Russell frustriert: “Die Strafe steht in keinem Verhältnis zum Vergehen”

Russell frustriert: “Die Strafe steht in keinem Verhältnis zum Vergehen”

 

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War diese Strafe zu hart? George Russell verlor am Sonntag in Monaco einen möglichen Podestplatz, weil er von den Rennkommissaren gleich doppelt bestraft wurde – und so in der Schlussphase des Rennens noch vom dritten auf den zwölften Platz zurückfiel.  circuitpics.de George Russell wurde die Boxengasse in Monaco zum Verhängnis

Russell gehörte im Laufe des Rennens zunächst zu den Piloten, die eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe erhielten, weil sie das Tempolimit in der Boxengasse überschritten hatten. Er selbst ist sich hier bereits “nicht ganz sicher, warum wir eine Strafe bekommen haben”, so Russell bei Sky. “Ich hatte den Pit-Limiter schon vor der Linie aktiviert und erst nach der Linie wieder deaktiviert. Aber offensichtlich gibt es ein Problem mit der Software, und viele Fahrer haben Strafen bekommen”, erinnert Russell. Unter anderem erwischte es auch Lewis Hamilton, Oscar Piastri und Pierre Gasly.
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Die Zeitstrafe sei zwar “nicht ideal, aber auch kein Weltuntergang” gewesen, so Russell. Denn tatsächlich hätte er die Strafe bei seinem nächsten Boxenstopp am Ende von Runde 61 hinter dem Safety-Car absolvieren können, ohne dadurch eine zusätzliche Position zu verlieren. Allerdings hatten die Mercedes-Mechaniker die Strafe nicht auf dem Schirm und begannen vor Ablauf der fünf Sekunden, an Russells Auto zu arbeiten. “Das war eindeutig unser Fehler”, entschuldigt sich Teamchef Toto Wolff und betont: “Wir müssen unsere Kommunikation überprüfen.” Ursprüngliche Strafe hätte keine Position gekostet Denn ursprünglich hätte Russell gar nicht zum Reifenwechsel anhalten sollen. Im Funk wurde er von seinem Renningenieur explizit angewiesen, nicht an die Box zu fahren, sondern dem Safety-Car einfach durch die Boxengasse zu folgen. Doch Russell selbst überstimmte das Team, was offenbar zu dem Chaos führte. Trotzdem hätte man die Strafe absitzen müssen, betont Wolff, “und das haben wir nicht”. Daraus entwickelte sich in der Folge das eigentliche Problem. Denn Russell kam nach seinem Stopp auf P5 hinter Isack Hadjar wieder auf die Strecke, was auch dann der Fall gewesen wäre, wenn er zusätzlich die geforderten fünf Sekunden an der Box gewartet hätte. Der Vorsprung auf Pierre Gasly dahinter war groß genug. Cool bei spätem Restart: Wer soll Kimi Antonelli aufhalten? | Rennen F1 Monte Carlo 2026 Video wird geladen…  

Weil das Absitzen einer Strafe beim Boxenstopp allerdings nicht optional, sondern verpflichtend ist, wurden die fünf Sekunden von den Rennkommissaren anschließend in eine Durchfahrtsstrafe umgewandelt.
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Und weil im Feld alle Abstände durch das Safety-Car und die spätere rote Flagge egalisiert wurden, fiel Russell nach dem Absolvieren seiner Durchfahrtsstrafe von der dritten Position, auf der er nach dem Restart lag, auf den 14. Platz zurück. “Die Strafe steht in keinem Verhältnis zum Vergehen”, ärgert er sich und betont: “Durch diesen Softwarefehler habe ich in der Boxengasse wahrscheinlich eine Zehntelsekunde gewonnen – und am Ende zwölf Plätze verloren.” Was das Reglement und die Rennkommissare sagen Tatsächlich hatten die Rennkommissare allerdings keine andere Wahl, als Russell für das Nicht-Absitzen seiner Strafe erneut zu sanktionieren. Wörtlich heißt es in Artikel B1.9.6 im Sportlichen Formel-1-Reglement zu einer Fünf-Sekunden-Strafe unmissverständlich, dass diese beim nächsten Boxenstopp abgesessen werden muss:
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“With the exceptions of entering the Pit Lane for the sole purpose of following the Safety-Car (Article B5.13.3) or entering the Pit Lane following the red flag during a suspension procedure (Articles B5.14.1, B5.14.2 and B5.14.3), the driver concerned must carry out the penalty the next time they enter the Pit Lane.” In einem weiteren Absatz heißt es zudem: “Any breach or failure to comply with Articles B1.9.6b or B1.9.6c may result in a further penalty, such penalty will supersede and replace the penalty which was subject to the breach or failure to comply.” Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Strafe von den Rennkommissaren “erhöht” werden kann, wenn sie nicht wie vorgeschrieben abgesessen wird. Das war bei Russell in Monaco zweifelsfrei der Fall. Monaco: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

In der Vergangenheit wurde dies von den Kommissaren auch konsequent umgesetzt, weshalb man durch die Präzedenzfälle gezwungen war, auch dieses Mal zu reagieren. Zumal es in Russells Fall auch keine mildernden Umstände gab – im Gegenteil.
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Denn in den meisten Fällen in der Vergangenheit verhängten die Rennkommissare für das nicht korrekte Absitzen einer Strafe “nur” eine weitere Zehn-Sekunden-Strafe. In ihrem offiziellen Urteil erklären die Kommissare, warum man bei Russell zu einer härteren Strafe griff: “Eine Durchfahrtsstrafe wird verhängt, weil kein Versuch unternommen wurde, die ursprüngliche Zeitstrafe abzusitzen. Dies unterscheidet sich von der Situation, in der beispielsweise eine Person das Fahrzeug während der Zeitstrafe versehentlich berührt, jedoch keine tatsächlichen Arbeiten am Fahrzeug durchgeführt werden und die Strafzeit abläuft, bevor mit den Arbeiten begonnen wird.”
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Bei vergleichbaren Fällen in der Vergangenheit machten Teams lediglich beim Absolvieren der Strafe einen Fehler, wollten diese aber grundsätzlich absitzen. Mercedes dagegen ignorierte die Strafe (versehentlich) komplett, was die Rennkommissare noch stärker sanktionierten. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Die Konsequenz für Russell: In der Weltmeisterschaft liegt er nun bereits 68 Zähler hinter seinem Teamkollegen Kimi Antonelli.

 
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