29 km/h langsamer: Das Detail zum Spanien-Sieg von Kimi Antonelli
| . | . | . |
Für Kimi Antonelli passte beim Sieg im Formel-1-Grand-Prix von Spanien 2026 alles zusammen: Das virtuelle Safety-Car (VSC), das durch den Ausfall von Lance Stroll ausgelöst wurde, kam für Antonelli genau zum richtigen Zeitpunkt. Es veränderte den Verlauf eines Rennens, das bis dahin auf einen Sieg von Lando Norris hinauszulaufen schien. LAT Images Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli in der Boxengasse beim Formel-1-Rennen in Madrid 2026
Als das VSC aktiviert wurde, hatte Norris die Boxeneinfahrt bereits passiert und somit keine Möglichkeit mehr, unmittelbar unter VSC-Bedingungen an die Box zu fahren. Antonelli hingegen schaffte es im letzten Moment in die Boxengasse, absolvierte seinen Stopp und übernahm damit effektiv die Führung im Grand Prix. Er kam unmittelbar hinter Charles Leclerc auf die Strecke zurück, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt hatte. Zweifellos spielte dabei Glück eine Rolle. Doch hinter der entscheidenden Szene steckt mehr: Sie zeigt, wie Mercedes auf die sich entwickelnde Situation reagierte – und wie Antonelli selbst dafür sorgte, dass genügend Zeit blieb, um vor seinem Boxenstopp auf das VSC zu warten. Wie Kimi Antonelli auf den Stroll-Zwischenfall reagierte In dem Moment, als die gelbe Flagge gezeigt wurde und Antonelli von seinem Renningenieur Peter Bonnington über Funk darauf hingewiesen wurde, nahm der Italiener sofort Tempo heraus, um Zeit zu gewinnen. Dadurch wollte er seine Chancen erhöhen, die Boxeneinfahrt nicht wie Norris zu verpassen. Also verlangsamte Antonelli bewusst.
//jseAo3c(“Rect”);
Unter gelber Flagge müssen sämtliche Fahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren. Antonelli ging beim Passieren von Kurve 20, wo Stroll zum Stillstand gekommen war, jedoch deutlich stärker vom Gas als die anderen Fahrer. In diesem Streckenabschnitt verlor er mehrere Zehntelsekunden auf Norris und Verstappen – verschaffte seinem Team damit aber genau diese zusätzliche Zeit, um eine Entscheidung treffen zu können. Noch deutlicher wird das beim Vergleich der Daten aus Runde 14 mit denen aus Runde 13, also der Runde vor dem VSC. Nachdem die gelbe Flagge gezeigt worden war, durchfuhr Antonelli Kurve 19 mit 29 km/h weniger als in der Runde zuvor. Auch die Bremszone vor Kurve 20, wo Strolls Auto zum Stillstand gekommen war, erreichte er mit 24 km/h geringerer Geschwindigkeit, nachdem er wesentlich früher vom Gas gegangen war. Motorsport Network Telemetrie-Analyse für Kimi Antonelli beim Formel-1-Rennen in Madrid 2026
Das Ziel bestand nicht nur darin, die Vorschriften einzuhalten, nach denen Fahrer unter gelber Flagge ihre Geschwindigkeit reduzieren müssen. Antonelli wollte vielmehr die Chance maximieren, seinen Boxenstopp während der Neutralisierung absolvieren zu können. Wie stark der Italiener dabei bewusst über das vorgeschriebene Maß hinaus verlangsamte, zeigt ein Vergleich seiner Telemetriedaten mit denen von Max Verstappen aus derselben Runde. Der Niederländer lag zu diesem Zeitpunkt sechs Sekunden hinter Antonelli. Unter denselben Gelbbedingungen und noch vor Aktivierung des VSC war Verstappen in Kurve 19 um 15 km/h schneller als Antonelli. Auch den Bremspunkt für Kurve 20 erreichte er mit einer um 18 km/h höheren Geschwindigkeit und ging später vom Gas als der Italiener. Motorsport Network Telemetrie-Analyse für Kimi Antonelli und Max Verstappen beim Formel-1-Rennen in Madrid 2026
Antonellis Verhalten war allerdings nur ein Teil des gesamten Ablaufs: Am Mercedes-Kommandostand hatte man bereits damit gerechnet, dass ein VSC aktiviert werden könnte. Dadurch konnten Team und Fahrer unmittelbar reagieren, falls die Rennleitung das Rennen tatsächlich neutralisieren würde. Kimi Antonelli fährt absichtlich langsamer “Bei mir war das Timing perfekt: Bono hat mich im letzten Sektor gewarnt, dass möglicherweise ein virtuelles Safety-Car kommen würde. Deshalb bin ich vom Gas gegangen”, erklärte Antonelli nach dem Rennen.
//jseAo3c(“Rect”);
“Ich habe absichtlich ein bisschen langsamer gemacht, um zu sehen, ob ich das VSC noch direkt vor der Boxeneinfahrt erwischen könnte. Und es hat hervorragend funktioniert.” Denn die Echtzeitanalyse am Mercedes-Kommandostand hatte ergeben, dass ein solcher Eingriff der Rennleitung sehr wahrscheinlich war. Sobald Antonelli das VSC-Signal sah, bog er in die Boxengasse ab. Mercedes-Strategen entscheiden in drei Sekunden Mercedes-Teamchef Toto Wolff hob anschließend hervor, wie schnell die Informationen von den Strategen zu Antonelli gelangt waren. Der gesamte Vorgang habe lediglich rund drei Sekunden gedauert. “Die Befehlskette, der gesamte Ablauf war großartig”, sagte Wolff.
//jseAo3c(“Rect”);
“Die Strategiegruppe hatte das natürlich auf dem Schirm. Dann sagte jemand: ‘Das wird mit dem Aston Martin in der Mauer nicht schnell geräumt sein.’ Dann ging es von der Strategie zu Bono, Bono überprüfte es noch einmal, und von Bono ging es an Kimi. Das war alles. Wir reden hier von ungefähr drei Sekunden.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
MotoGP-Liveticker Spielberg: Wer setzt sich am Trainingsfreitag durch?
Formel 1
Wegen Honda: Mercedes offen für eine Überarbeitung des ADUO-Systems
Motorrad
Francesco Bagnaia dementiert Streit mit Ducati um Abstimmung
Motorrad
WM-Leader Marc Marquez vor Spielberg: “Ich muss anfangen, es zu genießen”
Ob Antonellis eigenes Handeln in diesem Fall tatsächlich den entscheidenden Unterschied ausmachte, lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Es könnte jedoch ein weiteres Beispiel dafür sein, wie gut er ein Rennen lesen kann.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





