Wind oder Technik? Mercedes sucht Ursache für Russells Q1-Abflug

Wind oder Technik? Mercedes sucht Ursache für Russells Q1-Abflug

 

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Für George Russell begann das Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien mit einem Schockmoment. Der Mercedes-Pilot rutschte in Q1 in Luffield geradeaus ins Kiesbett, beschädigte sich dabei den Frontflügel vorne links und musste an die Box zurückkehren.  Sutton Images George Russell erlebte beim Silverstone-Qualifying eine erneut rätselhafte Session

Trotz Frontflügelwechsel und eines späteren Sitzwechsels schaffte es Russell am Ende immerhin noch auf den vierten Startplatz. Während Teamkollege Andrea Kimi Antonelli die Poleposition eroberte, blieben bei Russell vor allem viele Fragezeichen zurück. Der Zwischenfall ereignete sich in einer Kurve, in der Russell nach eigener Aussage noch nie zuvor Probleme gehabt hatte. “Ich fahre hier seit zwölf Jahren Rennen und habe mich in dieser Kurve noch nie verbremst”, so der Brite nach dem Qualifying. “Wir haben Änderungen am Set-up vorgenommen, die vielleicht extremer waren als gedacht. Ich weiß nicht, was passiert ist. Es war einfach seltsam.”
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Auch direkt über Funk zeigte sich Russell unmittelbar nach dem Ausritt völlig ratlos. “Das war sehr seltsam. An dieser Stelle habe ich mich in meiner gesamten Karriere noch nie verbremst.” Ralf Schumacher vermutet technisches Problem Sky-Experte Ralf Schumacher hatte schon während der Live-Übertragung Zweifel daran, dass der Fehler allein beim Fahrer lag. “Das ist nicht sein Fehler”, sagte der frühere Formel-1-Pilot. “Das Auto fährt weiter. Es schiebt. Der Motor pusht.” Video wird geladen…  

Brisant wurde die Situation wenig später in Q2, als auch Antonelli im ersten Versuch vor Kurve 3 einen auffälligen Moment erlebte. “Das Pedal hat nicht reagiert”, funkte der Italiener. Für Schumacher erinnerte die Szene sofort an Russells Ausritt. “Das ist doch das Gleiche wie bei Russell. Hundertprozentig. Optisch zumindest.” Einen eindeutigen technischen Zusammenhang bestätigte Mercedes allerdings nicht. Toto Wolff sieht den Wind als Hauptursache Teamchef Toto Wolff führte beide Zwischenfälle stattdessen vor allem auf die schwierigen Bedingungen in Silverstone zurück. “Das ist der Wind. Der schiebt so brutal an”, erklärt der Österreicher bei Sky. Bei Russell vermutete Wolff zusätzlich eine bewusste Entscheidung des Fahrers. “Ich muss noch mit George sprechen. Aber ich denke, dass er vielleicht bewusst nicht voll gebremst hat, um nicht im Kiesbett stecken zu bleiben und wieder herausfahren zu können.” Auch Antonellis Ausritt passe ins gleiche Bild. “Wir glauben, es war der Wind. Auch bei Kimi gab es in Kurve 3 solche Windböen. Das war einfach sehr schwer zu kontrollieren.”
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Mit dieser Einschätzung steht Wolff nicht alleine. Auch Nico Hülkenberg berichtete nach dem Qualifying von deutlich schwierigeren Bedingungen. “Der Wind hat wieder etwas zugenommen”, so der Audi-Pilot. “Es gab mehr Böen als zuvor, und das macht das Leben natürlich deutlich schwerer.” Das eigentliche Problem lag auf den Geraden Für Russell war der Ausritt allerdings nur ein Teil seiner Probleme. Viel schwerer wog aus seiner Sicht ein unerklärlicher Geschwindigkeitsnachteil auf den Geraden, der sich bereits seit Beginn des Wochenendes durchzog. “Das ganze Wochenende verlieren wir unglaublich viel Zeit auf den Geraden”, erklärt er. Die Zahlen seien eindeutig. “Schon gestern im Qualifying habe ich dort fast drei Zehntelsekunden verloren. Heute waren es an den Messpunkten wieder drei km/h Rückstand im Mittelsektor und sogar sechs km/h im letzten Sektor – sowohl gegenüber meinem Teamkollegen als auch gegenüber den McLaren.”
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Mercedes suche intensiv nach der Ursache. “Das Team arbeitet unglaublich hart daran, herauszufinden, warum das so ist. Heute Morgen dachten wir, wir hätten das Problem gefunden und vermutet, dass die Bremsen blockieren. Aber inzwischen glauben wir nicht mehr, dass das die Ursache ist.” Neben der Spur: Antonelli-Fehler lassen Russell feiern I Rennen F1 Spielberg 2026 Video wird geladen…  

Russell beschreibt das Verhalten des Autos eher als ungewöhnlich hohen Luftwiderstand. “Es sieht einfach so aus, als würde ich ein Auto mit deutlich mehr Luftwiderstand fahren. Wenn man sich die Geschwindigkeitskurven von gestern und heute anschaut, sieht alles identisch aus.” “Mit diesem Defizit kann ich nicht gewinnen” Dass Antonelli gleichzeitig die Poleposition holte, macht die Analyse für Mercedes noch komplizierter. Während der Italiener das Maximum aus dem W17 herausholte, kämpfte Russell mit einem Problem, das offenbar ausschließlich seine Fahrzeugseite betraf. “Wenn ich dieses Topspeed-Defizit behalte, dann kann ich dieses Rennen nicht gewinnen”, stellt Russell klar.
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Fünf oder sechs km/h Rückstand seien in der modernen Formel 1 schlicht zu viel. “Wenn du auf den Geraden fünf km/h langsamer bist, kannst du einfach nicht kämpfen.” Dennoch sieht Toto Wolff das Ergebnis seines Fahrers noch positiv. “Kimi war heute wieder in einer eigenen Liga”, lobt der Mercedes-Teamchef. “Dass er das auf einer Runde so umsetzt, ist wirklich beeindruckend.” Bei Russell sei das Wochenende dagegen schwieriger verlaufen. “Für George war es wieder etwas durchwachsen. Deshalb ist Platz vier am Ende Schadensbegrenzung.”
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Abgeschrieben wird Russell intern dennoch nicht. “Von Platz vier kann man gewinnen. Von Platz vier kann man aufs Podium fahren. Deshalb ist das Ergebnis für mich gar nicht so schlecht.”

 
Formel1.de 

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