Analyse: Wie viel hat Aston Martin mit seinen Ungarn-Updates gewonnen?
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Aston Martin war während der gesamten bisherigen Formel-1-Saison 2026 ein Stammgast in Reihen der Teams, für die im Qualifying bereits in Q1 Endstation war. In den Qualifyings für die ersten 10 Grands Prix des Jahres hatte man es kein einziges Mal geschafft, das erste Segment zu überstehen. LAT Images Aston Martin hat dem AMR26 für Ungarn (endlich) ein Upgrade spendiert
In Montreal schaffte Fernando Alonso zwar den Sprung ins Q2 des Sprint-Qualifyings, doch ein Ausrutscher des Spaniers im SQ1 im dortigen SQ1 verhinderte, dass er am SQ2 tatsächlich auf die Strecke gehen konnte. Da Aston Martin zu Beginn des Jahres aufgrund einer Reihe von Zuverlässigkeitsproblemen deutlich ins Hintertreffen geraten war, hat das Team seine Aerodynamik-Updates bis zum Grand Prix von Ungarn an diesem Wochenende verschoben.
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Auf dem Hungaroring nun fährt der AMR26 mit einer Vielzahl neuer Teile. Die Frontpartie wurde grundlegend überarbeitet, die Seitenkästen wurden neu gestaltet, der Unterboden wurde überarbeitet, und auch am Heck wurde intensiv nachgebessert. Das Ergebnis: Alonsos Einzug ins Q2-Segment war der erste solche an einem Samstag in diesem Jahr. Das ist ein gewisser Schub für das Selbstvertrauen aller bei Aston Martin. Doch wie viel sind die Updates wirklich wert? Versuchen wir, dies anhand der uns vorliegenden Zahlen herauszufinden. Der Rückfall von Aston Martin ohne Updates Die Einführung der Updates für den AMR26 erfolgte, nachdem sich die anderen Teams an den ersten 10 Rennwochenenden der Saison durch ihre eigenen schrittweisen Verbesserungen gesteigert hatten. In den ersten fünf Qualifyings des Jahres (Australien bis Kanada) war Aston Martin im Durchschnitt 4,028 Prozent langsamer als die theoretische Bestzeit des jeweiligen Wochenendes, in den folgenden fünf Qualifyings (Monaco bis Belgien) wurde dieser Wert deutlich schlechter, nämlich bis auf auf 5,311 Prozent. Lassen wir uns das anhand von Zahlen verdeutlichen, damit die Prozentsätze einfacher nachvollziehbar sind. Nehmen wir für eine bestimmte Rennstrecke an, dass die Pole-Zeit bei 1:30.000 Minuten, also 90 Sekunden, lag. Das ist unsere 100-Prozent-Zeit. Ausgehend von diesen Durchschnittswerten wäre zu erwarten, dass der Aston Martin in den ersten fünf Qualifyings 2026 eine Zeit von 1:33.625 und in den folgenden fünf Qualifyings eine Zeit von 1:34.780 Minuten fahren würde. Das Beispiel legt nahe, dass Aston Martin tatsächlich langsamer geworden ist. Es ist somit ein Beleg für die Fortschritte der anderen Teams. Um das Ganze zu vereinfachen: Die schnellste Zeit von Aston Martin lag im ersten Beispiel (Australien bis Kanada) zunächst 3,625 Sekunden hinter der Idealzeit und wuchs im zweiten Beispiel (Monaco bis Belgien) auf 4,780 Sekunden Rückstand an. LAT Images In Ungarn hat es Fernando Alonso erstmals 2026 ins Q2 an einem Samstag geschafft
Diese Zeitunterschiede untermauern eines der ältesten ungeschriebenen Gesetze der Formel 1: Stillstand ist Rückschritt. In einer Situation mit einer steilen Entwicklungskurve, wie sie der erste Teil der Saison 2026 aufgewiesen hat, sind viele Teams davon überrascht worden.
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Beim Grand Prix von Belgien am vergangenen Wochenende lag Aston Martin 5,405 Prozent hinter Spitzenreiter Mercedes, als Fernando Alonsos Rundenzeit von 1:50.002 Minuten im Vergleich zu Kimi Antonellis 1:44,361 blass aussah. Das entspricht einem Rückstand von 5,641 Sekunden, der allerdings möglicherweise durch das Streckenlayout verstärkt wurde. Schließlich ist Spa mit 7,004 Kilometern die längste Strecke im Formel-1-Kalender 2026. Dennoch: Der prozentuale Rückstand von Aston Martin in Spa entsprachdem der vorangegangenen vier Qualifyings.
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Nachdem die Updates für den AMR26 nun in Ungarn ihr Debüt gegeben haben, lag Alonso mit seiner Q2-Runde nur 3,369 Prozent hinter der schnellsten Q3-Runde von Lando Norris. Im direkten Vergleich der Qualifyings aus Belgien und Ungarn entspricht dies einem Gewinn von 2,036 Prozent. Alonso frohlockt, Verstappen wütet: Updates sorgen für Quali-Hammer! Video wird geladen…
Weil aber der Hungaroring nicht direkt mit Spa vergleichbar ist, ist es schwierig, den Zeitgewinn durch einen direkten Vergleich dieser beiden Qualifyings zu ermitteln. Wenn wir jedoch erneut von einer 90-Sekunden-Runde ausgehen und diese Prozentsätze einsetzen, erhalten wir eine Antwort. Wie viel Zeit hat Aston Martin gewonnen? In Spa haben wir unseren Rückstand von 5,405 Prozent. Angenommen, die beste Runde des Wochenendes lag bei 1:30.000 Minuten, ergibt dies für Aston Martin eine Rundenzeit von 1:34.864 Minuten. Das ist knapp eine Zehntelsekunde langsamer als unser Durchschnitt aus den Qualifyings Australien bis Kanada, liegt also im Rahmen des Rückfalls, den wir beobachtet haben.
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Unter Verwendung der 3,369 Prozent aus Ungarn ergibt sich für Aston Martin eine Rundenzeit von 1:33.032 Minuten. Über eine 90-Sekunden-Runde ergibt dies einen Gewinn von 1,832 Sekunden. Wenden wir diese Theorie nun auf beide Rennstrecken an: Wie hätte sich Aston Martin in Belgien mit den Updates geschlagen? Und wie wäre es in Ungarn gelaufen, wenn man sich entschieden hätte, die Updates auf nach der Sommerpause zu verschieben? Unsere beste Runde in Spa war Antonellis 1:44.361. Unter Berücksichtigung des Rückstands von 3,369 Prozent ergibt sich für Aston Martin somit eine Zeit von 1:47.877. Das reicht zwar nicht, um aus Q1 herauszukommen, würde aber ausreichen, damit sich einer der beiden Aston Martin zwischen die beiden Cadillac schieben könnte. Denn unterm Strich sprechen wir von einem Gewinn von 2,125 Sekunden gegenüber Alonsos persönlicher Q1-Bestzeit.
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Hätte Aston Martin andererseits die Updates bis nach dem Rennwochenende in Ungarn zurückgehalten, wäre das theoretische Maximum eine Zeit von 1:21.380 Minuten gewesen, was – wenig überraschend – einen Startplatz in der letzten Reihe bedeutet hätte. Mit dem Einsatz der Updates auf dem Hungaroring hat Aston Martin 1,572 Sekunden gewonnen. LAT Images Überträgt sich der Pace-Gewinn für Aston Martin in Ugarn auch auf das Rennen?
Um die Frage in der Überschrift zu beantworten: Es kommt auf die Rennstrecke an. Was sich sagen lässt, ist: Auf einer durchschnittlichen Strecke, auf der die Pole-Zeit bei etwa 90 Sekunden liegt, haben die Updates auf eine Runde gerechnet eine Verbesserung von etwa 1,8 Sekunden gebracht. Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Ungarn
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Inwieweit sich das auf das Renntempo auswirkt, ist noch unklar, da wir an diesem Wochenende von Aston Martin keine Longruns gesehen haben. Wenn das Team im Verlauf des Rennens im Durchschnitt 0,7 bis 0,8 Sekunden pro Runde schneller ist als Cadillac, dann können wir davon ausgehen, dass sich der Großteil der gewonnenen Performance auf den Sonntag übertragen hat.
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