Warum Mercedes ein Umdenken bei der Budgetobergrenze fordert
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James Vowles übte zuletzt Kritik an der Budgetobergrenze in der Formel 1. Während er den Kostendeckel zwar grundsätzlich für wichtig und richtig hält, sagte der Williams-Teamchef gleichzeitig auch, dass das Werkzeug den sportlichen Vorsprung der vier Topteams zuletzt sogar noch vergrößert habe. LAT Images Sind beim Kostendeckel am Ende die Mitarbeiter die Leidtragenden?
Der stellvertretende Mercedes-Teamchef Bradley Lord erklärt in diesem Zusammenhang: “Ich glaube, die Kostenobergrenze hat der Formel 1 viele Vorteile gebracht, wenn man die finanzielle Stabilität der Teams betrachtet.” Tatsächlich sind die seit diesem Jahr elf Rennställe wirtschaftlich so gesund wie nie zuvor. “Angesichts des Booms, den der Sport dank Liberty und der Zusammenarbeit der Teams mit der FIA erlebt, wird die finanzielle Sicherheit mittlerweile fast als selbstverständlich angesehen”, betont Lord.
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Das hat auch Konsequenzen im Hinblick auf den Kostendeckel. “Die Kostenobergrenze wird nun eher als Leistungsfaktor denn als existenzieller Faktor betrachtet”, erklärt Lord. Denn zu Beginn ging es beim Kostendeckel vor allem darum, die Teams finanziell auf stabilere Beine zu stellen. Weil man dieses Ziel in den vergangenen Jahren erreicht hat, ist auch Lord der Meinung, dass man unter den neuen Gegebenheiten nun über Anpassungen an der Obergrenze nachdenken könnte, denn: “Die Kostenobergrenze bringt in bestimmten Bereichen gewisse Kompromisse und unnatürliche Einschränkungen mit sich.” Qual der Wahl: Performance oder Mitarbeiter? “Meiner Meinung nach ist das offensichtlichste dabei die Tatsache, dass jedes Team zwischen Investitionen in seine Mitarbeiter und Investitionen in sein Auto abwägen muss”, erklärt er. Denn die Gehälter der “normalen” Angestellten fallen momentan ganz normal unter den Kostendeckel. Zwar gibt es Ausnahmen und so sind beispielsweise die Gehälter der Fahrer und die der bestbezahlten Mitarbeiter eines Rennstalls vom “Budgetcap” ausgenommen. Doch abgesehen davon muss sich ein Team überlegen, ob es lieber einen zusätzlichen Mitarbeiter einstellt oder das Geld direkt in die Performance des Autos steckt. Formel-1-Teams, die unter anderem Namen weiterleben
“Das ist der schwierigste und unangenehmste der Kompromisse, die die Kostenobergrenze mit sich bringt. Möglicherweise eines der Themen, mit denen wir uns als Sportart offen und unvoreingenommen auseinandersetzen müssen”, erklärt Lord. Er hofft auf Lösungen, “die es uns ermöglichen, die Kosten und Ausgaben einzudämmen, aber gleichzeitig sicherstellen, dass die Menschen, die in diesem Sport arbeiten und ihn am Laufen halten […], nicht durch die Art und Weise, wie die Kostenobergrenze gestaltet ist, unnatürlich unter Druck gesetzt werden.” Das sei eine “wirklich wichtige Priorität”. Briatore fordert einen Kostendeckel für alles Aktuell gibt es verschiedene Ideen, wie die Budgetobergrenze in Zukunft angepasst werden könnte. James Vowles schlug im Zuge seiner Kritik beispielsweise vor, den Kostendeckel an die Punkte oder Platzierung in der Meisterschaft zu koppeln – ähnlich wie beim Handicap-System für die Aerodynamik-Entwicklung.
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Flavio Briatore von Alpine hat einen ganz anderen Vorschlag. Er betont: “Ich halte die Idee einer Kostenobergrenze für sehr gut, aber der Verwaltungsaufwand, der damit verbunden ist, ist enorm. Ich bin mir nicht sicher, ob es vielleicht sinnvoll ist, nur eine einzige Budgetobergrenze zu haben – ganz gleich, wie hoch diese auch sein mag.” “Dann hätten wir nicht mehr dieses Hin und Her: ‘Das gehört dazu, das nicht, das gehört dazu, das nicht.’ Irgendwann müssen wir meiner Meinung nach entscheiden, wie wir mit der Budgetobergrenze umgehen wollen. Für mich wäre es am besten, alles unter die Budgetobergrenze zu fassen”, so Briatore.
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Zumindest die von Lord angesprochene Problematik würde man mit dieser Lösung aber nicht in den Griff bekommen. Denn auch dann müssten die Teams weiterhin abwägen, ob sie ihr verfügbares Budget lieber in neue Teile am Auto oder in die Mitarbeiter stecken.
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