Nico Rosberg warnt Antonelli vor den mentalen Fallstricken im WM-Kampf

Nico Rosberg warnt Antonelli vor den mentalen Fallstricken im WM-Kampf

 

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Der deutsche Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg sieht auf WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli in der entscheidenden Phase der Saison eine besondere Herausforderung zukommen. Aus eigener Erfahrung weiß Rosberg, wie groß die psychologische Belastung im Kampf um die Weltmeisterschaft werden kann und welche Auswirkungen sie auf die Leistung eines Fahrers haben kann.   2016 jubelt Nico Rosberg über den Weltmeistertitel

Antonelli erlebt bislang eine beeindruckende Saison. Der Mercedes-Pilot führt die Fahrerwertung an und wurde zum jüngsten Fahrer der Formel-1-Geschichte, der die WM-Spitze übernahm. Nach Ansicht von Rosberg könnte jedoch gerade die Aussicht auf den ersten Weltmeistertitel zu einer zusätzlichen mentalen Belastung werden. “Antonelli ist so unglaublich gut gefahren”, sagt Rosberg vor dem Großen Preis der Niederlande. “Das ist Weltklasse-Niveau. Es ist erstaunlich. Es ist sein zweites Jahr in der F1, unglaublich.” Rosberg kennt die psychologische Belastung eines Titelkampfes Der Deutsche gehört zu den wenigen Fahrern, die aus eigener Erfahrung beurteilen können, welche mentalen Herausforderungen ein WM-Kampf mit sich bringt. 2016 setzte sich Rosberg nach einer intensiven Saison gegen seinen damaligen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton durch und gewann seinen einzigen Weltmeistertitel. Wenige Tage später beendete er überraschend seine Karriere.
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Gerade deshalb misst Rosberg dem psychologischen Faktor im Titelrennen eine große Bedeutung bei. Er glaubt, dass Antonelli früher oder später mit denselben Gedanken konfrontiert werden könnte, die viele Fahrer erleben, wenn der lang ersehnte Traum vom WM-Titel plötzlich greifbar wird. “Er ist jedoch auch nur ein Mensch”, erklärt Rosberg. “Jeder in seiner Situation fängt im Laufe der Saison an zu reflektieren: ‘Meine Güte, mein Traum ist in greifbarer Nähe’, und die Dämonen in deinem Kopf sagen dir: ‘Vermassel das bloß nicht, du kannst es nur noch verlieren’.” Wenn die “Dämonen” im Kopf lauter werden Nach Einschätzung des Weltmeisters von 2016 liegt genau darin eine der größten Gefahren eines Titelkampfes. Während die körperlichen Anforderungen in der Formel 1 sichtbar sind, spielen sich viele entscheidende Kämpfe im Kopf der Fahrer ab. Die Formel-1-Karriere des Nico Rosberg

Rosberg beschreibt einen Prozess, bei dem die Gedanken an den möglichen Titelgewinn zunehmend Raum einnehmen und damit die Konzentration auf die eigentliche Aufgabe erschweren: “Das wiederholt sich und wird immer lauter, und man beginnt darunter zu leiden und zu denken: ‘Oh Gott, ich hoffe, ich vermassel das nicht’.” Für Rosberg sind solche Gedankengänge keine theoretischen Überlegungen, sondern Erfahrungen, die er selbst während seiner Weltmeister-Saison gemacht hat. Eigene Erfahrungen aus dem WM-Duell mit Hamilton Der Deutsche räumte ein, dass ihn der Druck im Titelkampf 2016 spürbar beeinträchtigte. Die ständige Auseinandersetzung mit der Möglichkeit, Weltmeister zu werden, habe ihn mental so stark beansprucht, dass sie sich auch auf seine Leistung im Auto auswirkte.
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“Sobald man über diese Dinge nachdenkt, nimmt das Kapazität von der Fähigkeit, zu 100 Prozent zu fahren”, sagt Rosberg. “Ich habe das massiv durchgemacht, und deshalb gab es in meinen letzten vier Rennen keine Chance für mich, eine Poleposition zu holen oder ein Rennen zu gewinnen. Ich konnte es nicht. Mein Gehirn war völlig erschöpft.” Die Schilderungen von Rosberg liefern damit einen seltenen Einblick in die psychologischen Herausforderungen eines Formel-1-Titelkampfes. Während Antonelli auf der Strecke bislang kaum Schwächen zeigt, wird nach Ansicht des Deutschen vor allem die mentale Seite des Duells um die Weltmeisterschaft darüber entscheiden, ob der Mercedes-Pilot seine Spitzenposition bis zum Saisonende verteidigen kann.
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Aktuell führt Antonelli die Fahrerwertung mit 224 Punkten an. Lewis Hamilton folgt mit 171 Zählern auf Rang zwei, George Russell liegt mit 168 Punkten auf dem dritten Platz.

 
Formel1.de 

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