Schumacher 1994: Nach Imola war sein Benetton nicht mehr derselbe
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Die Formel-1-Saison 1994 ist untrennbar mit dem dramatischen Wochenende in Imola verbunden, als Roland Ratzenberger und Ayrton Senna an aufeinanderfolgenden Tagen ihr Leben verloren. Die neue Dokumentation “Schumacher ’94 – Die Geburt einer Legende” erzählt eindrücklich, wie sehr diese Ereignisse die Formel 1 und ihre Protagonisten erschütterten. Imola war in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt. Michael Schumacher im Benetton B194 in der Formel-1-Saison 1994
Wie sehr das auch für Michael Schumacher und das Benetton-Team galt, erklärt Schumachers damaliger Renningenieur Pat Symonds im Video-Interview auf dem YouTube-Kanal von . Denn für Symonds steht fest: Ohne Imola wäre es 1994 ganz anders gelaufen. “Bis Imola hatten wir ein großartiges Auto, nach Imola nicht mehr”, sagt Symonds. “Ohne Imola hätten wir es auf dem Weg zur Weltmeisterschaft einfacher gehabt.” Benetton schwimmt auf der Erfolgswelle – zunächst Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass Benetton mit dem B194 ausgezeichnet ins Jahr gestartet war. “Ich erinnere mich noch, wie Michael das erste Mal das Auto fuhr. Nach dem allerersten Tag stieg er aus und sagte: ‘Das ist ein Auto, mit dem wir viele Rennen gewinnen werden.’ Also gingen wir wirklich selbstbewusst in die Saison. Und wir hatten einen wirklich fantastischen Saisonauftakt.” (Fotostrecke: Michael Schumacher: Sein Weg zum ersten WM-Titel 1994) Michael Schumacher: Sein Weg zum ersten WM-Titel 1994
Benetton-Fahrer Schumacher gewann nicht nur das erste Rennen in Brasilien, sondern auch den darauffolgenden Pazifik-Grand-Prix. Er hatte damit die maximal möglichen Punkte erzielt. Sein großer WM-Rivale Ayrton Senna im Williams dagegen war noch punktelos und stand vor dem dritten Rennwochenende des Jahres in Imola entsprechend unter Druck.
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Deshalb sagt Symonds: “Bis Imola lief es einfach großartig. Es hätte wirklich nicht besser laufen können. Das Auto war fantastisch. Wir gewannen Rennen. Wir dominierten. Die Beziehung zu Michael, die schon immer fantastisch gewesen war, wurde einfach immer besser und besser.” Imola ändert alles in der Formel 1 1994 Dann nahm die Tragödie ihren Lauf: Am Freitag in Imola verunglückte Rubens Barrichello im Jordan schwer und verletzte sich. Am Samstag starb Ratzenberger, am Sonntag Senna. “Von da an war es schwierig”, sagt Symonds. “Es war wie eine andere Saison. Es war ein Kampf. Ich denke sehr oft daran. Und dabei gehen einem viele Dinge durch den Kopf.” Eben auch die Frage, welchen Verlauf die Formel-1-Saison 1994 genommen hätte, wenn es die Unfälle von Barrichello, Ratzenberger und Senna in Imola nicht gegeben hätte. Doch die dramatischen Ereignisse waren echt – und der Automobil-Weltverband (FIA) reagierte darauf. Was nach Imola anders war in der Formel 1 “Nach Imola führte die FIA eine Reihe von Änderungen an den Autos ein. Sie verkleinerten die Diffusoren. Sie führten [später] die Holzplanke unter dem Auto ein”, erklärt Symonds. Video wird geladen…
Diese Maßnahmen sollten die Fahrzeuge langsamer und damit sicherer machen. Benetton zahlte für diese Änderungen jedoch einen hohen Preis: “Dadurch gingen einige der wirklichen Stärken verloren, die wir beim B194 hatten”, sagt Symonds. “Das Auto war danach nicht mehr so gut. Deshalb glaube ich: Wenn Imola nicht passiert wäre, hätten wir ein großartiges Auto gehabt.”
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Wäre Schumacher damit sogar vorzeitig Weltmeister geworden? Möglich ist das. Allerdings fiel die reale Bilanz des Benetton-Fahrers selbst mit den FIA-Modifizierungen außergewöhnlich gut aus: Bei 14 Rennteilnahmen gewann Schumacher achtmal und wurde zweimal Zweiter. Was Damon Hill zurück in den Titelkampf brachte Entscheidend für den knappen Ausgang in der Formel-1-Fahrerwertung gegen Damon Hill im Williams waren auch andere Ereignisse: die beiden Disqualifikationen in Silverstone und Spa-Francorchamps und die Rennsperre in Monza und Estoril. Denn Hill gewann diese vier Rennen und machte dabei 40 Punkte auf Schumacher gut.
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All das ist für Symonds unterm Strich aber nur eine “oberflächliche Betrachtung”. Den Grund dafür schildert der frühere Renningenieur von Schumacher im Interview mit : “Auf einer tieferen Ebene betrachtet, hatte die Tragödie von Imola einen tiefgreifenden Einfluss auf den Motorsport. Und in gewisser Weise ist das die sehr viel wichtigere Frage.” Symonds geht auf diese Frage im Video ausführlicher ein.
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