Warum Racing Bulls derzeit besser funktioniert als Red Bull

Warum Racing Bulls derzeit besser funktioniert als Red Bull

 

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Racing Bulls gehört in der Formel-1-Saison 2026 zu den positiven Überraschungen. Das Team mit Sitz in Faenza ist die einzige Mannschaft, die in den vergangenen fünf Grand Prix mit beiden Fahrern Punkte erzielen konnte. Damit hat sich Racing Bulls im Kampf um die Spitzenposition im Mittelfeld etabliert und liegt auf Augenhöhe mit Alpine.  LAT Images Racing Bulls und Red Bull im Duell um Platzierungen

Ein wesentlicher Faktor ist die Ausgewogenheit des VCARB 03. Racing Bulls hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf erarbeitet, gutmütige und berechenbare Fahrzeuge zu entwickeln, die den Fahrern ein stabiles Arbeitsgerät bieten. Karrierekiller Max Verstappen? Seine Teamkollegen in der Formel 1

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigte sich bereits 2025 beim Wechsel von Yuki Tsunoda zu Red Bull. Der Japaner hatte damals eingeräumt, den VCARB 02 nur ungern zurückgelassen zu haben, weil er großes Vertrauen in sein Auto hatte. Eigenständiger Entwicklungsansatz Obwohl Racing Bulls auf mehrere, übertragbare Komponenten von Red Bull zurückgreift, darunter beispielsweise die Aufhängung, verfolgt das Team bei der Fahrzeugentwicklung einen eigenen Ansatz.
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Sportlich bleibt Red Bull zwar klar vor Racing Bulls, zwischen beiden Teams liegen derzeit 69 Punkte in der Konstrukteurswertung, auf einer schnellen Runde besitzt der RB22 jedoch grundsätzlich das höhere Potenzial. Vor allem in langsamen Kurven kann das Auto mehr Mindestgeschwindigkeit mitnehmen. In Silverstone gewann Isack Hadjar gegenüber Liam Lawson und Arvid Lindblad allein in den Kurven Luffield und Club rund vier Zehntelsekunden. Auf den Geraden gibt es dagegen kaum Unterschiede. Die vier Red-Bull-Ford-Fahrzeuge bewegen sich bei den Topspeeds meist innerhalb eines Bereichs von etwa zwei km/h. Racing Bulls fehlt vor allem etwas Abtrieb, während das Team bei der Energienutzung und beim Einsatz des Antriebs offenbar das Maximum aus dem vorhandenen Paket herausholt. Kontinuierliche Updates bringen konstante Fortschritte Ein weiterer Pluspunkt ist die kontinuierliche Entwicklung des Autos. Seit dem neuen Unterboden in Montreal sowie kleineren Anpassungen am Diffusor und den Unterbodenkanten in Barcelona, Österreich und Silverstone konnte Racing Bulls seine Leistung Schritt für Schritt steigern. Während das Update von Red Bull in Spielberg zwar zunächst Fortschritte brachte, sich in Silverstone jedoch nicht auszahlte. Liam Lawson sieht in den gebrachten Updates einen wichtigen Grund für den Aufwärtstrend: “Das funktioniert in letzter Zeit wirklich sehr gut. Alles, was wir ans Auto gebracht haben, war positiv und hat wie erwartet funktioniert. An jedem Wochenende finden wir noch ein bisschen mehr Rundenzeit.” Über das jüngste Update sagt der Neuseeländer: “Es war nur ein kleiner Schritt, aber alles entwickelt sich in die richtige Richtung. Schon in Österreich hatten wir ein schnelles Auto. Das hilft uns jetzt, darauf weiter aufzubauen.” Starker Auftakt ins Wochenende als Erfolgsfaktor Besonders wichtig sei außerdem der gute Start in jedes Rennwochenende: “Der entscheidende Punkt ist, dass wir schon im ersten Freien Training sehr gut angefangen haben. Wir mussten kaum etwas verändern und haben nur noch Feinarbeit geleistet. Insgesamt hat das unser Rennauto deutlich schneller gemacht”, so Lawson weiter.
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Genau darin unterscheidet sich Racing Bulls derzeit von Red Bull. Während Red Bull in dieser Saison häufig mit schwierigen Freitagen zu kämpfen hatte und über Nacht mithilfe der Simulator-Fahrer nach Lösungen suchen musste, gelingt es Racing Bulls meist, das Auto bereits ab dem ersten Training in das optimale Arbeitsfenster zu bringen. Dieser Vorteil erleichtert die Abstimmungsarbeit und sorgt für mehr Konstanz über das gesamte Wochenende. Auch bei den Rennstarts präsentiert sich Racing Bulls zuletzt äußerst zuverlässig. Nach einem missglückten Start von Lawson beim Saisonauftakt in Australien arbeitete das Team gezielt an den Abläufen. Seither gewann Lawson in nahezu jedem Grand Prix bereits auf den ersten Metern Positionen. Permane: Ruhe und Abläufe entscheiden über das Wochenende Teamchef Alan Permane erklärt dazu: “Wir nutzen denselben Motor, dasselbe Getriebe und starten meistens auf denselben Reifen. Die drei wichtigsten Komponenten für den Start sind also identisch.”  Sutton Images Alan Permane strukturierte Abläufe entscheiden über den Erfolg

Entscheidend seien vielmehr die Abläufe und die Kommunikation mit den Fahrern: “Starts mit diesen Motoren sind schwierig. Die Fahrer müssen hart arbeiten und wir müssen sie ruhig halten. Manchmal fehlt auf der Einführungsrunde plötzlich Leistung. Dann denken sie sofort an das Schlimmste. Wir sagen ihnen dann: ‘Keine Sorge. Die Temperaturen sind noch nicht im richtigen Bereich, aber alles wird funktionieren.’ Bisher hat das für uns gut geklappt.”
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Die aktuelle Form von Racing Bulls zeigt, dass nicht allein die absolute Fahrzeugleistung über den Erfolg entscheidet. Konstante Weiterentwicklung, ein gut beherrschbares Auto und saubere Abläufe an der Rennstrecke sowie in der Teamkommunikation verschaffen dem Team aus Faenza derzeit einen spürbaren Vorteil im engen Mittelfeld und vor allem im Vergleich zu Red Bull.

 
Formel1.de 

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