Was Ferrari wirklich am Motor verändert hat
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Beim Grand Prix von Österreich 2026 in Spielberg hat Ferrari ein technisches Update an seinem Verbrennungsmotor 067/6 eingeführt. Nun ist bekannt, welche Änderungen Ferrari im Rahmen des Entwicklungsprogramms ADUO vorgenommen hat. Speedpictures Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton beim Grand Prix von Österreich 2026
Die wichtigste Neuerung betrifft die Brennkammern, weil Ferrari Zylinderköpfe aus einer Stahllegierung verwendet. Damit kann der Motor in Druck- und Temperaturbereichen betrieben werden, die mit Aluminium-Zylinderköpfen nicht erreichbar wären. Nun arbeiten die Brennräume während des Verbrennungsprozesses bei rund 110 Grad Celsius statt wie bisher bei 100 Grad. Die Theorie dahinter: Motoren arbeiten bei hohen Temperaturen effizienter. In Kombination mit einem neuen Shell-Kraftstoff mit höherem Heizwert kann dadurch mehr Kraftstoff effizient verbrannt werden, während gleichzeitig weniger Rückstände entstehen. Das steigert die mechanische Arbeit des Motors und führt zu einer höheren Leistung.
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Ein Nebeneffekt höherer zulässiger Betriebstemperaturen ist, dass das Kühlsystem weniger stark ausgelegt werden muss, weil der Motor höhere Temperaturen toleriert. Dadurch können kleinere Kühler eingesetzt werden, was wiederum Platz, Gewicht und Luftwiderstand spart. Der nächste Entwicklungsschritt kommt beim Turbo Damit hat Ferrari sein erstes ADUO-Entwicklungstoken verbraucht. Doch das zweite ist bereits geplant: Im weiteren Saisonverlauf – vermutlich in Zandvoort oder in Monza – will Ferrari einen veränderten Turbo einsetzen. Warum ADUO die Formel-1-Welt spaltet Video wird geladen… Die ganze Formel-1-Welt diskutiert über ADUO – das neue FIA-System zur Unterstützung zurückliegender Motorenhersteller. Doch wie funktioniert dieser?
Der Durchmesser des Verdichterrads bleibt unverändert, doch Anzahl und Anstellwinkel der Schaufeln werden angepasst. Zudem werden Weiterentwicklungen bei den verwendeten Materialien erwartet. Das ist eine Reaktion auf das erste Drittel der Formel-1-Saison 2026, in der Ferrari bei den Starts durch seinen kleineren Turbo zunächst im Vorteil war. Denn Ferrari hatte sich bewusst für den kleineren Turbo entschieden, um nach dem Wegfall der MGU-H-Einheit das sogenannte Turboloch zu verringern. Der Vorteil wurde jedoch praktisch neutralisiert: Das vom Automobil-Weltverband (FIA) eingeführte Fünf-Sekunden-Verfahren vor dem Start gibt allen Herstellern aus Sicherheitsgründen genügend Zeit, ihre Turbolader auf Drehzahl zu bringen. Damit will man vor allem vermeiden, dass Fahrzeuge in der Startaufstellung liegenbleiben. Dieses neue Verfahren neutralisierte jedoch den Ferrari-Vorteil beim Start und war ein wesentlicher Auslöser für das geplante Turbo-Update. Warum Ferrari die Entwicklung derart forciert Die aktuell hohe Entwicklungsrate bei Ferrari ist der Konkurrenz bereits aufgefallen. In Österreich äußerte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff überrascht darüber, wie intensiv Ferrari unter der Budgetobergrenze entwickle. Doch Ferrari wähnt sich auf Kurs. Antriebschef Enrico Gualtieri erklärte: “In dieser frühen Phase des neuen Reglements, in der die Leistungsniveaus noch nicht vollständig angeglichen sind, ist ein hohes Entwicklungstempo genauso wichtig wie der absolute Gewinn durch jedes einzelne Update.” Im weiteren Saisonverlauf komme es besonders auf technische Zuverlässigkeit an, sagte Gualtieri. “Außerdem ist entscheidend, die Zeit zwischen den Erkenntnissen von der Rennstrecke und ihrer Umsetzung im Werk so kurz wie möglich zu halten: schnell auf die Ereignisse eines Wochenendes zu reagieren, diese Informationen in die Entwicklungsprogramme einfließen zu lassen und Verbesserungen effizient einzuführen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Die Umsetzung dieses Prozesses sei manchen Teams “bislang besser” gelungen als Ferrari, sagte Gualtieri. “Das ist uns bewusst und das gehört zur Realität in der Formel 1. Für uns ist das zugleich Ansporn und ein sehr klares Ziel. Wir wissen, dass es nicht einfach wird, aber wir arbeiten mit großer Hingabe daran. Denn wir sind überzeugt, dass wir unsere Ziele mit Konzentration, Methodik und Beständigkeit erreichen können.”
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