Wie viel wiegt ein Formel-1-Auto? Das Mindestgewicht von 1961 bis 2026
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Ein Formel-1-Auto muss in der Saison 2026 mindestens 768 Kilogramm wiegen. In diesem Wert sind der Fahrer und die Reifen enthalten, der Kraftstoff dagegen nicht. Damit sind die Autos zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder leichter geworden. 2025 lag das Mindestgewicht noch bei 800 Kilogramm. Charles Leclerc im Ferrari SF-23 aus der Formel-1-Saison 2023
Über Jahrzehnte ging der Trend in die andere Richtung. Sicherheitsvorschriften und neue Technik haben die Rennautos immer schwerer gemacht. Allein zwischen 2010 und 2020 legten sie 126 Kilogramm zu. Seit 1961 ist das Mindestgewicht um mehr als 300 Kilogramm gestiegen. In diesem Artikel zeichnen wir die Entwicklung des Gewichts über die Jahrzehnte nach. Wir erklären, was jeweils der Auslöser war und warum auch die Fahrer auf die Waage müssen. Wie viel wiegt ein Formel-1-Auto 2026? Mit dem neuen Reglement 2026 hat die FIA das Mindestgewicht um 32 Kilogramm auf 768 Kilogramm gesenkt. Möglich machen sollen das kleinere Autos. Der Radstand schrumpft von 3.600 auf 3.400 Millimeter, die Breite von 2.000 auf 1.900 Millimeter. Die Reifen sind schmaler, das Aerodynamik-Konzept ist einfacher.
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Einfach war die Diät trotzdem nicht. Die neuen Antriebe setzen stärker auf elektrische Energie und brauchen deshalb eine größere und schwerere Batterie. Mehrere Teams forderten vor der Saison, das Limit anzuheben. Die FIA lehnte das ab. Die Autos bräuchten eine Diät, erklärte FIA-Technikchef Nikolas Tombazis. Zum Saisonstart lagen mehrere Teams über dem Limit. Williams und Red Bull räumten Übergewicht ein. Racing-Bulls-Teamchef Peter Bayer rechnete damit, dass viele Autos zehn bis 20 Kilogramm zu schwer sind. So war es auch 2022, als nur Alfa Romeo das Mindestgewicht sofort erreichte. Warum ist das Gewicht in der Formel 1 so wichtig? Jedes Kilo zu viel kostet Rundenzeit. Als Faustregel gelten rund drei Zehntelsekunden pro Runde für zehn Kilogramm Übergewicht. Ein zu schweres Auto lässt sich nicht einfach mit einem Handgriff erleichtern. Oft sind neue Bauteile oder sogar ein neues Chassis nötig. Deshalb ist das Gewicht 2026 wieder ein großes Thema. Ist ein Auto dagegen leichter als erlaubt, gleichen die Teams das mit Ballast aus. Den platzieren sie möglichst tief im Auto. So verbessern sie die Gewichtsverteilung und damit das Fahrverhalten. Die 1960er- und 1970er-Jahre: Das erste Mindestgewicht Die Geschichte beginnt im Jahr 1961. Ein Überrollbügel wurde damals zur Pflicht, ebenso Motoren mit einem Hubraum von 1,3 bis 1,5 Liter. Erstmals gaben die Veranstalter zudem ein Mindestgewicht von 450 Kilogramm vor.
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1966 erfolgte die erste Anhebung des Mindestgewichts auf 500 Kilo. Grund hierfür waren eine Änderung des Motorenreglements und die Einführung von 3,0-Liter-Saugmotoren. Der Hubraum für mit Kompressor aufgeladene Motoren blieb dagegen gleich. 1970 folgte eine Anhebung auf 530, 1972 auf 550 und 1973 auf 575 Kilogramm. Die 1980er-Jahre: Das Autogewicht sinkt wieder 1981 wurde das Gewicht um weitere 10 Kilo auf 585 Kilogramm erhöht. 1981 war auch das Jahr, in dem der sogenannte “Ground-Effect” verboten wurde. Die Formel-1-Autos mussten nun einen Mindestabstand der seitlichen Schürzen von 60 Millimetern aufweisen. Der Beginn der 1980er-Jahre war geprägt durch den Streit der Sportbehörde FISA unter Jean-Marie Balestre und der Konstrukteursvereinigung FOCA unter der Leitung von Bernie Ecclestone.
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Danach folgte eine Zeit, in der das Mindestgewicht wieder sank. Bis zum Beginn des Jahrzehnts wurde das Monocoque noch aus Aluminium gefertigt. Danach setzten viele Formel-1-Teams zunehmend auf den Leichtbau mit Kohlenstofffasern und mit Aramidfasern verstärktem Kunststoff. Der McLaren MP4/1 aus der Saison 1981 mit Kohlefaser-Chassis
1982 sank das Mindestgewicht auf 580 Kilogramm, 1983 auf 540 Kilogramm. 1987 lag es sogar nur noch bei 500 Kilogramm. Niedriger war das Limit seitdem nie wieder. 1987 war auch das Jahr, in dem die 3,5-Liter-Saugmotoren in der Formel 1 eingeführt wurden. Der Ladedruck der Turbomotoren wurde auf 4 bar beschränkt. Außerdem durften Fahrzeuge mit Turbomotoren nur noch 195 Liter Kraftstoff an Bord haben. Die 1990er-Jahre: Die Sicherheit verlangt schwerere Autos Danach stieg das Gewicht der Autos nur noch an. 1991 kamen moderate fünf Kilogramm hinzu, das Limit lag nun bei 505 Kilo. 1994 wurden viele technische Innovationen wie ABS, Starthilfe, Traktionskontrolle und aktive Radaufhängungen verboten.
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Nach den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino in Imola standen die Sicherheit und die Verlangsamung der Formel-1-Autos im Fokus. Neben aerodynamischen Änderungen wurde auch das Mindestgewicht angehoben. Noch im selben Jahr mussten die Fahrzeuge 520 Kilo auf die Waage bringen. Für 1995 ordnete die FIA strengere Crashtests an. Die verstärkten Monocoques bekamen neue, erhöhte Seitenwände. Außerdem wurden ab diesem Jahr Fahrer und Auto zusammen gewogen. Das Mindestgewicht wurde deshalb auf 595 Kilogramm festgelegt. Nur ein Jahr später kamen weitere 5 Kilo hinzu, und die Autos mussten dann 600 Kilogramm wiegen. Dieser Wert galt bis zur Formel-1-Saison 2007. Dann wurde das Mindestgewicht um weitere fünf Kilogramm auf 605 Kilogramm erhöht. Die 2010er-Jahre: Neue Technologien, noch mehr Gewicht Mit der Einführung von KERS im Jahr 2010 und dem Verbot des Nachtankens stieg das Gewicht auf 620 Kilogramm an. Weitere 20 Kilo kamen 2011 mit der Einführung von DRS hinzu.
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2013 bekamen die Pirelli-Reifen eine andere Struktur. Dadurch waren sie pro Rad an der Vorderachse 200 Gramm und an der Hinterachse 700 Gramm schwerer. Das Mindestgewicht wurde deshalb im Reglement um zwei Kilogramm auf 642 Kilogramm angehoben. Mit dem Beginn der Hybridära und der Einführung der V6-Turbomotoren sollte das Gewicht 2014 auf 690 Kilogramm steigen. Weil auch die Pirelli-Reifen schwerer wurden, legte das Reglement 691 Kilogramm fest. 2015 kamen weitere elf Kilogramm hinzu. Mit 702 Kilogramm wogen die Rennautos damit zum ersten Mal über 700 Kilo. Giorgio Piola Seit 2014 sind Formel-1-Antriebe komplexer als jemals zuvor in der Historie (Archiv)
2017 folgte eine neue Designgeneration. Die Fahrzeuge und Reifen wurden breiter. Die ersten Planungen sahen ein Mindestgewicht von 722 Kilogramm vor. Da aber auch die Pirelli-Reifen schwerer wurden, legte die FIA 728 Kilogramm fest. Außerdem wurde die erlaubte Benzinmenge pro Rennen auf 105 Kilogramm erhöht.
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Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi im Jahr 2014 führte der Automobil-Weltverband zur Saison 2018 den Cockpitschutz Halo ein. Bianchi war 2015 an seinen Verletzungen gestorben. Wegen des Halo wurde das Mindestgewicht erneut angepasst, auf 734 Kilogramm. Halo am Formel-1-Auto von Carlos Sainz: Der Cockpitschutz dient der Sicherheit
2019 stieg das Mindestgewicht auf 743 Kilogramm. Die erlaubte Benzinmenge wurde auf 110 Kilogramm erhöht. Außerdem änderte die FIA eine wichtige Regel für die Fahrer. Warum werden Formel-1-Fahrer gewogen? Seit 1995 zählt das Gewicht des Fahrers zum Mindestgewicht des Autos. Das hatte eine Nebenwirkung. Leichte Fahrer waren im Vorteil, weil ihr Team mehr Ballast frei im Auto verteilen konnte. Große und schwere Fahrer mussten deshalb extrem auf ihr Gewicht achten. Viele von ihnen kritisierten das.
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Zur Saison 2019 legte die FIA deshalb ein Mindestgewicht von 80 Kilogramm für Fahrer, Sitz und Ausrüstung fest. Wer leichter ist, bekommt Ballast im Bereich des Cockpits. So hat ein leichter Fahrer keinen Vorteil mehr. Deshalb sieht man die Piloten nach der Zielankunft auf der Waage. Die FIA prüft so, ob Auto und Fahrer das Limit einhalten. Die 2020er-Jahre: Formel-1-Autos mit 800 Kilogramm Im Jahr 2020 erhöhte sich das Gewicht um weitere drei Kilogramm auf 746. Hier gab es nur leichte Anpassungen, die vor allem mit einem neuen Benzinflussmesser zusammenhingen. 2021 kamen weitere 6 Kilogramm hinzu, und das Mindestgewicht betrug nun 752 Kilo. Grund hierfür war vor allem, dass die Antriebseinheit nun mindestens 150 statt 145 Kilogramm wiegen musste.
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2022 trat das grundlegend überarbeitete Technische Reglement der Formel 1 in Kraft. Das ursprünglich für 2021 geplante Regelwerk brachte ein völlig neues Fahrzeugkonzept. Dazu kamen große 18-Zoll-Felgen statt der bisherigen 13-Zoll-Felgen. Im Zuge der Änderungen stieg das Mindestgewicht auf 798 Kilogramm. Dabei blieb es auch 2023 und 2024. Im Juli 2024 schlug die Formel-1-Kommission vor, das Mindestgewicht der Fahrer von 80 auf 82 Kilogramm zu erhöhen. Damit stieg auch das Mindestgewicht von Auto und Fahrer. Seit 2025 wiegen die Formel-1-Autos 800 Kilogramm. Das ist der höchste Wert in der Geschichte der Formel 1.
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Mit der Regelnovelle 2026 kam dann die Trendwende. Die Autos und ihre Räder wurden kleiner, die Reifen um rund acht Prozent schmaler. Am 6. Juni 2024 veröffentlichte die FIA die ersten konkreten Daten. Das Mindestgewicht sank auf 768 Kilogramm. Davon entfallen 722 Kilogramm auf Auto und Fahrer und 46 Kilogramm auf die Reifen. Zeitweise war sogar von 40 bis 50 Kilogramm Reduktion die Rede. Und die Diskussion geht weiter. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem wünscht sich für künftige Reglements deutlich leichtere Autos. Er würde gerne ein komplettes Auto sehen, das weniger als 650 Kilogramm wiegt. “Mein Ziel sind 630”, sagte er. Das wären fast 140 Kilogramm weniger als heute. Häufige Fragen zum Gewicht in der Formel 1 Wie viel wiegt ein Formel-1-Auto?
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2026 beträgt das Mindestgewicht 768 Kilogramm. Darin sind der Fahrer und die Reifen enthalten, der Kraftstoff nicht. Wie schwer ist ein Formel-1-Auto ohne Fahrer? Seit 2025 rechnet das Reglement für den Fahrer mit mindestens 82 Kilogramm. Ist ein Fahrer leichter, wird die Differenz mit Ballast im Cockpitbereich ausgeglichen. Ohne Fahrer wiegt ein Formel-1-Auto 2026 also mindestens rund 686 Kilogramm, ohne Kraftstoff. Was war das schwerste Formel-1-Auto? Die schwersten Autos fuhren 2025 mit einem Mindestgewicht von 800 Kilogramm. Von 2022 bis 2024 lag das Limit bei 798 Kilogramm. Was war das leichteste Formel-1-Auto? Das erste Mindestgewicht lag 1961 bei 450 Kilogramm. Seit 1987 lag das Limit nie mehr unter 500 Kilogramm. Wie viel wiegt ein Formel-1-Reifen? Meistgelesen in unserem Netzwerk Auto
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Die Antworten dazu gibt es in unserem Artikel Zahlen und Fakten zu den Formel-1-Reifen.
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