeugte der Brasilianer auch auf den längeren Läufen: Sein bereinigter Durchschnitt lag 0,933 Sekunden pro Runde hinter Antonelli. Lawson & Ocon vor dem Aus: Ist das sportlich gerechtfertigt? Video wird geladen…  

Noch etwas schneller war Liam Lawson im Racing Bulls. Er kam auf einen Rückstand von 0,925 Sekunden. Pierre Gasly hielt Alpine mit 1,041 Sekunden Rückstand ebenfalls in Schlagdistanz. Zwischen diesen drei Teams dürfte es am Samstag und Sonntag entsprechend eng zugehen. Haas, Williams, Cadillac und Aston Martin deutlich dahinter Hinter dem Dreikampf klafft bereits eine größere Lücke. Oliver Bearman war im Haas mit 1,618 Sekunden Rückstand pro Runde die nächste Kraft. Alexander Albon kam im Williams auf 1,770 Sekunden.
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Cadillac ist im hinteren Feld nicht völlig abgeschlagen. Sergio Perez lag mit 1,919 Sekunden Rückstand sogar vor Carlos Sainz im zweiten Williams und beiden Aston-Martin-Piloten. Auch Rookie Rafael Camara konnte sich nicht vor dem Cadillac positionieren. Aston Martin erlebte dagegen einen schwierigen Freitag. Der erwartete Nachteil beim Topspeed im dritten Sektor wurde auch in den anderen Streckenabschnitten nicht kompensiert. Insgesamt fehlten dem Team im Longrun 2,321 Sekunden pro Runde auf Antonelli. Reifenverschleiß spricht erneut für zwei Stopps Ein entscheidender Faktor für den Sonntag werden die Reifen sein. Pirelli hat die Mischungen im Vergleich zum Vorjahr eine Stufe weicher gewählt. 2025 kamen in Brasilien die Mischungen C2 bis C4 zum Einsatz, in diesem Jahr sind es C3 bis C5. Der letztjährige Soft entspricht damit in diesem Jahr dem Medium.
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Der Reifenverschleiß war in den Longruns bereits auffällig hoch und lag im Schnitt bei rund anderthalb Zehntelsekunden pro Runde. In Interlagos ist das besonders relevant: Historisch war der Grand Prix aufgrund der hohen Belastung der Reifen ohnehin meist ein Rennen mit zwei Boxenstopps. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Antonellis 20-Runden-Stint auf dem Soft ist angesichts des hohen Verschleißes durchaus bemerkenswert. Trotzdem dürfte keine Mischung für das Rennen grundsätzlich ausgeschlossen sein. Vielmehr könnten alle drei Reifenvarianten eine Rolle spielen.

 
Formel1.de 

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