Warnung an Nico Rosberg: “Du musst da so schnell wie möglich weg!”

Warnung an Nico Rosberg: “Du musst da so schnell wie möglich weg!”

 

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Nico Rosberg feierte 2016 mit Mercedes seinen größten Erfolg in der Formel 1. Der damals 31-Jährige gewann mit den Silberpfeilen die Weltmeisterschaft – und trat wenige Tage später aus der Königsklasse zurück. Doch die Karriere des Deutschen hätte auch ganz anders verlaufen können.  Getty Images Michael Schumacher kehrte 2010 mit Mercedes in die Formel 1 zurück

Denn wäre der zeitliche Ablauf des Formel-1-Comebacks von Michael Schumacher etwas anders gewesen, hätte Rosberg womöglich nie bei den Silberpfeilen unterschrieben. “Da habe ich mal richtig Schiss bekommen. So hatte ich das nicht geplant”, lacht Rosberg im Gespräch mit dem Spiegel. Hintergrund: Rosberg hatte für die Formel-1-Saison 2010 bereits bei Mercedes unterschrieben, als die Silberpfeile im Dezember 2009 die Verpflichtung Schumachers bekanntgaben. Wäre Rosberg also auch von Williams zu Mercedes gewechselt, wenn das Comeback von “Schumi” da bereits fix gewesen wäre?
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“Ich weiß es nicht”, gesteht Rosberg und betont: “Mercedes ist Mercedes. Und so viele attraktive Alternativen gab es ja nicht. Aber vielleicht hätte ich auch dankend abgelehnt, weil mir mein Vater [Keke Rosberg] vehement davon abgeraten hätte.” “Als Michael feststand, hat er gesagt: ‘Du musst da so schnell wie möglich weg.’ Das war seine Wortwahl: Weg da, so schnell wie möglich”, verrät er. Hintergrund sei eine Erfahrung aus den 1990er-Jahren gewesen, als Keke Rosberg den Finnen JJ Lehto unter seine Fittiche genommen hatte. Rosberg im Vergleich zu Schumacher “ein Nobody” Dieser wurde 1994 bei Benetton Teamkollege von Schumacher. “Da hatte Michael schon das ganze Team nach seinen Vorstellungen um sich herum gebaut, sehr clever und zielgerichtet. JJ durfte nicht mal in das Ingenieursmeeting, der sollte gar nichts wissen und wurde komplett ausgeschlossen”, so Rosberg. “Mein Vater war extrem traumatisiert, weil sein Schützling am Ende der Saison bei Benetton rausflog und keinen Job mehr in der Formel 1 fand”, erklärt der Weltmeister von 2016. Für ihn sei es daher ein “Ultra-Schock” gewesen, als er von Schumachers Verpflichtung erfuhr. “Im Vergleich zu Michael war ich ja ein Nichts. Michael hatte 91 Grands Prix gewonnen, ich war ein Nobody und er der liebe Gott”, erklärt Rosberg. Schumacher sei “der Größte aller Zeiten” gewesen, “der Unantastbare, der, den nie jemand schlagen konnte”. Michael Schumacher: Die Mercedes-Jahre

Tatsächlich habe zu Beginn der gemeinsamen Zeit auch die gesamte Aufmerksamkeit des Teams wie befürchtet auf dem Rekordchampion gelegen. “Das ging so weit, dass wir vor dem ersten Rennen in Bahrain gemeinsam im Strategiemeeting saßen. Als Erstes hat unser Strategiechef die Rennstrategie für Michael mit Michael besprochen.”
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“Dann hat er Michael meine Strategie erklärt. Ich saß daneben. Ich fand, ich existiere gar nicht. Ich war wie heiße Luft da. So was ist für einen jungen Fahrer natürlich schwierig”, erinnert sich Rosberg, der Schumacher sportlich 2010 aber trotzdem schlagen konnte. Warum Schumacher Probleme beim Comeback hatte In der Weltmeisterschaft lag er am Ende mit 142:72 Punkten sogar ziemlich deutlich vor seinem Landsmann. Rosberg erklärt: “Nach vier Formel-1-Jahren war ich schon ziemlich erfahren und kam mit 24, 25 allmählich ins beste Alter. Michael war inzwischen 41 und drei Jahre weg gewesen.” “Er war einfach nicht mehr auf seinen 100 Prozent”, glaubt er und erklärt: “Für Michael war es natürlich ein Nachteil, dass die Testfahrten so limitiert wurden. Eine seiner Stärken, bei Testfahrten in mühevoller Detailarbeit alles zu optimieren, war ihm damit genommen.”
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“Es war auch zu sehen, dass er sich ein bisschen schwertat, sich von Grand Prix zu Grand Prix, von Situation zu Situation anzupassen. Er war nicht mehr so konstant. Doch dann gab es wieder Wochenenden, da war er so brillant wie in früheren Zeiten.” Rosberg holte im ersten gemeinsamen Jahr drei Podestplätze, während “Schumi” gar nicht auf dem Treppchen stand. Durch seine sportlichen Leistungen habe sich auch die interne Unterstützung verbessert, “weil das Team wusste, dass ich die meisten Punkte holen werde”, erklärt er. Was Rosberg von Schumacher gelernt hat “Aber das war alles relativ, weil Michael nach wie vor der Gott war”, so Rosberg, der für die drei gemeinsamen Saisons rückblickend aber trotzdem dankbar ist. Denn die Zeit an Schumachers Seite habe ihm “total” geholfen. “Ich habe versucht, ein wenig von ihm zu lernen”, so Rosberg.
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Das betraf neben sportlichen Aspekten auch Dinge abseits der Rennstrecke. “Ich habe gelernt und gesehen, wie man das auch mental angehen kann im Sport. Wenn man sich gegen einen Rivalen behaupten will”, erklärt Rosberg, der sich selbst als “eher konfliktscheu” bezeichnet. Formel-1-Quiz
Wie alt war Michael Schumacher bei seinem ersten F1-Podestplatz?
25 Jahre, 318 Tage 34 Jahre, 153 Tage 29 Jahre, 354 Tage 23 Jahre, 79 Tage Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Zudem habe er Schumachers Fähigkeiten bewundert, ein Team um sich herum aufzubauen. “Die Mühe, die er sich gemacht hat, das Team um sich herum zu bauen, zu motivieren, zu begeistern. Michael hat Partys für die Mechaniker und all die anderen Mitarbeiter organisiert”, verrät er. “Er hat Listen geführt, wer wann Geburtstag hat. Und jeden angerufen und gratuliert. Das sind so Dinge, mit denen zieht man ein Team auf seine Seite. Grandios”, so Rosberg. 2012 war schließlich das letzte gemeinsame Jahr bei Mercedes, danach wurde “Schumi” durch Lewis Hamilton ersetzt.
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In allen drei Saisons landete Rosberg in der Weltmeisterschaft vor Schumacher. “Das war essenziell für meine Karriere”, betont der spätere Weltmeister, denn: “Wenn Schumacher vor mir gewesen wäre, dann wäre Lewis Hamilton gekommen, und ich hätte gehen müssen.”

 
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