Trotz Cadillac-Deal: Warum Herta den härtesten Weg nach oben wählt
| . | . | . |
Colton Herta hat seinen Traum von der Formel 1 noch nicht begraben. Doch während er den mutigen Wechsel von der IndyCar-Serie in die Formel 2 vollzieht, stellt sich die Frage: Wie stehen die Chancen wirklich, dass er es bis in die Weltmeisterschaft schafft? Penske Entertainment Colton Herta und sein Formel-1-Traum: Wird er wahr?
Als Sohn des IndyCar-Piloten und Teambesitzers Bryan Herta war es fast vorprogrammiert, dass Colton ein Interesse am Motorsport entwickeln würde. Doch als seine Formelsport-Karriere Fahrt aufnahm, richtete Herta seinen Blick schnell gen Europa. Im Alter von 15 Jahren nahm er an der MSA Formula (heute britische Formel 4) teil und belegte den dritten Platz – während ein gewisser Lando Norris den ersten seiner vielen Junioren-Titel einfuhr.
//jseAo3c(“Rect”);
2016 stieg Herta in die Euroformula-Open auf Formel-3-Niveau auf und beendete die Meisterschaft erneut als Dritter hinter den erfahreneren Piloten Leonardo Pulcini und Ferdinand Habsburg. “Eigentlich ist die Formel 1 nicht mein Ziel” Strebte er damals schon die F1 an? Nicht wirklich. “Eigentlich ist mein Ziel nicht die Formel 1. Ich hatte nie wirklich dieses Interesse – besonders in den vergangenen sieben Jahren, in denen ein Team dominiert hat”, sagte er gegenüber Motorsport im Dezember 2016, als die Mercedes-Dominanz nach der Red-Bull-Ära ihren Höhepunkt erreichte. “Es scheint so: Wenn man das falsche Cockpit erwischt, steckt man im Grunde für immer im Mittelfeld fest, kämpft hart um ein oder zwei Punkte und wird von den Top-Teams nie beachtet. Das langweilt mich einfach. Egal wie gut man als Fahrer ist, wenn der Typ vor einem im besseren Auto sitzt, kann er bis zum ersten Boxenstopp um 20 Sekunden wegziehen.” Cadillac Colton Herta will den schwierigen Weg gehen
Warum war Herta also überhaupt in Europa? “Es ist besser zum Lernen, weil die Felder größer und hochkarätiger besetzt sind”, erklärte er. “Ich habe in meinem ersten Jahr in Europa mehr gelernt als in meinem ersten Rennjahr in Amerika. Ich war 14, als ich rüberzog, und das hat mich sehr gereift – schneller, als ich es hier getan hätte. Ich denke, es war die richtige Wahl, und ich bin gespannt, was als Nächstes kommt.” Der Erfolg stellte sich in der Indy-Lights ein, wo Herta 2017 “Rookie des Jahres” wurde, bevor er 2018 im Titelkampf dem Debütanten Pato O’Ward unterlag. Es folgte der Aufstieg in die IndyCar-Serie, wo er bereits bei seinem dritten Einsatz in der Königsklasse triumphierte und mit 18 Jahren zum jüngsten Sieger der Seriengeschichte wurde. In den folgenden sieben Jahren, hauptsächlich bei Andretti, schraubte Herta seine Bilanz auf neun Siege in 117 Rennen, wurde Meisterschaftsdritter im Jahr 2020 und Vizemeister 2024. Bereits 2019 wurde er im Saisonrückblick von Motorsport als “echter Superstar” bezeichnet und war – abgesehen von einigen fehleranfälligen Saisons 2022 und 2023 – meist ein Top-Fahrer. Der steinige Weg über die Superlizenz Die Formel 1 tauchte unterdessen mehrfach am Horizont auf. 2021, als Andretti versuchte, den Sauber-Rennstall zu übernehmen, testete Herta bereits im Simulator des Teams, doch der Deal platzte. Das Cadillac-Design für 2026
Im Juli 2022 absolvierte der Amerikaner einen zweitägigen Test mit McLaren, während Red Bull begann, nach einem Ersatz für den zu Alpine abwandernden Pierre Gasly bei AlphaTauri zu suchen. Die Marke hatte Herta im Visier, doch trotz seiner ordentlichen IndyCar-Ergebnisse kam er nur auf 32 der 40 erforderlichen Superlizenz-Punkte. Red Bull gab Herta schließlich auf und entschied sich stattdessen für Nyck de Vries.
//jseAo3c(“Rect”);
Die Formel-1-Hoffnungen des mittlerweile 26-Jährigen schienen fast am Ende, doch Andrettis Formel-1-Bewerbung wurde unter der Identität von Cadillac schließlich Realität. Die Unterstützung von General Motors – und das kommende Motorenprogramm – brachten das Projekt über die Ziellinie, trotz des Widerstands des Formula One Managements gegen ein neues Team, das aus deren Sicht “keinen Mehrwert für die Meisterschaft” darstelle. Cadillac-Debüt: Routine statt US-Hype? Eine viel diskutierte Frage war, ob Amerikas neuestes Formel-1-Team einen Fahrer aus den USA verpflichten würde. Trotz des Interesses am Formel-2-Spitzenreiter Jak Crawford entschied sich Cadillac für das wohl erfahrenste Line-up, das ein Neueinsteiger-Team je hatte: die Veteranen Sergio Perez und Valtteri Bottas.
//jseAo3c(“Rect”);
Der ehemalige Sauber-Pilot Zhou Guanyu erhielt den Job als Ersatzfahrer; Herta wurde als Testfahrer unter Vertrag genommen, während er den mutigen Wechsel von der IndyCar-Serie in die Formel 2 vollzieht. In der Nachwuchsserie der Formel 1 wird er erneut versuchen, die fehlenden Superlizenz-Punkte zu sammeln. Der Kalifornier steht aktuell bei 34 Zählern, ihm fehlen also nur noch sechs Punkte – was einer Top-8-Platzierung in der Meisterschaft entspricht. Zudem kann er durch Einsätze in den Freien Trainings der Formel 1 weitere Punkte sammeln. Fährt Cadillac 2026 nur hinterher? Video wird geladen… Der große Cadillac-Check für die F1-Saison 2026
Dabei wird es weniger um die nackten Ergebnisse gehen, sondern vielmehr darum, Erfahrung zu sammeln und vor allem zu beweisen, dass er das Zeug für die Weltmeisterschaft hat. Ein Aufstieg 2027 ist nicht ausgeschlossen. “Er muss es sich verdienen, oder?”, sagte Cadillac F1-Teamchef Dan Towriss im vergangenen September bei der Bekanntgabe von Hertas Programm für 2026.
//jseAo3c(“Rect”);
Towriss erwartet ein Top-10-Ergebnis von seinem Schützling, der für Hitech an den Start geht – ein britisches Team, das in der F2 zuletzt Erfolge feierte und in den vergangenen Jahren mit Paul Aron, Luke Browning und Dino Beganovic insgesamt 21 Podestplätze einfuhr. Hertas Ansage: “Will nicht nur das Feld auffüllen” Auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, das geforderte Top-10-Ergebnis zu erreichen, stellte Herta klar, dass er nicht nur als Statist mitfahren will: “In allem, in das ich einsteige, möchte ich konkurrenzfähig und stark sein. Wenn das Ziel nicht der Sieg ist, sehe ich keinen Grund, warum man es überhaupt machen sollte – das ist meine Einstellung. Wie realistisch oder unrealistisch das ist, weiß ich nicht. Die Zeit wird es zeigen.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Aber alles, was ich im Motorsport tue, versuche ich zu 100 Prozent zu geben. Mit der Einstellung ‘Oh, versuchen wir mal unter die Top 15 zu kommen und uns von dort aus vorzuarbeiten’ heranzugehen, halte ich für den falschen Ansatz. Ich will so schnell wie möglich sein. Ich will Sessions anführen, ich will Rennen gewinnen. Aber ich schätze, die Zeit wird zeigen, wie schwierig das wird.” Die Testfahrten vor der Saison in Barcelona verliefen in dieser Hinsicht ermutigend. Herta belegte im Klassement der drei Tage zwar nur den zwölften Platz, lag aber weniger als sechs Zehntelsekunden hinter dem Schnellsten Rafael Camara, dem aktuellen Formel-3-Champion, und exakt drei Zehntel hinter Platz zwei. Den Kontrast zur IndyCar beschrieb Herta als 180-Grad-Wende. “Dieses Auto ist extrem anders als alles, was ich bisher gefahren bin. Es ist ein großer Sprung, ein großer Unterschied”, betonte er. “Es gibt eine Menge Dinge, an die man sich gewöhnen muss. Es wird besser, aber von meiner Seite aus fühlt es sich noch nicht ganz flüssig an. Es wird noch Zeit brauchen, bis ich genau weiß: ‘Okay, das muss ich tun, hier muss ich bremsen’, bevor ich in den Zweikampf gehe.” Das Pirelli-Problem: Management ist alles Hertas Karriereschritt ist in gewisser Weise beispiellos. In der modernen Ära ist noch nie ein IndyCar-Spitzenreiter in die Formel-1-Vorschule gewechselt. Zwar gab es Piloten wie Gianmaria Bruni, Timo Glock, Romain Grosjean oder Giorgio Pantano, die nach einem Formel-1-Ausflug zurück in die Formel 2 (beziehungsweise GP2) gingen, doch das ist zwei Jahrzehnte her und sie waren, anders als Herta, keine so etablierten Profis in einer anderen Top-Serie. Penske Entertainment Colton Herta wird in der Formel 2 um Lizenzpunkte kämpfen
Die relevanteste Parallele lässt sich vielleicht zu Hertas neuem Teamkollegen ziehen. Vor drei Jahren räumte Ritomo Miyata im japanischen Motorsport alles ab und sicherte sich die Titel in der Super Formula und der Super GT. Mit 24 Jahren galt er als Top-Kandidat für die Nachfolge von Kamui Kobayashi im WEC-Aufgebot von Toyota.
//jseAo3c(“Rect”);
Miyata verließ Japan für eine kombinierte Formel-2-ELMS-Kampagne. Während er in der ELMS zwei Siege feierte, tat er sich in der F2 extrem schwer und wurde nur 19. in der Meisterschaft. Auch in der vergangenen Saison reichte es bei ART nur zu Platz 17. Insgesamt steht für ihn nur ein Podestplatz in 55 Formel-2-Rennen zu Buche, dennoch versucht er es dieses Jahr erneut bei Hitech.
//jseAo3c(“Rect”);
Das Hauptproblem für Miyata und Herta sind die Pirelli-Reifen mit ihrem hohen Verschleiß. Sie erfordern massives Management – im Gegensatz zu den Yokohama- oder Firestone-Reifen in der Super Formula beziehungsweise IndyCar, die es den Fahrern erlauben, fast permanent am Limit zu pushen. In der Formel 2 muss man die Reifen schon in der Out- und In-Lap des Qualifyings extrem schonen. Im Rennen ist das Management der Schlüssel, um am Ende nicht wehrlos zu sein. Die meisten Fahrer lernen das bereits in der Formel 3, doch für Quereinsteiger wie Herta ist es ungleich schwerer – zumal es nur ein einziges 45-minütiges Training gibt, bevor das Qualifying beginnt. Herta ist sich bewusst, dass seine große IndyCar-Erfahrung zwar nicht nutzlos, aber in diesem Jahr nur bedingt hilfreich sein wird: “Ich glaube nicht, dass es ein so großer Vorteil ist, wie die Leute denken. In diesem Stadium ist man, egal ob man 18 oder 25 ist, fahrerisch ziemlich fertig entwickelt. Es gibt Kleinigkeiten, die man dazulernt, aber was den reinen Speed angeht, ist man nah am Maximum. Trotzdem ist es schön, diese Erfahrung zu haben.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Ich habe in meiner Karriere viele Fehler hinter dem Lenkrad gemacht und daraus Lektionen gelernt – vielleicht mehr als die meisten anderen in dieser Meisterschaft. Ob mir das viel hilft, weiß ich nicht. Wenn es mir nur ein Prozent hilft, nehme ich es mit.” In dieser Hinsicht ist Miyata auf der anderen Seite der Garage Gold wert. “Ritomo hat einen guten, verfeinerten Stil für die Formel 2 entwickelt. Da man in der Formel 2 so wenig Fahrzeit bekommt, ist es eine große Hilfe, jemanden mit dieser Erfahrung zu haben.” Fazit: Die Uhr tickt Wie erfolgreich Herta in der Formel 2 sein wird, bleibt schwer vorherzusagen. Das Feld wirkt etwas schwächer als in den Vorjahren, mit Alex Dunne und Dino Beganovic als Titelfavoriten, während Rookie Camara in die Fußstapfen von Charles Leclerc treten könnte. Die Formel-1-Autos 2026 in ihren finalen Designs auf der Rennstrecke
Hertas Formel-2-Form wird jedoch nicht der einzige Faktor für eine Beförderung sein. Cadillac wird ihn auch nach seinen Leistungen als Testfahrer beurteilen. “Er wird Zeit im F1-Simulator verbringen”, so Towriss. “Es zählt das Gesamtbild, um seine Reife für die Formel 1 zu beurteilen.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Die Trainingseinsätze werden wahrscheinlich das Wichtigste sein, um mich vorzubereiten”, gibt Herta zu. “Momentan steht das auf der Prioritätenliste noch weiter unten, aber es ist aufregend. Das Team sieht Fortschritte, auch wenn es zwischendurch ein paar Stolpersteine gab.” Am Ende könnte die Entscheidung über Hertas Formel-1-Zukunft gar nicht in seinen Händen liegen. Unabhängig von seinen Leistungen in der Formel 2 und bei Tests bräuchte er wohl eine Schwächephase von Perez oder Bottas. Einen Routinier durch einen Rookie zu ersetzen, ist eine leichte Entscheidung, wenn die Ergebnisse des Veterans nicht stimmen. Performen beide 36-Jährigen auf ähnlichem Niveau, wird es für Herta verdammt schwer, einen Fuß in die Tür zu bekommen.
//jseAo3c(“Rect”);
Oder wie er es selbst sagt: Nur die Zeit wird es zeigen.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





