Alonso rätselt über Konkurrenz: “Haben die eine Gelddruckmaschine?”

Alonso rätselt über Konkurrenz: “Haben die eine Gelddruckmaschine?”

 

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Aston Martin erlebt aktuell eine der schwierigsten Phasen seit dem Einstieg von Lawrence Stroll in die Formel 1. Während sich die Konkurrenz Schritt für Schritt nach vorne entwickelt, steckt das Team aus Silverstone weiterhin im Hinterfeld fest. Entsprechend groß ist die Kritik von außen – und entsprechend häufig wird über die Zukunft des Projekts spekuliert.  LAT Images Fernando Alonso mahnt zur Geduld mit seinem Aston-Martin-Team

Fernando Alonso zeigt sich davon jedoch wenig beeindruckt. Der zweimalige Weltmeister räumt zwar offen ein, dass Aston Martin derzeit deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass sein Vertrauen in das Projekt ungebrochen ist. “Wir liefern nicht ab, wir befinden uns in einer schlechten Phase”, gesteht Alonso. Gerade vor der Sommerpause seien Gerüchte deshalb unvermeidlich. Das gelte für die Spitzenteams ebenso wie für Aston Martin. “Weil wir unterperformen, gibt es natürlich Spekulationen.”
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Trotz der sportlichen Krise sieht Alonso keinen Grund, am langfristigen Kurs zu zweifeln. “Mein Engagement für Aston Martin geht über meine aktive Fahrzeit hinaus”, betont der Spanier. “Ich glaube an dieses Projekt.” Alonso verteidigt Aston Martins Zukunftsplan Ein entscheidender Grund für seinen Optimismus ist die langfristige Ausrichtung des Teams. Mit Adrian Newey verfügt Aston Martin seit mehr als einem Jahr über den wohl renommiertesten Konstrukteur der Formel-1-Geschichte. “Wir haben die besten Leute der Branche mit Adrian Newey”, erklärt Alonso. “Wir haben Honda.” Dass das Projekt aktuell noch nicht die gewünschten Ergebnisse liefert, sei ihm bewusst. Aston Martin habe den neuen Abschnitt der Zusammenarbeit nicht unter idealen Voraussetzungen begonnen. “Wir sind mit einem Nachteil gestartet, das verstehen wir.” Dennoch sei das Team dabei, die notwendigen Strukturen und Prozesse aufzubauen. Genau deshalb stört Alonso die öffentliche Wahrnehmung rund um Aston Martin zunehmend. “Weil wir am Ende des Feldes fahren, sind wir ein leichtes Ziel.” Video wird geladen…  

Vor allem in sozialen Netzwerken sieht der Spanier die Kritik teilweise über das normale Maß hinausgehen. “Es gibt all diese sozialen Medien, all diese Witze über uns. Manchmal grenzt das schon an Missbrauch.” Alonso erinnert daran, dass hinter den Ergebnissen Tausende Arbeitsstunden stehen. “Wir sprechen selbst darüber, dass wir mit unserer Position nicht zufrieden sind. Aber wir sind harte Arbeiter.” “1.000 Menschen arbeiten jeden Tag an den Problemen” Besonders wichtig ist Alonso, die Arbeit der Mitarbeiter hervorzuheben. Aus seiner Sicht wird häufig vergessen, wie viel Einsatz hinter einem Formel-1-Team steckt. “Honda arbeitet hart und Aston Martin besteht aus 1.000 Menschen, die hart arbeiten.” Diese Mitarbeiter würden von Montag bis Sonntag alles dafür tun, die aktuellen Schwierigkeiten zu lösen.
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“Sie arbeiten jeden Tag acht Stunden daran, unsere Probleme zu beheben.” Deshalb sei er überzeugt, dass die Trendwende irgendwann kommen werde. “Die Probleme werden gelöst werden. Es ist nur eine Frage der Zeit.” Alonso verweist dabei auch auf die besondere Rolle der Fahrer. Während Ingenieure und Führungskräfte im Hintergrund arbeiten können, stehen die Piloten jede Woche im Rampenlicht. “Wir sind diejenigen, die jedes Wochenende fahren. Wir sprechen jede Woche mit den Medien.”
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Gleichzeitig müsse er sich regelmäßig in ein Auto setzen, das derzeit nicht konkurrenzfähig sei. “Wir steigen morgen ins Auto und werden sehr unkonkurrenzfähig sein.” Dennoch verteidigt Alonso die Entscheidung der Teamführung, auf ein großes Upgrade-Paket im Sommer zu warten, statt kleinere Entwicklungsschritte über die Saison verteilt einzusetzen. “Unsere Führung hat in Australien entschieden zu warten, bis ein Upgrade-Paket wirtschaftlich sinnvoll ist.” Diese Entscheidung sei innerhalb des Teams gemeinsam getragen worden. “Wir warten darauf und wir warten so gut wie möglich.” Alonso stichelt gegen die Konkurrenz Für Aufsehen sorgt vor allem eine Aussage des Spaniers zum Thema Budgetobergrenze. Als er darauf angesprochen wurde, ob er die Entscheidung für das späte Upgrade-Paket unterstützt habe, antwortet Alonso zunächst mit einem Augenzwinkern. “Zugestimmt habe ich nicht”, scherzt er.
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Anschließend legt der Aston-Martin-Pilot nach und stellte die Upgrade-Offensive einiger Konkurrenten infrage. “Offenbar gibt es kein Geld für unbegrenzte Updates wie bei den anderen Teams.” Besonders erstaunt sei er darüber, wenn er sich die offiziellen FIA-Unterlagen vor den Rennwochenenden anschaue. “Es ist überraschend, jeden Freitag die FIA-Seite anzusehen. Vielleicht haben sie in ihren Fabriken eine Gelddruckmaschine im Keller.” Die Bemerkung war offensichtlich nicht ganz ernst gemeint, verdeutlicht aber, wie überrascht Alonso von der Entwicklungsfrequenz einiger Rivalen ist. Warum Aston Martin bewusst gewartet hat Trotz seiner scherzhaften Kritik macht Alonso deutlich, dass er die Strategie seines Teams mittlerweile für richtig hält. Zu Saisonbeginn habe Aston Martin zunächst verstehen müssen, wo die größten Schwächen des Autos liegen. “Wir kannten die genauen Grenzen des Kostenlimits nicht und wussten auch nicht, wie groß die Auswirkungen möglicher Änderungen sein würden.”
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Vor allem habe das Team Zeit benötigt, um die Probleme des Fahrzeugs überhaupt vollständig zu analysieren. “Man kann nicht einfach wahllos Updates ausprobieren.” Nach Ansicht des Spaniers wurden die ersten Rennen genutzt, um die Schwächen des Autos zu identifizieren, Lösungen im Windkanal zu testen und gleichzeitig die Entwicklungen der Konkurrenz zu beobachten. “Wir haben die ersten drei oder vier Rennen gebraucht, um unsere Schwächen wirklich zu verstehen.” Erst danach habe man mit der Planung eines größeren Upgrade-Pakets beginnen können. Hinzu kam ein schwieriger Saisonstart. Bereits nach den Testfahrten in Bahrain und dem ersten Rennen in Australien sei klar geworden, wie ernst die Lage tatsächlich war.
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“Damals wussten wir nicht einmal, ob wir das Rennen überhaupt beenden können.” Diese Erkenntnis habe letztlich zur aktuellen Strategie geführt. “Die Entscheidung wurde getroffen und ich glaube, dass es die richtige Entscheidung war.” Russell überrascht von Ferraris Entwicklung Interessanterweise äußerte sich auch Mercedes-Pilot George Russell am Donnerstag vor dem Österreich-Grand-Prix zum Thema Updates. Der Brite zeigt sich ebenfalls überrascht darüber, wie aggressiv einige Konkurrenten derzeit entwickeln. “Ferrari und McLaren bringen alle paar Rennen neue Teile ans Auto”, erklärt Russell. Mercedes selbst sei in dieser Saison deutlich zurückhaltender vorgegangen. “Wir haben bislang nur ein Upgrade gebracht.” Weitere Entwicklungen seien zwar in Vorbereitung, doch auch bei Mercedes spiele die Budgetobergrenze eine zentrale Rolle. “Mit dem Cost Cap ist das heutzutage sehr schwierig.”
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Russell vermutet, dass manche Teams bewusst an anderer Stelle sparen, um mehr Geld in die Entwicklung des aktuellen Autos investieren zu können. “Vielleicht verfolgen sie einfach einen anderen Ansatz und sparen an anderer Stelle Geld, um mehr für Updates auszugeben.” Alonso fordert mehr Respekt für Aston Martin Unabhängig davon bleibt Alonso überzeugt, dass Aston Martin mittelfristig wieder konkurrenzfähig sein wird. Die Ergebnisse seien bislang zwar ausgeblieben, doch das dürfe nicht dazu führen, die Arbeit des Teams abzuwerten. “Wir sehen die Resultate noch nicht.” Gerade deshalb müsse man den Mitarbeitern in Silverstone Anerkennung für ihren Einsatz zollen. “Wir müssen ihnen Anerkennung geben.”
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Ob das große Sommer-Upgrade tatsächlich den erhofften Befreiungsschlag bringt, bleibt abzuwarten. Für Alonso steht jedoch fest, dass Aston Martin aktuell deutlich härter beurteilt wird, als es die tatsächliche Situation rechtfertigt. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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“Wir dürfen Aston Martin nicht so sehr unterschätzen, wie es in den vergangenen Wochen getan wurde.” Eine klare Botschaft an Kritiker, Rivalen und all jene, die das Projekt bereits abgeschrieben haben.

 
Formel1.de 

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