Von Benetton zu Gucci: Schließt Flavio Briatore in Enstone den Kreis?

Von Benetton zu Gucci: Schließt Flavio Briatore in Enstone den Kreis?

 

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Ein italienisches Modehaus wird Titelsponsor eines Formel-1-Teams. Nein, wir schreiben nicht das Jahr 1983, sondern 2026. Die Modemarke ist nicht Benetton, sondern Gucci, und das gesponserte Team ist nicht Tyrrell, sondern Alpine.  LAT In der Saison 1986 ging “Benetton Formula” erstmals an den Start

Dennoch fällt es schwer, nicht das alte Sprichwort “die Geschichte wiederholt sich” hervorzuholen. Vor 40 Jahren stieg Benetton über Sponsoring-Deals mit Tyrrell und Alfa Romeo in die Formel 1 ein, bevor das Unternehmen schließlich Toleman kaufte und in einen Weltmeisterbetrieb mit Sitz in Enstone verwandelte. Heute ist es keineswegs abwegig, sich zu fragen, ob Gucci ähnliche Ambitionen hegen könnte – zumal das Team, mit dem die Marke nun verbunden ist, noch immer genau in dieser Fabrik in der englischen Provinz operiert.
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Renault hat den Geldhahn für das Alpine-Formel-1-Team nach dem Aus für das eigene Motorenprogramm faktisch zugedreht. Es wird erwartet, dass ein Teil, wenn nicht sogar das gesamte Team, das derzeit von Otro Capital kontrolliert wird, irgendwann an einen externen Investor verkauft wird. Mercedes wurde bereits als potenzieller Käufer gehandelt, während auch Christian Horner gemeinsam mit einer Investorengruppe Optionen prüfen soll. Doch warum sollte sich Gucci auf Namensrechte beschränken? Vor vier Jahrzehnten hat Benetton vorgemacht, wie es gehen kann – mit niemand Geringerem als Flavio Briatore in einer Schlüsselrolle. United Colors of … Um die Parallelen zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Die Geschichte des italienischen Bekleidungsriesen Benetton begann nicht in der Formel 1. Das Unternehmen wurde 1965 von der Familie Benetton gegründet. Die Brüder Luciano, Carlo und Gilberto sowie ihre Schwester Giuliana eroberten Ende der 1970er-Jahre Europa mit farbenfroher Kleidung, die einen starken Kontrast zur damals vorherrschenden, eher tristen Mode bildete. Als das Unternehmen in die USA expandieren wollte, wandte sich Luciano Benetton Ende 1979 an einen jungen Unternehmer namens Flavio Briatore. Briatore war erst 28 Jahre alt, hatte jedoch bereits zahlreiche geschäftliche Unternehmungen und Rückschläge erlebt. Luciano erkannte dennoch Potenzial in dem charismatischen jungen Italiener. Beide stammten aus ländlichen Verhältnissen und teilten eine Abneigung gegen die Konventionen der konservativen italienischen Gesellschaft.
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Briatore legte los und eröffnete 1980 Benettons ersten Laden an der Madison Avenue in New York. Weniger als fünf Jahre später verfügte das Unternehmen über 400 Filialen in den Vereinigten Staaten, in der Spitze waren es schließlich fast 800. Benetton wurde für seine rebellische, provokante und disruptive Haltung bekannt – Eigenschaften, die heute manchen an Red Bull erinnern mögen. Das Unternehmen kombinierte ein feines Gespür für Modetrends mit Werbekampagnen, die unter dem berühmten Slogan “United Colors of …” auf Vielfalt und Anti-Rassismus setzten. Diese Kampagnen stellten das Establishment infrage und trafen den Nerv jüngerer Generationen. Alle Formel-1-Autos von Renault/Alpine

Um dieses Image zu stärken, stieg Benetton in die Formel 1 ein. Interessanterweise war das aber nicht Briatores Idee. Er war damals mit rechtlichen Problemen in Italien beschäftigt und konzentrierte sich vollständig auf den Ausbau des US-Geschäfts von Benetton.
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Die Initiative ging stattdessen von Nanni Galli aus, einem ehemaligen Rennfahrer, der kurzzeitig in der Formel 1 gefahren war, bevor er in das Textilunternehmen seiner Familie einstieg. Die Familie Galli belieferte Benetton mit Kleidung, und Nanni brachte Luciano Benetton die Welt des Motorsports näher. Für Benetton war die Formel 1 ein starkes Marketinginstrument für den US-Markt. Obwohl die Beziehung der USA zur Königsklasse oft wechselhaft war, erlebte die Serie Anfang der 1980er-Jahre eine Phase großen Interesses, mit einem, zwei und zeitweise sogar drei Grands Prix im Kalender. Eine ideale Plattform also, um amerikanische Konsumenten zu erreichen. Teamsponsoring Luciano Benetton besuchte den Grand Prix von Las Vegas 1982 und erhielt den Tipp, Tyrrell zu sponsern. Das Team hatte das Rennen gerade mit Michele Alboreto gewonnen, setzte den US-Fahrer Danny Sullivan ein und schien perfekt zu passen.
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Benetton stimmte zu, jedoch unter einer Bedingung: Tyrrell musste sich vom bisherigen Sponsor Denim Musk, einer Aftershave-Marke, trennen. Benetton verkaufte eigene Düfte und sah die Gefahr, dass die Verbindung mit “Denim” zu Verwechslungen mit dem eigenen Bekleidungsgeschäft führen könnte. Tyrrell akzeptierte, und 1983 gingen die ersten Benetton-gesponserten Autos an den Start. Alboreto gewann in diesem Jahr den Grand Prix von Detroit im Tyrrell 011B, doch Benettons Ambitionen gingen schnell über die Rolle als Sponsor hinaus. Bereits nach einer Saison endete die Partnerschaft.
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1984 wechselte Benetton zu Alfa Romeo, auch wegen des amerikanischen Fahrers Eddie Cheever. Das Projekt verlief allerdings enttäuschend. Platz drei von Riccardo Patrese in Monza blieb das Highlight einer insgesamt eher schwachen Saison. Der Kauf von Toleman 1985 prangte der Name Benetton zwar noch auf den Alfa-Romeo-Autos, doch die Beziehung war im Grunde beendet. Das Unternehmen entschied, dass der nächste Schritt der vollständige Besitz eines Teams sein sollte. Im Mai 1985 kaufte Benetton den gesamten Toleman-Rennstall für 2 Millionen Pfund. Toleman ist, wie zuvor bereits beschrieben, der Vorläufer des heutigen Alpine-Formel-1-Teams. Dicker Rückschlag für Russell: Kostet Kanada-Aus die WM? I Rennen F1 Montreal 2026 Video wird geladen…  

Der im Benetton-Design lackierte Toleman-Hart von Teo Fabi debütierte in Monaco und sorgte für das ungewöhnliche Bild, dass zwei Benetton-gesponserte Alfa Romeos gemeinsam mit einem Benetton-gesponserten Toleman im Feld standen.
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Zwar schied Fabi aus, doch das Rennen markierte den Beginn von Benettons eigentlicher Formel-1-Reise. 1986 wurde das Team in Benetton Formula umbenannt, mit Gerhard Berger und Fabi in BMW-angetriebenen Autos. Briatore übernimmt Zu diesem Zeitpunkt war Briatore noch weit vom Teammanagement entfernt. Er hatte wenig Interesse am Motorsport und war zudem mit rechtlichen Problemen in Italien beschäftigt.
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Erst Ende 1988, beim Großen Preis von Australien, besuchte er sein erstes Formel-1-Rennen. Dort bat Benetton ihn, die kommerzielle Seite des Teams zu übernehmen. Der Rest ist Geschichte. Briatore verwandelte Benetton in ein Formel-1-Schwergewicht. Michael Schumacher wurde verpflichtet, ein Weltklasse-Technikteam aufgebaut, und das Team gewann 1994 mit Schumacher den ersten Fahrer-WM-Titel, bevor man 1995 sogar beide Titel holte. In dieser Zeit lag Briatores größte Stärke in seinem kommerziellen Instinkt. Während rivalisierende Teams oft von Ingenieuren und Technikexperten geführt wurden, blieb Briatore der gewiefte Geschäftemacher aus der italienischen Provinz, stets auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.
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Ob er Schumacher zum Wechsel von Eddie Jordan überzeugte, Ligier übernahm, um sich Renault-Motoren zu sichern, oder Sponsoringdeals aushandelte – immer wieder fand er Wege, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Rückkehr nach Enstone Es überrascht daher nicht, dass Renault Briatore 2024 als “Executive Advisor” zurückholte. Zu diesem Zeitpunkt wusste das Unternehmen bereits, dass das eigene Motorenprojekt eingestellt werden würde und das langfristige Engagement für das Team unsicher war. Wen hätte man besser an Bord holen können als den ultimativen Problemlöser der Formel 1? Briatores jüngster Erfolg ist die Partnerschaft mit Gucci. Könnte eine weitere italienische Modemarke zum Retter des Enstone-Teams werden? Und kann Briatore erneut das erreichen, was ihm vor 35 Jahren mit Benetton gelang: den Sprung an den Gipfel der Formel 1?
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Als der Alpine-Gucci-Deal verkündet wurde, machte Briatore selbst eine aufschlussreiche Bemerkung: “Das Enstone-Team ist dafür bekannt, Dinge anders anzugehen als andere, und hat bereits gezeigt, dass Mode in der Formel 1 ganz vorne mitfahren kann.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Vielleicht wiederholt sich die Geschichte tatsächlich …

 
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