Zandvoort: Darum war Lando Norris plötzlich schneller als Kimi Antonelli
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Auch wenn die Formel 1 eine Unmenge von Daten abwirft und Teams am liebsten alles komplett im Griff haben würden, gibt es immer wieder Momente und Gegebenheiten, in denen Fahrer und auch Ingenieure komplett überrascht werden. Nicht immer ist für sie erklärbar, warum ein Rennen läuft, wie es läuft. LAT Images Lando Norris konnte Kimi Antonelli in Zandvoort besiegen
Ein solcher Fall war das Wochenende in Zandvoort. Im eintönigen Sprint am Samstag war Lando Norris der einzige Fahrer in den Top 15, der nach der ersten Runde noch eine Position gegen einen Konkurrenten verlor. Und etwas überraschend kam das erst gegen Ende des Sprints gegen Charles Leclerc, der neben Oliver Bearman als einziger Fahrer mit Soft-Reifen unterwegs war. Normalerweise sollte man annehmen, dass der Sprint ein Vorgriff auf den Grand Prix ist, doch am Sonntag war es der amtierende Weltmeister, der im Kampf mit WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli den langen Atem bewies und diesen in Runde 53 überholen konnte.
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Zu dem Zeitpunkt waren beide Fahrer auf harten Reifen unterwegs – und während der bei seinem Teamkollegen Oscar Piastri zuvor nicht funktioniert hatte, schien Norris mit diesen eine starke Pace an den Tag zu legen. Anders sah es bei Antonelli, der sich über “Aero Degradation” beschwerte. Sein Auto schien langsamer zu werden. Mercedes verwundert über Pace-Abfall “Es war eine schwierige zweite Hälfte für mich. Besonders im letzten Stint auf den harten Reifen habe ich mich wirklich schwergetan”, hadert der Italiener und meint, dass er zu der Zeit wenig Vertrauen ins Auto hatte, was ihn ziemlich wunderte. “Es war wirklich merkwürdig, weil ich mich auf dem Medium gut gefühlt habe”, sagt er. “Auf dem ersten harten Satz fühlte es sich ordentlich an, aber beim zweiten war es einfach extrem komisch – wirklich merkwürdig zu fahren und sehr viel Rutscherei. Das ist mit Sicherheit etwas, das wir uns anschauen müssen, denn der Pace-Abfall war ziemlich eklatant.” Eine Antwort auf die plötzlichen Probleme des Mercedes auf dem zweiten Satz harter Reifen hatte Mercedes kurz nach dem Rennen noch nicht: “Überhaupt keine Ahnung”, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky. “Wir haben es diskutiert, wir haben nichts verändert, also schleierhaft.” Zandvoort: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion
“Das Auto war schnell genug, um zu gewinnen, aber dann auf den Hards ist es plötzlich rückwärts gegangen. Bei beiden Fahrern, beim Kimi vielleicht noch schlimmer”, rätselte der Österreicher. Norris konnte auf dem zweiten Satz Hards, den er erst einige Runden nach Antonelli aufgezogen hatte, jedoch stark attackieren und den Italiener mit einem tollen Manöver knacken und so den Grundstein für den Sieg legen.
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Doch wo war der Unterschied zum Sprint, bei dem McLaren im Laufe des Rennens an Tempo verlor – und auch zum ersten Stint, bei dem Mercedes schneller war? Stella: Harte Reifen sind Norris’ Stärke Laut McLaren-Teamchef Andrea Stella seien die Reifen am Wochenende in Zandvoort nicht “straightforward” gewesen – also etwas schwer zu verstehen und eigenwillig. “Einige Teams waren auf den Softs sehr gut. Ich denke, wir waren auf den harten Reifen etwas besser. Und phasenweise konnten die Reifen einfach komplett abbauen, wie es im zweiten Stint bei Oscar passiert ist”, sagt er bei Sky. Auf Mediums und Soft habe McLaren einen Pace-Nachteil gehabt, “aber auf den harten Reifen hatte Lando meiner Meinung nach ein gewisses Extra im Verständnis dafür, wie man diese Mischung nutzt”, betont er. “Die Reifen haben eine Menge Potenzial geboten, aber es war nicht leicht, dieses auch abzurufen.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Stella sagt, dass genau bei solchen Reifen, die eigentlich nicht so viel Grip bieten, das ganze Talent von Norris zum Tragen kommt. “Wir haben es bei Antonelli gesehen und auch im zweiten Stint von Oscar, dass es phasenweise schwierig war, sie auf Temperatur zu bringen. Aber ich denke, wenn Lando es mit harten und rutschigen Reifen zu tun bekommt, dann ist das gewissermaßen sein Terrain.”
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“Ich denke, Lando hat unter diesem Gesichtspunkt wahrscheinlich einfach einen besseren Job gemacht als jeder andere und den Sieg verdient”, lobt er. Norris: Auf harten Reifen das richtige Gefühl bekommen Norris selbst sagt, dass er in den entscheidenden Runden am Sonntag auch das Wissen hatte, dass er das Rennen gewinnen kann. “Das hatte ich gestern nicht”, gibt er zu. Auch vor dem Rennen und vor allem nach dem verlorenen Start habe er mit Blick auf den Sprint eigentlich nicht an den Sieg geglaubt
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“Ich weiß einfach, wenn mir das Auto gibt, was ich brauche, und ich obendrauf auf dem Niveau fahre, auf dem ich jetzt fahre, dann kann ich Rennen gewinnen. Und genau das hatte ich im ersten Stint eben nicht – ich hatte vom Auto nicht das, was ich wollte”, schildert er. Teamwork und Widerstand: Mercedes stärkt Kimi, Hamilton sauer auf Leclerc I F1 Rennen Zandvoort 2026 Video wird geladen…
Doch als McLaren auf die harten Reifen wechselte, sei das Gefühl wieder dagewesen. Norris hatte zumindest die Hoffnung, Antonelli in einen Fehler zu zwingen und sich so Platz eins wieder zu schnappen. “Er hat angefangen, viel mehr Fehler zu machen, als ich hinter ihm war”, so Norris. “Wir haben Mercedes strategisch zum Handeln gezwungen. Das hat uns die Möglichkeit eröffnet zu pushen und den Stint zu verlängern”, erklärt er weiter. Dadurch war dann natürlich auch das Reifendelta gegenüber Antonelli im zweiten Hard-Stint größer.
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“Wenn ich also bekomme, was ich von einem Auto brauche – wenn ich die Vorderachse habe, die ich will, wenn ich das Vertrauen in die Hinterachse beim Einlenken habe -, kurzum: wenn ich das bekomme, was ich brauche, um jede einzelne Kurve zu kennen und vorherzusehen, dann werde ich ein Rennen gewinnen”, stellt Norris klar. “Wenn ich das aber nicht habe, so wie im ersten Stint, dann kann ich auch nicht viel ausrichten.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Norris liegt nach seinem zweiten Sieg in Folge auf Rang vier der Fahrer-WM. Auf Antonelli fehlen ihm jedoch immer noch 83 Punkte.
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