Jacques Villeneuve über Vater Gilles: “Ich kann das, du nicht”

Jacques Villeneuve über Vater Gilles: “Ich kann das, du nicht”

 

Canlı yayın için Tıkla
Live
Tekrar yayın için Tıkla
Kalender
Puan Durumu için Tıkla
Stand

 

. . .


Wenn Stars jung sterben, bleiben sie im kollektiven Gedächtnis zwangsläufig für immer jung. Sie verkörpern romantisierte Vorstellungen von Heldentum und Opferbereitschaft. Für Motorsportfans wurde Gilles Villeneuves spektakulärer und aggressiver Fahrstil zum Inbegriff dessen, was einen Rennfahrer ausmacht. Sein Tod im Alter von 32 Jahren im Qualifying zum Grand Prix von Belgien 1982 in Zolder verfestigte den Mythos des tragisch gefallenen Helden.  Getty Images Fotomontage: Wie Jacques Villeneuve (links) heute seinen Vater Gilles Villeneuve sieht

Die Wahrheit über den Menschen hinter der Legende ist natürlich deutlich vielschichtiger. Das erklärt auch, weshalb sich sein Sohn Jacques Villeneuve so vehement gegen Vergleiche wehrte, als er 1996 in die Formel 1 kam. (Jacques Villeneuve in der Formel-1-Datenbank!) Ein neues Biopic über die bisher unerzählte Geschichte seines Vaters, “Villeneuve: Rise of a Legend”, feiert am 19. September beim Toronto-Film-Festival seine Weltpremiere. Im November kommt der Film in Kanada ins Kino. Die weltweite Veröffentlichung ist für das kommende Jahr vorgesehen – 50 Jahre nachdem Gilles Villeneuve beim Grand Prix von Großbritannien 1977 in einem McLaren sein Formel-1-Debüt gegeben hatte. (Gilles Villeneuve in der Formel-1-Datenbank!)
//jseAo3c(“Rect”);
Im Mittelpunkt des Films stehen die Jahre, bevor Gilles Villeneuve zur Ferrari-Ikone wurde: ein ereignisreicher Weg voller persönlicher und beruflicher Rückschläge. Jacques’ Schwester Melanie ist Produzentin des Films. Warum Jacques Villeneuve ungern über Gilles Villeneuve sprach “Über meinen Vater zu sprechen, war für mich nie ein Problem”, sagt Jacques Villeneuve im Exklusivgespräch mit . “Das Problem war, dass [Journalisten] an meiner Antwort nicht interessiert waren. Oder an meiner Denkweise. Das war ihnen völlig egal.” “Sie wollten nur hören: ‘Ich trage die Fackel weiter, weil mein Vater nicht zu Ende bringen konnte, was er begonnen hatte, und deshalb mache ich das.’ Nein. Ich fahre Rennen, weil ich Rennsport liebe. Ganz einfach.” “Ich habe meinen Vater geliebt. Ich bin stolz auf ihn. Er war unglaublich und hat Großartiges erreicht. Aber ich mache mein eigenes Ding.” “Ich fahre keine Rennen, weil ich die Fortsetzung von Gilles Villeneuve sein will. Das ist völlig in Ordnung. Aber die Leute wurden darüber wütend. Also habe ich irgendwann gesagt: ‘Okay, dann will ich überhaupt nicht mehr über ihn sprechen, weil es sinnlos ist. Es gibt keine konstruktive Diskussion. Es interessiert euch ja gar nicht wirklich.'” Gilles Villeneuve lebte sein Leben – weit weg von der Familie Jacques Villeneuve war gerade elf Jahre alt geworden, als sein Vater starb, und verbrachte einen Großteil seiner Jugend in einem Internat. Die Ehe seiner Eltern stand unter erheblichem Druck, weil Gilles Villeneuve sich geradezu obsessiv auf seine Rennfahrerkarriere konzentrierte. (Fotostrecke: Die Formel-1-Karriere von Gilles Villeneuve) Die Formel-1-Karriere von Gilles Villeneuve

“Als er starb, hatte ich ihn eigentlich ein oder zwei Jahre lang kaum gesehen”, sagt Jacques Villeneuve. “Er lebte eigentlich nicht bei uns. Es war eine sehr seltsame Situation.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Deshalb weiß ich manchmal nicht, ob etwas eine echte Erinnerung ist oder eine Erinnerung, von der mir während meiner Kindheit erzählt wurde – damals hauptsächlich von meiner Mutter. Das macht es sehr verwirrend. Daher ist es jetzt schön, einige Zusammenhänge herstellen zu können. Und ich glaube, der Film gibt diese prägenden Jahre ziemlich genau wieder.” Das schwierige Vermächtnis von Rennfahrer-Vätern Auch andere Formel-1-Weltmeister mit berühmten Rennfahrer-Vätern hatten mit deren Vermächtnis zu kämpfen. Sie hatten unterschiedliche Gründe, in den Motorsport einzusteigen – und ein schwieriges Verhältnis zum Vermächtnis ihrer Väter.
//jseAo3c(“Rect”);
Jacques Villeneuves früherer Teamkollege Damon Hill etwa arbeitete zeitweise als Motorradkurier, nachdem der Tod seines Vaters Graham Hill bei einem Flugzeugabsturz und die daraus resultierenden finanziellen Folgen die Familie schwer belastet hatten. Nico Rosbergs Vater Keke Rosberg, Weltmeister von 1982, hielt sich bei der Kartkarriere seines Sohnes weitgehend im Hintergrund und trat auch später kaum öffentlich in Erscheinung. Nico hätte Ingenieur werden können, schlug aber ein Studienangebot des Imperial College London aus, um sich auf den Rennsport zu konzentrieren. Warum sich Jacques Villeneuve einen “Panzer” zugelegt hat Kinder erfolgreicher Rennfahrer haben häufig mit dem Erwartungsdruck zu kämpfen, wenn sie eine ähnliche Karriere einschlagen. “Aber wenn man diesen Sport aus den falschen Gründen betreibt, wird man es nie schaffen”, sagt Villeneuve. “Man muss ihn wirklich selbst lieben, ganz tief im Inneren. Man muss bereit sein, die Schläge einzustecken, denn davon bekommt man eine Menge.” Formel-1-Weltmeister, die nie für Ferrari gefahren sind

“Die Stoppuhr holt einen sehr schnell auf den Boden zurück. Die Frage ist: Wie geht man damit um? Vor allem in den prägenden Jahren, wenn man in der Formel 3 anfängt. Da bekommt man die heftigsten Niederlagen. Deshalb muss man sich eine Art Panzer zulegen”, erklärt Jacques Villeneuve.
//jseAo3c(“Rect”);
Bei ihm sei es genauso gekommen. “Aber dadurch hatte ich die Freiheit, einfach ich selbst zu sein und diese Last nicht wirklich mit mir herumzutragen. Und ich glaube, dabei habe ich unbewusst sehr viel von meinem Vater übernommen. Nicht wegen der Art, wie er als Rennfahrer war, sondern wegen der Art, wie er außerhalb des Rennwagens war. Denn er war genau derselbe Mensch. Zu Hause war er genauso wie an der Rennstrecke und im Rennauto.” Gilles Villeneuve war vor allem eines: Egoist “Was auch immer er tat: Er war immer sehr egoistisch, wenn es darum ging, was er gerade machen wollte. Er liebte seine Familie, aber er war derjenige, der mit seinem Pickup spielen wollte, wenn er einen Berg hochfahren wollte. Und nur das zählte. Wir konnten mit ihm spielen, wenn wir bei seinen Sachen mitmachten. Als Junge war das natürlich supercool. Wenn ich mit ihm in seinem Pickup mitfahren konnte, war ich im Paradies.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Aber gleichzeitig konnte ich seine Einstellung zum Risiko beobachten: immer ans Limit gehen, aber mit Respekt. Mit Respekt vor den Gegnern. Und immer mit dem Wunsch, die nächste Herausforderung zu bezwingen.” “Oft ging es ihm einfach darum, den anderen zu zeigen: ‘Ich kann das, du nicht.’ Denn im Grunde war das seine Lebensgeschichte: ‘Ich kann das, du nicht.’ Selbst als er sich seinen Hubschrauber kaufte, versuchte er damit Loopings zu fliegen, weil ihm jemand gesagt hatte, dass das nicht möglich sei.” Jacques Villeneuve räumt ein: “In dieser Hinsicht habe ich viel von ihm übernommen. Aber ich hatte eine andere Erziehung. Deshalb konnte ich das Risiko, glaube ich, ein kleines bisschen besser kalkulieren.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Aber ich habe nicht viele Erinnerungen an ihn als Vater. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es diese Erinnerungen nicht gibt, oder ob ich sie nach seinem Tod einfach verdrängt habe. Vielleicht war das meine Art, damit umzugehen.”

 
Formel1.de 

En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.

Bir yanıt yazın

E-posta adresiniz yayınlanmayacak. Gerekli alanlar * ile işaretlenmişlerdir