Wolff räumt Fehler ein: Kostete das Mercedes-Duell den Sieg in Barcelona?

Wolff räumt Fehler ein: Kostete das Mercedes-Duell den Sieg in Barcelona?

 

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Der Große Preis von Barcelona-Catalunya 2026 sorgte bei Mercedes für reichlich Stoff für Diskussionen. George Russell fuhr als Dritter aufs Podium, Andrea Kimi Antonelli zeigte über weite Strecken eine starke Leistung und verfügte nach Ansicht vieler Beobachter sogar über das höhere Tempo.  LAT Images Hat sich Mercedes selbst um den Sieg in Barcelona gebracht?

Dennoch verließ das Team den Circuit de Barcelona-Catalunya mit der Frage, ob man sich durch den teaminternen Zweikampf selbst um eine noch bessere Ausgangsposition gebracht hat. Während Lewis Hamilton im Ferrari seinen ersten Grand-Prix-Sieg seit dem Wechsel zur Scuderia einfuhr, kämpften Russell und Antonelli mehrfach gegeneinander. Das Duell war hart, aber fair – kostete Mercedes nach eigener Einschätzung jedoch wertvolle Zeit. Teamchef Toto Wolff glaubt, dass der Umgang mit solchen Situationen künftig neu bewertet werden könnte. Wolff: “Wir haben fünf oder sechs Sekunden verloren” Vor allem in der mittleren Rennphase ließen sich Russell und Antonelli gegenseitig kaum Luft. Der Italiener war dabei mehrfach sichtbar schneller und setzte seinen Teamkollegen unter Druck, ehe ihm schließlich ein spektakuläres Überholmanöver gelang.
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Im Nachhinein wurde Wolff gefragt, ob Mercedes möglicherweise zu lange gewartet habe, um einzugreifen oder Antonelli vorbeizulassen. Der Österreicher stellt zunächst klar, dass es überhaupt keine Teamorder gegeben habe. “Wir haben sie nicht getauscht”, betont Wolff. “Wir haben sie fahren lassen.” Gleichzeitig räumt der Mercedes-Teamchef bei Sky jedoch ein, dass die interne Auseinandersetzung ihren Preis hatte. “Ich glaube, dass wir wahrscheinlich fünf oder sechs Sekunden verloren haben mit den beiden, wie sie gefightet haben.” Hat man Lewis Hamilton den Sieg geschenkt? “Wenn sie gegeneinander fighten, ist das gut”, erklärt Wolff. “Da kann man sehr sportlich sein.” Doch genau hier beginnt die Abwägung. “Wenn man gegen einen anderen kämpft, dann muss man vielleicht manchmal den Schnelleren ziehen lassen.” Damit deutet Wolff an, dass Mercedes künftig flexibler mit teaminternen Positionskämpfen umgehen könnte. Die Philosophie des Teams war in den vergangenen Jahren stets klar: Solange beide Fahrer fair miteinander umgehen, dürfen sie frei fahren. Barcelona könnte nun jedoch ein Anlass sein, diese Haltung zumindest in bestimmten Situationen anzupassen. Video wird geladen…  

Besonders schmerzhaft aus Mercedes-Sicht ist dabei die Erkenntnis, dass Hamilton möglicherweise direkt von der Situation profitierte. Bereits im ersten Stint hatte Antonelli Druck auf den Ferrari-Piloten ausgeübt. Russell beobachtete die Szene aufmerksam aus dem Cockpit.
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“Zu einem Zeitpunkt habe ich erwartet, dass Kimi Lewis überholt”, verrät der Brite. Doch dazu kam es nicht. “Ich habe auf die TV-Bildschirme geschaut und Lewis schien alles unter Kontrolle zu haben.” Später sorgte eine virtuelle Safety-Car-Phase zusätzlich dafür, dass Hamilton seine Position festigen konnte. Russell glaubt daher nicht, dass der teaminterne Zweikampf allein über den Ausgang des Rennens entschied. “Das hat uns etwas Zeit gekostet”, erklärt er. “Aber Lewis wäre mit dem VSC wahrscheinlich ohnehin vor uns geblieben.” Russell sieht Hamiltons Sieg als verdient an Der Mercedes-Pilot relativiert deshalb den Einfluss des internen Duells. “Er kam mit etwa zwei Sekunden Vorsprung wieder vor uns heraus. Wahrscheinlich haben wir ungefähr eine Sekunde verloren.” Vor allem eines habe ihn beeindruckt. “Er hatte heute einfach eine wirklich starke Pace. Das war beeindruckend zu sehen.”
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Damit widerspricht Russell indirekt der These, Mercedes habe den Sieg allein durch taktische Fehler oder das interne Duell verschenkt. Vielmehr erkennt er an, dass Hamilton und Ferrari in Barcelona schlicht ein außergewöhnlich starkes Paket zur Verfügung hatten. Auch Ralf Schumacher zeigt sich im Gespräch mit Wolff beeindruckt von der Performance des Ferrari. “Die Ferrari-Pace, die Lewis heute mit dem Update gehen konnte, das war ja eine andere Welt”, stellt der Sky-Experte fest. Wolff glaubt: Antonelli hätte Hamilton schlagen können Dennoch bleibt bei Mercedes das Gefühl zurück, dass zumindest Antonelli die Mittel für einen Sieg gehabt haben könnte. “Ich glaube schon, dass Kimi hätte gewinnen können”, sagt Wolff. Allerdings sei der Italiener nie in die entscheidende Position gekommen. Video wird geladen…  

“Er kam nie in die Gelegenheit.” Stattdessen endete sein Rennen wenige Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt. “Am Ende war es ein Ausfall”, sagt Wolff. “Ein Ausfall ist ein Ausfall.” Selbst zusätzliche Geschwindigkeit hätte daran nichts geändert. “Da hätte es auch nichts geholfen, wenn man ein bisschen schneller hätte fahren können.” Antonelli: “Wir hatten eine wirklich starke Pace” Der Italiener selbst teilt diese Einschätzung zumindest teilweise. “Wir hatten eine wirklich starke Pace”, erklärt Antonelli nach dem Rennen. Besonders frustrierend sei gewesen, dass sich auf einer Strecke wie Barcelona nur schwer Chancen zum Überholen ergeben hätten.
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“Heute war es sehr schwierig, einem anderen Auto zu folgen.” Die hohen Temperaturen hätten die Situation zusätzlich verschärft. “Die Reifen haben sehr stark überhitzt und das Auto hat sofort angefangen zu rutschen, wenn man dicht hinter einem anderen Auto gefahren ist.”
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Trotzdem sieht Antonelli eine verpasste Gelegenheit. “Im zweiten Stint hatte ich ebenfalls eine Möglichkeit”, sagt er. “Wenn ich diese Chance bekomme, dann hätte es ein anderes Rennen werden können.” Spektakuläres Manöver als Höhepunkt des Rennens Immerhin konnte Antonelli im weiteren Verlauf seine Geschwindigkeit unter Beweis stellen. “Als ich die Gelegenheit bekommen habe, habe ich sie genutzt”, sagt er über sein Überholmanöver gegen Russell. Umso bitterer war der spätere Ausfall. “Natürlich schmerzt es, wenn das Problem nur drei oder vier Runden vor Schluss auftritt”, sagt Antonelli. Groß nachtragen möchte er dem Vorfall allerdings nichts. “Es ist, wie es ist. Das gehört zum Rennsport. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Rennen.”
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Die größere Konsequenz könnte ohnehin auf strategischer Ebene folgen. Wolff bestätigte nach dem Rennen, dass die Situation bereits intern diskutiert werde. “Es ist eine Situation, die wir uns für die Zukunft anschauen müssen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Barcelona
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Dabei gehe es nicht darum, Antonelli oder Russell einzuschränken. Vielmehr müsse definiert werden, wie man mit deutlichen Geschwindigkeitsunterschieden umgeht, wenn ein Sieg auf dem Spiel steht. “Wenn wir um einen Sieg kämpfen und riskieren, diesen Sieg zu verlieren, dann wird das eine interessante Diskussion.”

 
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