Meinung: Warum sich Liam Lawson die zweite Red-Bull-Chance verdient hat

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auch wenn Liam Lawson beim Grand Prix der Niederlande nur kurzfristig für den verletzten Isack Hadjar einspringt, ist seine Rückkehr zu Red Bull eine verdiente Belohnung nach seinen desaströsen ersten Einsätzen für das Team.  LAT Images/KI-bearbeitet Fotomontage: Liam Lawson vor einem Red-Bull-Logo

Man kann es kosmisches Karma oder ausgleichende Gerechtigkeit nennen: Ausgerechnet dort, wo Lawson 2023 als Ersatz für Daniel Ricciardo sein Formel-1-Debüt gab, springt der Neuseeländer in Zandvoort erneut für einen Fahrer aus dem Red-Bull-Lager ein – wieder aufgrund einer Handverletzung. Seine sechs Rennen für AlphaTauri (heute: Racing Bulls) 2023 nutzte Lawson schließlich als Sprungbrett für den Aufstieg zum Stammfahrer, nachdem sich das Team im Verlauf der Saison 2024 endgültig von Ricciardo getrennt hatte.
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Das führte 2025 zur Beförderung zu Red Bull – und zwar anstelle von Yuki Tsunoda. Doch nach nur zwei katastrophalen Rennwochenenden wurde Lawson kurzerhand mit Tsunoda getauscht und zum Schwesterteam zurückgeschickt. (Fotostrecke: Die kurze Red-Bull-Karriere von Liam Lawson) Die kurze Red-Bull-Karriere von Liam Lawson

Lawson war mit einem schwierigen Auto praktisch ins kalte Wasser geworfen worden und hatte kaum Zeit erhalten, sich zurechtzufinden. So denkt Lawson heute über seine Red-Bull-Zeit Er hätte danach leicht den Kopf hängen lassen oder verbrannte Erde zurücklassen können. Stattdessen arbeitete sich der 24-Jährige seither still, aber kontinuierlich zurück. Bei Racing Bulls entwickelte er sich zu einem kompletteren Fahrer und trug dazu bei, das britisch-italienische Team auf Platz sechs der Konstrukteurswertung zu bringen. “Ich hätte gerne geglaubt, dass ich es mit genügend Zeit in den Griff bekommen hätte”, sagte Lawson Ende vergangenen Jahres rückblickend auf seinen kurzen Einsatz für Red Bull. “Diese zwei Rennwochenenden waren … Ehrlich gesagt kann ich mich kaum noch an sie erinnern. Aber in diesem Jahr sind viele Dinge passiert, die mich deutlich stärker gemacht haben.” Im anderen Auto profitierte Isack Hadjar davon, die gesamte Saison 2025 über im Cockpit gesessen zu haben. Im Durchschnitt war er über eine Runde der schnellere Fahrer, auch wenn sein Vorsprung zunehmend kleiner wurde. Dass Hadjar für 2026 den Zuschlag für das Topteam erhielt, war daher eine logische Entscheidung. Gleichzeitig zeigte Lawson jedoch genügend Geschwindigkeit, Konstanz und Widerstandsfähigkeit, um sich eine weitere Saison zu verdienen. 2026 liefert er sich einen engen teaminternen Kampf mit Rookie Arvid Lindblad. Im Qualifying-Duell führt Lawson mit 8:6, während beide regelmäßig um WM-Punkte kämpfen. Wie sehr sich Lawson verbessert hat “Wir konnten erkennen, dass er definitiv nicht mehr derselbe Typ war. Ich möchte nicht sagen, dass wir ihn wieder aufgebaut haben, denn das wäre etwas dramatisch formuliert. Aber wir haben ihn unterstützt und ihm geholfen, wo wir konnten”, sagte Teamchef Alan Permane im Formel-1-Podcast “Beyond the Grid”.
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Permane lobte Lawson: “Wir sind da, um ihm zu helfen, aber er selbst hat die Wende geschafft. Er hat hart im Simulator gearbeitet, er hat abseits und auf der Strecke hart gearbeitet. Und ich denke, das gipfelte schließlich in einigen wirklich, wirklich guten Leistungen.” “Er ist extrem fokussiert, und das ist auch in seinem Fahrstil zu erkennen. Er hat ein viel besseres Verständnis für das Auto. Ich denke, er arbeitet besser und enger mit seinen Ingenieuren zusammen. Er weiß, was er vom Auto braucht, und er ist in der Lage, es so zu fahren, dass er das Maximum herausholt.” Warum die Ausgangslage jetzt eine ganz andere ist Seit Lawsons schicksalhaftem ersten Einsatz bei Red Bull hat sich die Führung des Teams verändert. Sowohl Christian Horner als auch Helmut Marko sind inzwischen nicht mehr Teil des Teams. (Fotostrecke: Die letzten Ersatzfahrer-Einsätze in der Formel 1) Die letzten Ersatzfahrer-Einsätze in der Formel 1

Lawson erhält nun zumindest die Gelegenheit zu einem zweiten Anlauf beim großen Red-Bull-Team – wenn auch zunächst nur als Ersatzfahrer. Dass er nach Hadjars Genesung wieder zu Racing Bulls zurückkehren wird, dürfte einen Teil des Drucks nehmen. Lawson kann nur profitieren Gleichzeitig gehört Lawson zu einer Organisation, deren Zweck auch darin besteht, Fahrer für das Topteam auszubilden. Und weil Nachwuchsfahrer Nikola Zolow in der Formel 2 überzeugt und früher oder später gute Chancen auf ein Cockpit bei Racing Bulls haben dürfte, bietet sich Lawson nun die Gelegenheit, seinen eigenen Marktwert weiter zu steigern und seine Zukunftsaussichten zu verbessern.
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Wenn bei Isack Hadjars Genesung alles nach Plan läuft, könnte Lawsons zweiter Einsatz für Red Bull sogar noch kürzer ausfallen als der erste. Doch in der Formel 1 können merkwürdige Dinge passieren. Schon die Art und Weise, wie Lawson überhaupt zu dieser Chance gekommen ist, beweist das. Im besten Fall könnte dieser Einsatz ein weiteres Sprungbrett für Lawsons langfristige Zukunft sein. Und selbst im schlechtesten Fall ist er eine verdiente Belohnung für seine Beharrlichkeit – und die Gelegenheit, nach einem prägenden Kapitel seiner Karriere den Kreis zu schließen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formelsport
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Euer Filip Cleeren

 
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