Sainz vs. Piastri: Meinungen über Kollision gehen weit auseinander!
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Williams-Pilot Carlos Sainz brachte sie eine Fünf-Sekunden-Strafe ein, McLaren-Pilot Oscar Piastri kostete sie im Fernduell um die Führung wertvolle Zeit. Die Rede ist von der Szene, die sich am Sonntag im Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring in der 38. von 70 Runden zutrug: die Kollision zwischen Piastri und Sainz, als der McLaren-Pilot den Williams-Piloten überrunden wollte. Bryn Lennon / Formula 1 via Getty Images Carlos Sainz und Oscar Piastri uneins nach Kollision (Foto vom Freitag in Ungarn)
Drei Runden zuvor hatte Piastri als Führender im Rennen seinen zweiten Boxenstopp eingelegt. McLaren-Teamkollege Lando Norris, der von Kurve 3 der ersten Runde bis zu Piastris zweitem Boxenstopp Zweiter hinter dem Australier war – fuhr einen längeren zweiten Stint und wollte mit einem sogenannten “Overcut” an seinem Teamkollegen vorbeikommen. Genau in diese Phase fiel die Kollision zwischen Piastri und Sainz. Die Kollision passierte zwischen den Kurven 2 und 3. Sainz fuhr hinter Fernando Alonso (Aston Martin). Am Streckenrand waren die Leuchtsignale für blaue Flaggen (Überholen lassen) aufleuchtend zu sehen.
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Nachdem Sainz in der Linkskurve (Kurve 2) nicht an Alonso vorbeikommen war und dort eine weite Linie genommen hatte, zog er ganz normal nach links rüber, um die folgende Rechtskurve (Kurve 3) wie üblich von links anzufahren. Dabei kam es zur Berührung mit Piastri, der wiederum Sainz links überrunden wollte. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Auf dem Lenkrad hatten wir keine blauen Leuchtanzeigen. Die aber helfen uns in Zweikämpfen wie diesen normalerweise zu verstehen, ob man überrundet wird oder nicht”, berichtet Sainz und erklärt: “Somit hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, dass ich vor der Überrundung stand. Außerdem war ich in ein enges Duell mit Fernando verwickelt. Mit Oscar hatte ich da überhaupt nicht gerechnet.” “Selbst, wenn ich mit ihm gerechnet hätte, so war er an dieser Stelle in meinem toten Winkel. Deshalb war es von meiner Seite einfach unmöglich zu vermeiden”, verteidigt sich Sainz und regt an: “Eine bessere Kommunikation hätte wahrscheinlich geholfen.” Piastri angepisst: “Es war die Schuld von Carlos” Piastri hat die Szene anders erlebt. Er beschwerte sich direkt über Funk, dass ihm Sainz das Rennen versaut habe. “In diesem Moment war ich einfach nur genervt”, sagt der McLaren-Pilot nach dem Rennen. “Genervt ist in Wahrheit gar nicht das passende Wort. Ich war regelrecht angepisst, dass ich die Führung im Rennen verloren hatte. Das war aber nicht die Schuld des Teams. Es war die Schuld von Carlos.” Rennanalyse GP Ungarn Video wird geladen…
Und Piastri holt sogar noch weiter aus in Richtung Sainz: “Ich wusste, dass es blaue Flaggen gab. Auf den Anzeigentafeln gab es überall das Signal für blaue Flaggen. Ich fuhr direkt hinter ihm und konnte es einfach nicht glauben, was passiert ist. Von einem Überrundeten gerammt zu werden, das ist sicher nicht das, womit du in einem Rennen rechnest. Genau das ist heute aber passiert.” “Es interessiert mich nicht, ob er mich gesehen hat oder nicht. Die Tatsache, dass es offensichtlich nicht so war, sei es weil es ihm niemand mitgeteilt hat, oder weil da einer überhaupt nicht aufgepasst hat, ist nicht akzeptabel”, schäumt Piastri. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Ins Ziel kam Piastri letztlich gar nicht. Das lag aber nicht an der Kollision mit Sainz ausgangs Kurve 2, sondern daran, dass sein McLaren 18 Runden später an exakt dieser Stelle der Strecke mit Getriebeschaden ausrollte. Sainz, dem die Rennkommissare für die Kollision mit Piastri eine Fünf-Sekunden-Strafe aufbrummten, kam mit zwei Runden Rückstand auf P18 ins Ziel.
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“Um ehrlich zu sein tut es mir sehr leid für Oscar, aber diesmal habe ich, so glaube ich, eine wirklich gute Ausrede für das, was passiert ist”, sagt Sainz und spricht damit auf den eingangs von ihm geschilderten Umstand an, dass im Cockpit seines Williams keine Lichtsignale für blaue Flaggen zu sehen gewesen seien. Rennkommissare erklären Sainz-Strafe Denn Rennkommissare gegen Piastri recht. In ihrer Urteilsbegründung für die Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gegen Sainz heißt es im Wortlaut: “In Runde 38, bei der Anfahrt zu Kurve 3, lieferte sich Auto #55 (Sainz) ein Duell mit Auto #14 (Alonso). Der Fahrer von Auto #55 war vom Team darüber informiert worden, dass aufgrund der Annäherung von Auto #81 (Piastri; Anm. d. Red.) blaue Flaggen gezeigt wurden. Als Auto #81 einen Überholversuch unternahm, kam es zu einer Berührung zwischen #55 und #81.”
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“Die Rennkommissare stellten fest, dass der Fahrer von Auto #55 die alleinige Verantwortung für die Kollision mit Auto #81 trug. Zwar ist die übliche Strafe für das Verursachen einer Kollision eine Zehn-Sekunden-Strafe, allerdings stellten die Rennkommissare einen mildernden Umstand fest.” “Zum Zeitpunkt des Vorfalls war Auto #81 für den Fahrer von Auto #55 aufgrund der Position von Auto #55 im Verhältnis zur Rennstrecke und zu den anderen Fahrzeugen vor dem Überholversuch nicht sichtbar. Obwohl der Fahrer darauf hingewiesen worden war, dass sich Auto #81 näherte, erkannten die Rennkommissare an, dass die eingeschränkte Sicht die Schuld des Fahrers minderte.” “Unter Berücksichtigung dieses mildernden Umstands sind die Rennkommissare zum Schluss gekommen, dass eine Zeitstrafe von fünf Sekunden anstelle der üblichen Zehn-Sekunden-Strafe angemessen ist.” Sainz und Piastri beharren auf ihren Standpunkten Ungeachtet dessen spielt Sainz in seinem Fazit nach dem Rennen Piastri den Ball zu: “Ich weiß nicht, ob er ein bisschen vorsichtiger hätte sein können, schließlich kämpfte er um das Podium und hätte sich daher ein bisschen vorsichtiger positionieren können. Die fünf Sekunden sind schade, aber gehen in Ordnung. Wenn ich sowieso nur um Platz 18 kämpfe, kümmert mich das nicht.”
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Auf Nachfrage, ob er im Anschluss an das Rennen mit Piastri über die Kollision gesprochen habe, antwortet Sainz: “Nein, und das brauche ich auch nicht. Es war ein Rennzwischenfall. Er wird sicherlich wissen, was passiert ist. Und es ist ja nicht so, dass es meine Schuld gewesen wäre, dass er nicht ins Ziel gekommen ist. Es war einfach eine Berührung und ich bin froh, dass er sich sein Rennen dabei nicht zu sehr kaputt gemacht hat.” Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Ungarn
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Piastri hingegen sieht die Schuld für die Szene klar bei Sainz. Seinem eigenen Arbeitgeber McLaren macht er für das Timing seines zweiten Boxenstopps keinen Vorwurf: “Ich denke, das Timing meines Stopps war in Ordnung. Wir wollten Hamilton covern, was ganz normal ist. Wäre ich nicht [von Sainz] gerammt worden, wäre ich vor Lando geblieben.”
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