Mercedes zur Stallorder in Zandvoort: Wir hätten umgekehrt genau dasselbe getan

Mercedes zur Stallorder in Zandvoort: Wir hätten umgekehrt genau dasselbe getan

 

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Mercedes hat seine umstrittene Stallorder beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort offenbar noch einmal genauer analysiert und ist weiterhin überzeugt, dass die Entscheidung, Kimi Antonelli in der Schlussphase an George Russell vorbeiziehen zu lassen, notwendig gewesen ist, um beide auf das Podium zu bringen.  LAT Images George Russell hat Kimi Antonelli in Zandvoort vorbeigelassen

“Ehrlich gesagt schien es eine gute Entscheidung zu sein”, betont der stellvertretende Mercedes-Teamchef Bradley Lord in der Nu Silver Arrows Radio Show am Freitag. Bereits im Debrief-Video von Mercedes hatte der leitende Renningenieur Andrew Shovlin die Hintergründe der Teamorder erläutert. Denn als Esteban Ocon (Haas) durch seinen Ausfall in Runde 55 ein virtuelles Safety-Car auslöste, kamen Antonelli, der zu diesem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz lag, sowie die beiden Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc noch einmal zum Reifenwechsel.
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Nur Russell blieb draußen, was den Briten zunächst auf den zweiten Platz nach vorne spülte. Auf frischeren Soft-Reifen schloss Antonelli allerdings schnell wieder auf, sodass Russell die Anweisung erhielt, seinen Mercedes-Teamkollegen überholen zu lassen. Trotz anfänglicher Vorbehalte leistete Russell der Stallorder wenig später Folge und verbrachte den Rest des Rennens damit, seinen dritten Platz gegen die beiden Ferrari-Piloten zu verteidigen. Antonelli konnte Sieger Lando Norris (McLaren) allerdings nicht mehr einholen und musste sich mit dem zweiten Platz zufriedengeben. George Russell erst skeptisch, dann verständnisvoll “George hat ganz natürlich die Frage gestellt und sie gewissermaßen einem Stresstest unterzogen, als er die Funkmitteilung zum ersten Mal erhielt”, erinnert Lord an die skeptische Nachfrage des Briten. “Aber dann verstand er das größere Ganze, dass wir mit Kimi die Chance auf einen Gratis-Boxenstopp unter dem VSC genutzt hatten.” Teamwork und Widerstand: Mercedes stärkt Kimi, Hamilton sauer auf Leclerc I F1 Rennen Zandvoort 2026 Video wird geladen…  

“Wenn George denselben Stopp gemacht hätte, wäre er hinter einen der Ferraris zurückgefallen und hätte diesen Podestplatz ohnehin aufgegeben. Letztendlich kommt es dann wirklich darauf an, worüber man im Vorfeld gesprochen hat und wie klar geregelt ist, wie das Team agieren wird.” Vorher hatte es die Anweisung gegeben, dass die Mercedes-Piloten zusammenarbeiten müssten. “Wir waren in jenem Strategiemeeting am Sonntagmorgen sehr deutlich, dass es für uns zu eng ist, als dass wir es uns leisten könnten, überhaupt Zeit zu verlieren, indem unsere beiden Fahrer gegeneinander kämpfen und sich gegenseitig Zeit kosten.” Zandvoort: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

“Das bildete dann also die Grundlage für die Entscheidung”, ergänzt der stellvertretende Teamchef. “Und ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten: Wäre es umgekehrt gewesen, hätten wir exakt dasselbe getan, um uns die beste Chance auf Platz zwei zu geben und dem drittplatzierten Auto wiederum die freie Fahrt und die beste Chance zu verschaffen, die Position ebenfalls zu halten.” Warum Antonelli dem Teamkollegen nicht helfen sollte Tatsächlich gab es bei den Silberpfeilen sogar die Überlegung, Antonelli als Zugpferd für Russell einzusetzen, um dem Briten zusätzlichen Windschatten und den Overtake-Modus zu verschaffen. Mercedes entschied sich jedoch dagegen, weil der mögliche Vorteil eher gering gewesen wäre, während zugleich das Risiko hoch war, dass der Schuss nach hinten losgeht.
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“Wir hatten das Gespräch und es gab eine kleine Debatte”, verrät Shovlin. “Am Ende kamen wir zu dem Schluss, dass es dort in Bezug auf die Rundenzeit keinen massiven Gewinn bringt. Es sind zwei Zehntel. Und man muss ehrlicherweise sagen, dass diese zwei Zehntel auf der Geraden liegen. Das ist also wahrscheinlich der Ort, an dem man am verwundbarsten sein wird.” “Zudem bestand die Sorge, dass sich die Autos in die Quere kommen könnten, wenn wir versuchen, ein komplexes Manöver durchzuführen, das wir nicht einstudiert haben. Da es auf dieser Strecke aber nicht um einen riesigen Zeit- oder Geschwindigkeitsvorteil geht, hielten wir es für die bessere Lösung, George freie Fahrt zu geben und Kimi einfach Platz machen zu lassen.” Wo George Russell im WM-Kampf 2026 die meisten Punkte verloren hat

“So hat George die besten Chancen auf einen guten Kurvenausgang und einen optimalen Bremspunkt; denn mit den heutigen Autos kann man bei einem Abstand von zwei Zehntelsekunden nicht direkt hinterherfahren. Ein Ferrari hätte ihn also nur überholen können, wenn er beim Herausbeschleunigen aus der letzten Kurve massiv Boden gutgemacht oder extrem spät gebremst hätte.” George Russell profitiert vom virtuellen Safety-Car Shovlin lobte Russell ausdrücklich für seine Verteidigungsarbeit in den Schlussrunden, mit der er Mercedes ein Doppelpodium sicherte und in der Fahrer-WM auf den zweiten Platz vorrückte – punktgleich mit Hamilton, aber dank der höheren Anzahl an Siegen vor seinem Landsmann platziert.
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“Es ist ehrlich gesagt eine wirklich beeindruckende Leistung von George. Man hätte ihm vielleicht nicht einmal eine 50-prozentige Chance eingeräumt, beide hinter sich zu halten. Es war gut möglich, dass einer von ihnen einen Weg vorbei finden würde”, sagte Shovlin.
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Tatsächlich wurde die Jagd der Ferrari-Piloten durch ein virtuelles Safety-Car kurz vor Schluss noch einmal gebremst, was sich für Russell als Glücksfall erwies. “Vielleicht hatten wir auch etwas Glück mit der VSC-Phase”, gibt der Ingenieur zu, “die für ein oder zwei Runden etwas Druck aus der Situation nahm, sodass er seine Energiereserven einteilen konnte.”

 
Formel1.de 

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