Arvid Lindblad: Der einzige echte Rookie scheint angekommen zu sein!

Arvid Lindblad: Der einzige echte Rookie scheint angekommen zu sein!

 

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Der Weg durch die Nachwuchsklassen verging für Arvid Lindblad wie im Flug. Nach jeweils nur einem Jahr in der Formel 3 und der Formel 2 folgte der direkte Schritt in die Formel 1 – ein rasanter Aufstieg, der im Fahrerlager oft mit der Gefahr verbunden ist, den Boden unter den Füßen zu verlieren.  circuitpics.de Arvid Lindblad hat einen gelungenen Einstand hinter sich gelegt

Die Frage war, ob Lindblad den schnellen Sprung so gut verkraften könnte, schließlich war er in den beiden großen Nachwuchsklassen nicht in den Top 3 gelandet. Doch nach dem ersten halben Jahr lässt sich sagen, dass der Brite die Bewährungsprobe bestanden hat. “Es hat Spaß gemacht. Ich habe es sehr genossen. Jedes Mal, wenn ich ins Auto steige, lerne ich dazu, werde vertrauter und selbstbewusster”, zieht Lindblad nach den ersten Monaten Bilanz. “Das ist etwas, wovon ich schon immer geträumt habe. Und es war definitiv besser, als ich hätte erwarten können.”
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Schon sein Einstand in Australien konnte sich dabei sehen lassen: Der 18-Jährige fuhr auf Anhieb in Q3 und holte als Achter auch im Rennen die ersten Punkte, während Teamkollege Liam Lawson nach einem Problem am Start Federn lassen musste. Die 20 letzten Formel-1-Debütanten in den Punkten

Dass der Einstand von außen betrachtet fast mühelos wirkte, führt Lindblad vor allem auf seine mentale Herangehensweise zurück. Anstatt sich von großen Versprechungen leiten zu lassen, setzte er von Beginn an auf einen Schritt-für-Schritt-Ansatz. “Ich würde nicht sagen, dass ich mich selbst überrascht habe, weil ich mit gar nicht so großen Erwartungen an die Sache herangegangen bin. Ich war einfach sehr auf mich selbst fokussiert und habe ein Wochenende nach dem anderen genommen”, erklärt der Rookie. Größere Rückschläge blieben bislang aus, was den Einstieg sichtlich erleichterte. Zwar folgte nach Australien eine Dürrephase von vier Rennen ohne Punkt, doch mit Monaco nahm Lindblads Saison richtig an Fahrt auf. In den vergangenen sechs Rennen kam er immer in die Top 10, was auch an der Stärke des Racing Bulls VCARB 03 liegt, der hinter den Topteams das Mittelfeld anführt. Das Märchen vom Vorteils-Rookie In der Fachwelt wird oft spekuliert, ob grundlegende Reglementänderungen oder neue Motorengenerationen ein Vorteil für Formel-1-Neulinge sein könnten. Die Theorie: Wenn auch die Routiniers bei null anfangen müssen, nivelliert sich der Erfahrungsvorsprung. Lindblad erteilt dieser These jedoch eine Absage. Die Routine etablierter Piloten bleibe ein unschätzbares Pfund. “Bei fast jedem Motor, den wir bisher gefahren sind, gab es nicht wirklich ein Geheimnis. Du steigst aufs Gas und er fährt, während dieser hier der erste ist, der anders ist”, vergleicht Lindblad die aktuellen Triebwerke mit den Nachwuchsklassen. Warum ADUO die Formel-1-Welt spaltet Video wird geladen… Die ganze Formel-1-Welt diskutiert über ADUO – das neue FIA-System zur Unterstützung zurückliegender Motorenhersteller. Doch wie funktioniert dieser?

Ein Vorteil entstehe dadurch für ihn keineswegs: “Bei diesen Motoren mussten wir alle ganz von vorne anfangen. Egal ob ich es bin oder Lewis [Hamilton], der das seit 20 Jahren macht: Für uns alle sind das völlig neue Fähigkeiten. Es ist also ein gleiches Spielfeld für alle, ja. Aber der Typ mit zehn Jahren Erfahrung hat immer noch viel mehr Erfahrung.”
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Interessanterweise blickt Lindblad eher besorgt auf die kommenden Jahrgänge. Da das Verständnis für die heutigen Boliden extrem spezifisch ist, glaubt er an eine höhere Einstiegshürde für künftige Debütanten: “Wegen dieser Autos wird es für Leute, die in den nächsten zwei Jahren einsteigen, tatsächlich ein Nachteil sein. Für mich selbst hat es in diesem Jahr keinen Unterschied gemacht.” Schnelle Integration in eine neue Welt Ein entscheidender Faktor für Lindblads starke Debütsaison liegt abseits der Telemetriedaten: die blitzschnelle Integration in die Teamstruktur. Der Wechsel von kleinen Nachwuchsteams hin zu einer mehrere hundert Köpfe starken Formel-1-Mannschaft verlief reibungslos. Die Formel-1-Rookies der vergangenen 22 Jahre

“Ehrlich gesagt ist es wahrscheinlich das Team, in dem ich mich bisher am meisten eingelebt fühle”, schwärmt Lindblad. “Ich war ein paar Jahre bei Prema in der F3 und F4, aber die Realität ist, dass ich so schnell aufgestiegen bin, dass ich fast jedes Jahr an einem neuen Ort war.”
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“Aber das Team hier ist eine große Familie. Ich verstehe mich super mit den Ingenieuren und den Mechanikern, es herrscht eine wirklich gute Stimmung”, sagt er. Sogar Sprachbarrieren nimmt er mit Humor: Durch seine Zeit in italienischen Nachwuchsteams beherrsche er zumindest “ein bisschen Italienisch – vor allem die Schimpfwörter, das ist normalerweise das, was man zuerst lernt.” Kein linearer Weg zum Erfolg Trotz aller Lobeshymnen bleibt der Youngster realistisch. Er weiß, dass eine Karriere in der Königsklasse selten ohne Dämpfer verläuft. Für die zweite Saisonhälfte rechnet er fest damit, dass auch schwierigere Phasen auf ihn zukommen werden.
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“Ich bin mir sehr darüber im Klaren, dass der Weg zum Erfolg nicht einfach nur linear verläuft. Es gibt Höhen und Tiefen”, betont Lindblad. Ein einzelnes Hauptproblem, an dem er in den verbleibenden Rennen arbeiten muss, kann er dabei gar nicht festmachen: “Dieses Jahr war bisher so vieles neu, dass ich auf vielen Ebenen versucht habe, mich zu verbessern.” Racing Bulls – Qualifying & RennenGrand PrixLawson (Q)Lindblad (Q)Lawson (R)Lindblad (R)6583Australien8.9. (+1,253)13. (+45,4)8.China14.15. (+0,019)7.12. (+1 Runde)Japan14. (+0,386)10.9.14. (+9,7)Miami11.16. (+0,538)Ausfall14.Kanada12. (+0,349)9.7.Nicht gestartetMonaco10.15. (+0,777)6.7. (+2,5)Barcelona8.11. (+0,255)8.9. (+5,8)Österreich9.10. (+0,052)9.10. (+3,7)Großbritannien10. (+0,411)9.6.7. (+0.2)Belgien11. (+0,491)8.12. (+27,1)9.Ungarn11. (+0,405)9.8.10. (+23,0) “Die größte Sache zu Beginn waren wahrscheinlich die Motoren und das Verständnis für verschiedene Techniken, um das Maximum herauszuholen. Aber die Realität ist: Ich bin immer noch ein Rookie. Es gibt viele Dinge, die ich verbessern kann.” Lindblad liegt mit 23 Zählern aktuell auf Rang elf der Fahrerwertung. Teamkollege Liam Lawson konnte bereits 43 Zähler sammeln und ist damit Neunter.
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Das teaminterne Qualifying-Duell ist mit 6:5 für Lawson recht ausgeglichen, allerdings muss Lindblad in den Rennen noch etwas zulegen: Seit dem Saisonauftakt in Melbourne sah er die Zielflagge nur noch einmal vor dem Neuseeländer.

 
Formel1.de 

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