Nach Horror-Crash 1995: Mika Häkkinen zweifelte am Formula 1-Comeback

Nach Horror-Crash 1995: Mika Häkkinen zweifelte am Formula 1-Comeback

 

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Mika Häkkinen hat über die schwierige Entscheidung gesprochen, nach seinem lebensgefährlichen Unfall beim Großen Preis von Australien 1995 in die Formel 1 zurückzukehren. Der zweifache Weltmeister stellte seine Zukunft im Motorsport nach dem schweren Crash in Adelaide ernsthaft infrage. Nicht nur die körperlichen Folgen des Unfalls machten ihm zu schaffen, sondern auch die Frage, ob er sich erneut einem solchen Risiko aussetzen wollte.   Mika Häkkinen in seinem McLaren MP4/10 der Saison 1995

Im Gespräch mit seinem ehemaligen McLaren-Teamkollegen David Coulthard im “Up To Speed”-Podcast erinnerte sich Häkkinen an die Sekunden, die sein Leben veränderten. Im Qualifying hatte ein Reifenschaden seinen McLaren in die Luft katapultiert. Das Auto drehte sich mit hoher Geschwindigkeit und schlug anschließend in die Reifenstapel an der Außenseite der Brewery Corner ein. Häkkinen wusste bereits während des Unfalls, dass ein heftiger Einschlag bevorstand. “Als ich querstand und diesen riesigen Kerb am Ausgang traf und das Auto abhob, war das der Moment, in dem mir klar wurde, dass das ein heftiger Einschlag werden würde”, erinnert sich der Finne. Das Auto habe dabei kaum Geschwindigkeit verloren und sei anschließend durch die Luft gewirbelt. Häkkinen erinnert sich an die dramatischen Sekunden Besonders eindrücklich schildert Häkkinen, dass er unmittelbar vor dem Einschlag nicht mehr in der Lage war, seinen Körper zu bewegen. “Normalerweise hält man das Lenkrad so fest wie möglich und spannt die Muskeln an, wenn man in die Wand einschlägt, aber das habe ich nicht kommen sehen”, sagt er. Als er versucht habe, seine Hände oder Beine zu bewegen, sei dies nicht mehr möglich gewesen. Kurz darauf verlor er das Bewusstsein.
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Die Folgen des Unfalls waren gravierend. Häkkinen erlitt eine Schädelfraktur, innere Blutungen und eine Blockade der Atemwege. Der damalige Formel-1-Sicherheits- und Medizindelegierte Sid Watkins sowie die freiwilligen Ärzte Jerome Cockings und Steve Lewis retteten dem Finnen das Leben. Cockings führte noch an der Rennstrecke eine Not-Tracheotomie durch. Zwei Monate im Krankenhaus Häkkinen verbrachte anschließend rund zwei Monate im Krankenhaus. Die Erinnerung an die erste Zeit nach dem Unfall ist bei ihm teilweise von den starken Medikamenten geprägt. Als Ron und Lisa Dennis ihn besuchten, glaubte er zunächst sogar, im Himmel zu sein. “Die ersten Leute, die ich sah, die mich tatsächlich besuchten, waren Ron und Lisa Dennis, und das Erste, was ich sah, war Lisa Dennis vor mir”, erzählt Häkkinen. “Aber natürlich stand ich unter so vielen Medikamenten, dass ich dachte, ich sei im Himmel. Dann schaute ich nach links und Ron Dennis stand dort. Da dachte ich: Das ist nicht der Himmel.” Die humorvolle Erinnerung an diesen Moment täuscht allerdings darüber hinweg, wie schwer die Zeit für Häkkinen tatsächlich war. Denn während er sich körperlich langsam erholte, musste er sich auch mit einer grundlegenden Frage auseinandersetzen: Wollte er seine Formel-1-Karriere nach einem Unfall fortsetzen, bei dem er beinahe ums Leben gekommen wäre? “Willst du wirklich in dasselbe Geschäft zurück?” Häkkinen saß zwar nur wenige Monate nach dem Unfall wieder für Testfahrten in einem Formel-1-Auto. Der Schritt zurück ins Cockpit bedeutete jedoch nicht, dass seine Zweifel damit verschwunden waren. Im Gegenteil: Die eigentliche Entscheidung über seine Zukunft beschreibt er als einen der schwierigsten Momente seiner Karriere. Die Karriere des Mika Häkkinen

“Ich denke, dieser Moment der Entscheidung ist einer der schwierigsten”, erklärt Häkkinen. Nach einem solchen Erlebnis sei es durchaus möglich gewesen, sich für ein anderes Leben zu entscheiden und den Motorsport hinter sich zu lassen.
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Der Finne musste für sich klären, welche Rolle der Motorsport künftig noch in seinem Leben spielen sollte. “Was willst du von deinem Leben? Wie sieht die Zukunft deines Lebens aus?”, beschreibt Häkkinen die Gedanken, die ihn beschäftigten. Eine Frage habe dabei besonders schwer gewogen: “Vor ein paar Monaten wäre ich fast gestorben, also willst du wirklich in dasselbe Geschäft zurück?” Die Leidenschaft für die Formel 1 gibt den Ausschlag Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten der Formel 1. Ausschlaggebend war für Häkkinen vor allem seine außergewöhnliche Leidenschaft für den Motorsport und das Fahren eines Formel-1-Autos. Die Geschwindigkeit und die Zusammenarbeit innerhalb eines Teams hätten für ihn weiterhin eine große Bedeutung gehabt.
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“Es ist so eine riesige Leidenschaft, der Motorsport und das Fahren des Autos, die Kontrolle über dieses unglaubliche Formel-1-Auto bei sehr hoher Geschwindigkeit”, erklärt der zweifache Weltmeister. Auch das Zusammenspiel mit Mechanikern und Ingenieuren habe für ihn einen wichtigen Teil der Faszination ausgemacht. Gleichzeitig räumt Häkkinen ein, dass bei seiner Entscheidung auch sein Alter und der Wunsch, sich selbst etwas zu beweisen, eine Rolle gespielt haben könnten. “Also entschied ich mich für die Rückkehr, und ich weiß nicht, ob es etwas mit der Jugend zu tun hat, wenn man jung ist, seinem Ego, man will es beweisen: Ja, ich kann es schaffen.” Häkkinen musste seine Angst vor dem nächsten Crash überwinden Der Finne beschreibt die Rückkehr deshalb nicht nur als körperliche, sondern vor allem als mentale Aufgabe. Nach einem schweren Unfall müsse ein Fahrer lernen, mit dem Wissen umzugehen, dass ein weiterer Crash jederzeit möglich ist: “Ich traf die Entscheidung zurückzukommen, aber es war keine leichte. Man muss an seiner mentalen Einstellung arbeiten”, sagt Häkkinen.
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“Wenn man sich nach einem Unfall in ein Auto setzt, muss man seine Einstellung so programmieren, dass man nicht über die Angst vor dem Crash nachdenkt”, erklärt der Finne. Seine Haltung sei dabei von einem Bewusstsein für das Risiko geprägt gewesen: “Es wird wieder passieren. Du wirst wieder crashen, aber du darfst keine Angst vor diesem Crash haben.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Häkkinen kehrte 1996 schließlich dauerhaft in die Formel 1 zurück und setzte seine Karriere bei McLaren fort. In den folgenden Jahren sollte sich seine Entscheidung sportlich auszahlen: 1998 und 1999 wurde der Finne mit McLaren Weltmeister.

 
Formel1.de 

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