Williams geheimnisvoll: Nur 19 Mitarbeiter kennen diesen Trick!
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Welches große Geheimnis plant Williams für sein Formel-1-Auto? Teamchef James Vowles gibt sich kryptisch und meint nur, dass Teile für das Auto jetzt auf völlig neue Art und Weise gebaut werden und dass die Konkurrenz darauf schauen werde. “Wenn sie herausfinden können, was wir gemacht haben”, so der Nachsatz. circuitpics.de Williams-Teamchef James Vowles muss alternative Wege gehen
Hinter den verschlossenen Türen der Williams-Fabrik vollzieht sich eine methodische Revolution bei der Fertigung zentraler Fahrzeugkomponenten. “Die Hauptsache ist folgende: Es geht ganz speziell darum, was wir mit dem Chassis und anderen Elementen gemacht haben, die große, gewaltige Karbon-Konstrukte sind”, sagt Vowles. “Es geht also nicht um einen kleinen Flügel, sondern um eine grundlegend neue Arbeitsweise. Es gab 15 Jahre lang eine traditionelle Methode, das zu tun. Und was wir jetzt gemacht haben, unterscheidet sich komplett von dem, was wir in den letzten 15 Jahren getan haben – wirklich komplett.”
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Mehr möchte der Brite zu dem Thema nicht verraten. Mehr noch: Selbst bei Williams intern wird ein großes Geheimnis daraus gemacht. “Selbst bei uns im Gebäude sind im Designbereich nur sieben Personen darüber informiert. Und in der Fertigung wussten nur zwölf Personen Bescheid, was wir da tun”, sagt er. Der Grund: “Man muss so etwas jetzt so lange wie möglich schützen.” “Aber es ist alles gut: Das Bauteil ist produziert, hat eine sehr hohe Qualität und hat alle erforderlichen Tests bestanden. Es ist einsatzbereit”, betont Vowles. “Ich bin also sehr zufrieden damit. Und es ist viel leichter und zugleich stabiler.” Warum Williams andere Wege gehen muss Dass diese radikale Neuausrichtung wertvolle Entwicklungszeit gekostet hat und der Bau des Autos länger dauerte, nimmt er bewusst in Kauf: “Weil es mir für unsere Zukunft nicht nur darum geht, ein Produkt zu bauen, das schlicht leichter ist. Das könnten wir problemlos tun. Wir könnten die Teile einfach leichter machen und unsere Fehler korrigieren. Aber das wäre keine gute Art, Geld auszugeben”, stellt Vowles klar. Die Williams-Story
“Eine kluge Geldanlage ist es, wenn mir Ideen kommen, wie Dinge stabiler und leichter werden, die zwar länger dauern, aber auf einem völlig anderen Weg basieren. Das bedeutet, dass wir anfangen, komplett neue Techniken und Methoden zu erlernen – und darin investieren wir gleichzeitig.” “Ein Teil einfach nur leichter zu machen, ist nicht das Entscheidende. Sicher bringt das Rundenzeit, aber dann stünden wir in zwölf oder 24 Monaten wieder genau an derselben Stelle”, so der Teamchef. “Und da gibt es einen großen Unterschied: Das eine ist für mich echte Innovation. Das andere ist bloß eine geringfügige Verbesserung dessen, was wir ohnehin schon tun.” Nachteile bei der Infrastruktur Diese erfinderische Härte ist für Williams aber auch eine schiere Überlebensnotwendigkeit, da das Team extrem unter den strukturellen Nachteilen der Vergangenheit leidet. Auf die Frage, wie schwer es sei, bei der Infrastruktur aufzuschließen, gewährt Vowles tiefen Einblick in die finanzielle Schieflage.
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“Der größte Unterschied ist folgender: Wenn ich uns mit Mercedes, Red Bull oder Ferrari vergleiche, investieren diese Teams nicht mehr in grundlegende CAD-Software, PLM oder ERP-Systeme. Ich weiß, das sind alles Akronyme, aber im Grunde geht es um die Software, mit der man überhaupt erst ein Auto baut. Wir investieren dafür sechs bis acht Millionen pro Jahr – Punkt. Und das macht bereits einen riesigen Unterschied.” Die aktuellen Teamchefs der Formel 1
Daraus ergeben sich für das Team zwei Probleme: Erstens müssen die Mitarbeiter eine Arbeitsweise an den Tag legen, die laut Vowles rund 30 Prozent weniger effizient ist. Und zweitens fehlt das Geld, das in diese Entwicklung gesteckt wird, in der Budgetgrenze für die Verbesserung des Autos. “So etwas lässt sich nicht in einem einzigen Jahr aufholen. Wir haben einen Plan, wie wir das schaffen, aber es wird Zeit brauchen”, meint Vowles.
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Dass reine Gebäudeinvestitionen außerhalb des Caps liegen, hilft beim Software-Problem nicht weiter, betont Vowles schmunzelnd: “Rein das Gebäude betreffend: ja. Aber alles, was ich gerade beschrieben habe: nein. Nichts davon fällt aus der Budgetgrenze heraus.” Budgetgrenze hilft den großen Teams Denn das finanzielle Regelwerk fesselt Verfolgerteams mehr, als es ihnen hilf, meint er. “Die Budgetobergrenze ist ein extrem gutes Element, wirklich. Sie hat die Formel 1 in ein funktionierendes Business verwandelt. Der Nachteil ist jedoch, dass sie bestehende Nachteile einfriert und es extrem lange dauert, sich aus diesem Loch wieder herauszuarbeiten, während die anderen munter weiter investieren.” “Die Budgetobergrenze wurde letztlich für die größten Teams geschaffen”, betont Vowles. Formel-1-Quiz
Wie viele Führungsrunden fuhr das Williams-Team in der F1?
8514 7094 7226 7584 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Er teilt die Ansicht, dass etablierte Großteams ihren Vorsprung konservieren konnten, zeichnet aber ein differenziertes Bild des Regelwerks: “Die Budgetobergrenze hat viele Facetten. Es gab damals mehrere Ziele. Erstens wollten wir einen Sport schaffen, in den Investoren einsteigen wollen, weil es wirtschaftlich Sinn ergibt.”
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“Da können wir einen Haken dranmachen. Es ist definitiv besser geworden, weil es jetzt ein echtes Geschäft ist. Vor COVID war es kein Geschäft. Aber es gab noch andere Ziele.” “Ziel Nummer zwei war das Zusammenrücken des Feldes. Das ist nicht passiert. Ganz im Gegenteil”, so Vowles mit Blick auf das aktuelle Kräfteverhältnis. “Wer einen Vorteil eingefahren hatte, behält diesen Vorteil konserviert.” Änderungen ja, Abschaffung nein Diesen Umstand würde der Teamchef gerne ändern, da es sonst “extrem lange dauern” würde, bis es eine Angleichung des Feldes gibt – falls es sie überhaupt gibt. “Aber die Formel 1 zeigt sich da einsichtig, und auch die FIA ist empfänglich dafür”, meint Vowles. “Schauen wir also, welche Fortschritte wir in den nächsten Jahren machen können. Ich habe jetzt keine fertige Lösung parat.”
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Eine vollständige Abschaffung des Reglements lehnt der Williams-Teamchef dennoch ab: “Es stimmt nicht, dass die Budgetgrenze nur für die Topteams gut ist. Wenn wir sie komplett abschaffen würden, würden die Ausgaben von Teams wie Mercedes explosionsartig steigen. Sie wollen immer gewinnen. Die Zahlen würden sich verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen.” “Der Sport wäre in drei Jahren nicht mehr gesund, weil er kollabieren würde. Und da einige Automobilhersteller in der zivilen Welt zu kämpfen haben, könnte sie das an einen Punkt bringen, an dem sie es sich schlicht nicht mehr leisten können”, sagt er.
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“So haben wir ein nachhaltiges Business für die nächsten 20, 30 Jahre. Das ist gut. Jetzt müssen wir nur noch einen Mechanismus finden, der wieder eine echte Leistungsgesellschaft ermöglicht, in der alle mit denselben Werkzeugen arbeiten können.”
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