“Versuchskaninchen” Hamilton sauer: Bei Mercedes machen sie das einfach!

“Versuchskaninchen” Hamilton sauer: Bei Mercedes machen sie das einfach!

 

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Bei Ferrari hängt der Haussegen nach dem Formel-1-Rennen in Zandvoort wieder einmal schief. Lewis Hamilton ist mit seinem Team hart ins Gericht gegangen und hat es aufgefordert, mehr wie Mercedes zu sein. Hintergrund ist eine verpasste Stallorder gegen Teamkollege Charles Leclerc, die Hamilton eine Menge Zeit kostete.  LAT Images Lewis Hamilton fühlte sich von Charles Leclerc aufgehalten

Der siebenmalige Weltmeister war im zweiten Stint auf harte Reifen gegangen und lag auf Rang fünf, als er auf den deutlich langsameren Leclerc auf Medium-Reifen aufschloss und sich vom Team erhoffte, vorbeigelassen zu werden – das passierte jedoch nicht. “Tolle Art, Zeit zu verschwenden, Jungs. Gute Arbeit”, funkte Hamilton sarkastisch, während sich Leclerc weigerte, den von Ferrari angestrebten nächsten Boxenstopp einzulegen. “Was soll das?”, fragte er beim Team nach der Anweisung zum Boxenstopp. “Das zerstört mein Rennen. Ich bin doch erst zwei Runden nach Russell reingekommen.”
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Leclerc blieb zunächst auf der Strecke, während Hamilton weiter genervt monierte, dass er hinter ihm Zeit verliert, bevor der Monegasse in Runde 43 doch gegen seinen Willen zum Reifenwechsel abbog. Hamilton sauer: Schaut, wie Mercedes es macht! Nach dem Rennen war Hamilton entsprechend angesäuert: “Ich will gewinnen. Ich will gewinnen”, betont er bei Sky auf seine Kommentare angesprochen. “Ich bin hier, um zu gewinnen. Und es ist schwierig, wenn du nach vorne schaust und die beiden Mercedes-Fahrer siehst: Sie bekommen den Call, und es ist erledigt, sie setzen es sofort um.” Was Hamilton damit meint: Bei Mercedes hatte Russell wenige Runden vor dem Ende eine Anweisung seines Teams erhalten, seinen Teamkollegen Kimi Antonelli auf besseren Reifen vorbeizulassen, obwohl beide gegeneinander um die WM kämpfen und Antonelli eigentlich kaum eine Chance hatte, Lando Norris vorne den Sieg noch streitig zu machen. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Sie lassen Kimi vorbei und lassen ihn sein Rennen fahren. Ich war auf einer anderen Strategie, und hier läuft das nicht genauso”, beschwert sich Hamilton, der punktgleich mit Russell auf Rang zwei der WM liegt. “Das ist ein bisschen schwierig, aber wir müssen es jetzt so hinnehmen. Wir besprechen das intern, und wenn ich gleich zurückgehe, werde ich mit ihnen darüber sprechen.” Auch wenn es für ihn in dem Fall nicht um den Sieg ging, ärgert ihn das: “Um Meisterschaften zu gewinnen, muss man jeden einzelnen Punkt mitnehmen”, sagt er. “Die letzten paar Rennen waren mit Strafen und dem ganzen Zeug schon schwierig, und heute habe ich mehrere Sekunden hinter Charles verloren – was am Ende, wie ich finde, letztlich den Unterschied ausgemacht hätte.” Denn Hamilton verpasste am Ende als Vierter den Sprung auf das Podium gegen Russell denkbar knapp um weniger als eine Sekunde. Glock: Irgendetwas passt bei Ferrari immer nicht Der ehemalige Grand-Prix-Pilot Timo Glock kann den Frust von Hamilton nachvollziehen und sieht darin wieder einmal etwas, das bei Ferrari nicht gut läuft. “Die Umsetzung der perfekten Strategie hat man in meinen Augen nicht hinbekommen”, sagt der Deutsche bei Sky. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “In dem Falle muss man, wenn man ein Wort um die WM mitreden will, versuchen, einen Lewis Hamilton in diese Position zu bringen, die wenigsten Punkte auf Kimi Antonelli zu verlieren oder im besten Fall gut zu machen”, meint er. “Das hätte man in meinen Augen da tun können.”
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“Und er kommt im Ziel halt kurz hinter einem George Russell und Kimi Antonelli ins Ziel. Also das zeigt, dass es halt immer wieder an kleinen Stellschrauben hapert und man da wichtige Punkte liegen lässt.” Leclerc beteuert: Habe keine Ansage bekommen! Charles Leclerc war derweil mit seinem eigenen Rennen beschäftigt. Er sah sich zu der Zeit in einem Duell mit Russell, der wenige Runden vor dem Ferrari-Piloten zu seinem ersten Boxenstopp gekommen war und harte Reifen aufgezogen hatte. Der Brite lag knapp vor Leclerc, als er in Runde 40 zum Boxenstopp abbog.
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Leclerc sah darin seine Chance, länger draußen zu bleiben, um ein Reifendelta aufzubauen, von daher war er über den Call in Richtung Boxengasse alles andere als glücklich. “Ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden, warum wir so knapp nach Georges Boxenstopp reinkommen mussten”, sagt er bei Sky. “Denn das war im Grunde die Zusage, hinter George zu landen.” “Bei zwei oder drei Runden Unterschied gab es für mich nicht mehr viel, was ich hätte tun können, und ich hatte das Gefühl, dass in meinen Reifen noch etwas drin war”, betont er. “Natürlich waren Lewis und ich zu diesem Zeitpunkt auf unterschiedlichen Strategien, aber ich hielt es für richtig, etwas länger auf der Strecke zu bleiben.”
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Leclerc sagt, dass er kein Problem damit gehabt hätte, Hamilton vorbeizulassen und noch ein paar Runden länger draußen zu bleiben, allerdings habe er von Ferrari bezüglich seines Teamkollegen “keinerlei Nachrichten” bekommen. “Ich habe mich auf meine Pace konzentriert und versucht, das Beste aus meinem Rennen zu machen”, sagt er. “Ich hatte einen sehr guten ersten Stint. Ich musste früh stoppen, um einen Undercut gegen die Jungs davor zu versuchen, und das ist manchmal ein Stück weit Teamspiel. Dafür muss man sich selbst etwas ins Risiko begeben, besonders im ersten Stint”, so Leclerc. “Also ja, Lewis war im zweiten Stint sehr stark, aber so läuft es nun mal. Ich denke, manchmal werde ich frustriert sein, manchmal wird Lewis frustriert sein, aber so ist das eben.” Vasseur erklärt: Darum gab es keine Ansage an Leclerc Teamchef Frederic Vasseur erklärt, dass man Leclerc zu dem Zeitpunkt schlichtweg keine Ansage machen konnte, Hamilton vorbeizulassen. “Als Lewis wieder auf Charles aufschloss, hatten wir eigentlich erwartet, dass er an die Box kommt”, sagt er. Doch weil er im Verkehr wieder auf die Strecke gekommen wäre, bat man Leclerc kurzfristig, noch eine weitere Runde draußen zu bleiben.
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“Und du kannst ihn nicht um eine weitere Runde bitten und gleichzeitig auf der Geraden die Positionen tauschen lassen. Das ist nicht so einfach”, meint Vasseur. Das Problem für Hamilton: Er wurde vom Team schlicht nicht darüber in Kenntnis gesetzt, was der Plan ist. “Das Hauptproblem war einfach, dass wir Lewis nicht gesagt haben, dass wir vorhatten, mit ihm durchzufahren. Er sollte gar keinen Druck machen”, sagt der Teamchef. Video wird geladen…  

Doch das führte irgendwann auch dazu, dass Hamilton beim Team nachfragte, ob er hier das Versuchskaninchen – Original: “Guinea Pig” – sei. Vasseur: “Wir wollten ihm die Strategie zu diesem Zeitpunkt nicht verraten, um sie nicht vor den Konkurrenten offenzulegen. Wir wollten ihn bis zum Ende auf der Strecke lassen. Ich denke, das wäre auch die richtige Entscheidung gewesen.”
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Dass es nach dem Ärger am Funk zu erneuten Spannungen im Team kommt, darüber macht sich Vasseur aber keine Sorgen: “Beim Debriefing kommen alle wieder zusammen und bekommen ein klares Bild vom Rennen”, winkt er ab. “Charles war an einem Punkt ein wenig frustriert wegen der Reifenmischung. Ich glaube, heute waren alle bezüglich der Reifenmischungen etwas ratlos. Norris hat beim ersten Start auf Mediums begonnen und ist dann auf Softs gewechselt. Die Unterschiede zwischen den drei Mischungen waren heute sehr gering.”
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“Es war schwierig, sich ein klares Bild von der Strategie zu machen. Manchmal müssen wir die Strategie anpassen oder ändern, weil wir versuchen, von den anderen zu lernen. Für die Fahrer ist das natürlich etwas frustrierend.”

 
Formel1.de 

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