Michael Schumacher 2006: Eine letzte Aufholjagd, die in Erinnerung blieb

Michael Schumacher 2006: Eine letzte Aufholjagd, die in Erinnerung blieb

 

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Am 22. Oktober 2006 setzte sich Fernando Alonso beim Großen Preis von Brasilien im Kampf um den WM-Titel gegen Michael Schumacher durch, während der siebenmalige Weltmeister seine Formel-1-Karriere beendete.  Getty Images Michael Schumacher im Ferrari beim Formel-1-Finale 2006 in Brasilien

Tatsächlich bestanden kaum Zweifel daran, dass Alonso an diesem Tag seinen zweiten WM-Titel holen würde. Denn Schumachers Motorschaden und sein Aus in Führung liegender Position beim Rennen in Suzuka hatten aus einem möglichen Vorsprung von zwei Punkten einen Rückstand von zehn Punkten gemacht. Der Ferrari-Fahrer musste in Interlagos also gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass sein Rivale ohne Punkte blieb. Dieses Vorhaben erlitt bereits im Qualifying einen herben Rückschlag, als Schumacher in Q3 ein Problem mit dem Kraftstoffdruck bekam. Deshalb stand er nur auf Startplatz zehn, während Alonso von Position vier ins Rennen ging. Ferrari traut Michael Schumacher alles zu “Ich weiß nicht, was wir machen können”, sagte Schumacher nach dem Qualifying. “Ich weiß nicht, wie sich das Rennen entwickeln wird. Es ist schwierig, etwas vorherzusagen, aber ich werde mein Bestes geben. Von Platz zehn aus ist es natürlich viel schwieriger, aber ich werde es selbstverständlich versuchen.”
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Ferrari-Technikchef Ross Brawn klang zuversichtlicher, als er sagte: “Wir dürfen nicht vergessen, dass Michael in der Vergangenheit schon Rennen gewonnen hat, obwohl er noch weiter hinten gestartet ist.” Video wird geladen…  

Diese Aussage war zumindest etwas großzügig formuliert – in den vorausgegangenen 248 Rennen hatte Schumacher nur einmal von außerhalb der Top 10 gewonnen -, doch der Ferrari-Fahrer zeigte anschließend eindrucksvoll, weshalb Brawn ihm eine solche Aufholjagd zutraute. (Michael Schumacher in der Formel-1-Datenbank nachschlagen!) Ein Reifenschaden bremst Schumachers Aufholjagd Schon in der ersten Runde verbesserte er sich von Platz zehn auf sieben. Anschließend überholte er seinen ehemaligen Teamkollegen Rubens Barrichello und ging in Runde acht außen an Giancarlo Fisichella vorbei auf Rang fünf. Damit lag Schumacher bereits direkt hinter seinem WM-Rivalen. Doch eine minimale Berührung mit Fisichellas Renault verursachte einen Reifenschaden hinten links. Schumacher musste einen Boxenstopp einlegen, fiel auf Platz 20 zurück und lag 69 Sekunden hinter seinem führenden Teamkollegen Felipe Massa. Sein Rückstand auf Alonso betrug exakt eine Minute. Anzeige Michael Schumacher Fanartikel
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In Runde 27 hatte er das Ende des Feldes wieder eingeholt. Nacheinander überholte er Tiago Monteiro, Robert Doornbos, Nick Heidfeld und Robert Kubica. Dank der unterschiedlichen Boxenstoppstrategien und einiger Ausfälle lag er vor seinem zweiten Boxenstopp bereits wieder auf Rang fünf. Schumacher kämpft sich zurück auf Platz vier Nach dem Stopp kehrte Schumacher als Siebter auf die Strecke zurück, überholte erneut Barrichello und setzte Fisichella so stark unter Druck, dass dieser sich in Kurve 1 verbremste. Damit übernahm Schumacher in Runde 63 den fünften Platz. Massa lag nach seiner souveränen Vorstellung beim Heimrennen noch immer 33 Sekunden vor Schumacher, doch der zweitplatzierte Alonso war für den aufholenden Ferrari-Fahrer nur noch acht Sekunden entfernt.
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Für einen Podestplatz gingen Schumacher schließlich die Runden aus. Dennoch gelang ihm in der drittletzten Runde noch ein entschlossener Angriff gegen McLaren-Fahrer Kimi Räikkönen, durch den er sich Platz vier sicherte. Alonso machte unterdessen den Gewinn der Weltmeisterschaft perfekt. Formel-1-Quiz
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Mexiko Bahrain USA China Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “Das Rennen war chaotisch. Ich glaube, das ist das richtige Wort”, sagte Schumacher. “Wir hatten wirklich ein hervorragendes Auto. Von der reinen Geschwindigkeit her hätten wir alle überrunden können. Deshalb muss ich sagen: Was die Performance des Autos angeht, war es der perfekte Abschluss der Saison. Für mich persönlich ist es allerdings nicht gut gelaufen.” Alonso will es Ayrton Senna gleichtun Alonso wiederum sprach von einer “fantastischen Art”, seine Zeit bei Renault zu beenden. Vor seinem lange erwarteten Wechsel zu McLaren zur Saison 2007 bezeichnete er das Team als “meine Familie in der Formel 1”.
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“Ich werde diese Erinnerungen an sie mein ganzes Leben lang behalten. Das letzte Rennen auf diese Weise zu beenden, ist etwas, wovon man niemals träumt. Man versucht nicht einmal, davon zu träumen, weil es immer mehr ist, als man erwartet hat”, sagte Alonso.
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Für seinen weiteren Karriereweg träumte der Spanier davon, es Ayrton Senna gleichzutun. “Zu McLaren zu wechseln und niemals für Ferrari zu fahren, erinnert mich sehr an Senna”, sagte er dem Fernsehsender Telecinco. “Er hat drei Titel gewonnen. Mit drei Titeln zurückzutreten und das zu erreichen, was er erreicht hat, wäre das Ziel meiner Karriere.” 2026 jagte Alonso in der Formel 1 noch immer diesem dritten WM-Titel hinterher. An den Rücktritt vom Rücktritt denkt Schumacher (noch) nicht Schumacher blickte derweil auf seine glanzvolle Karriere zurück. Einen Monat zuvor hatte er in Monza seinen Rücktritt angekündigt. (Fotostrecke: Michael Schumacher: Die Ferrari-Jahre) Michael Schumacher: Die Ferrari-Jahre

Ferrari hatte Räikkönen für 2007 verpflichtet. Wäre Schumacher geblieben, hätte dies den Platz des jungen Massa gekostet. Deshalb entschied sich Schumacher dagegen. Doch bestand die Möglichkeit, dass er irgendwann doch noch einmal zurückkehren würde?
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“Die Formel 1 verändert sich ständig”, antwortete der damals 37-Jährige. “Die Technik, die Motoren, die Regeln, die Strecken. Wenn man einmal raus ist, ist man raus.” 2010 ist Schumacher wieder da – bei Mercedes Letztlich erwies sich der Reiz des Wettbewerbs jedoch als zu groß: Schumacher kehrte 2010 mit Mercedes für drei weitere Jahre in die Formel 1 zurück. Bis einschließlich 2012 tat er sich schwer, mit Teamkollege Nico Rosberg mitzuhalten, und erzielte nur einen Podestplatz. Bei seinem letzten Auftritt in Monaco fuhr er allerdings die schnellste Zeit im Qualifying, konnte wegen einer Startplatzstrafe aber nicht von der Poleposition starten. (Fotostrecke: Michael Schumacher: Die Mercedes-Jahre) Michael Schumacher: Die Mercedes-Jahre

Doch in Schumachers Umfeld überwog bei seinem ersten Rücktritt auch ein anderes Gefühl: Erleichterung. Auf die Frage des deutschen Fernsehsenders RTL, was sie glücklich mache, antwortete seine Frau Corinna Schumacher: “Dass wir alle gesund nach Hause fahren, dass in all den Jahren nichts passiert ist und dass wir mit nur einem gebrochenen Bein davongekommen sind.”
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Während der siebenmalige Weltmeister seine Rennfahrerkarriere weitgehend unversehrt überstand, wurde er im Dezember 2013 bei einem Skiunfall schwer verletzt. Seitdem ist Schumacher nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

 
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