Beeindruckendes Comeback: Wie hat Red Bull seine Saison 2026 gerettet?
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Am Ende wird das hier in den Geschichtsbüchern keine Erwähnung finden. Irgendwann, wenn wir alle mal alt und ergraut sind, wird die Saison 2026 aus zwei Gründen in Erinnerung bleiben: Kimi Antonelli als jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten und die großen Startschwierigkeiten der Formel 1 mit ihren neuen Regeln. Das Jahr, in dem die Königsklasse des Motorsports, zumindest in den ersten Monaten, eher an Mario Kart erinnerte, als an irgendetwas anderes. LAT Images Max Verstappen dürfte sich bereits enorm auf sein Auto 2027 freuen
Das Positive ist, dass FIA und Formel 1 beide anerkennen, dass man sich zu sehr in Richtung Elektrifizierung bewegt hat und die Power-Units dadurch zu kompliziert wurden. Das liegt vor allem daran, dass man hinter den Kulissen zu sehr auf die OEMs gehört hat. Hoffentlich wird 2026 also, zumindest langfristig, als Lektion für die Zukunft dienen. Hinsichtlich des beeindruckenden Rekords von Antonelli, welchen er Sebastian Vettel um ein deutliches Stück abnehmen wird, scheint es so, dass diese Marke noch lange Bestand haben wird. Mit den aktuellen Superlizenz-Regeln erscheint die Aufgabe, als Teenager Weltmeister zu werden, unfassbar groß. Doch genau das wäre praktisch nötig, um den kommenden Rekord von Antonelli zu knacken. Max Verstappen als eigentlicher Star des Jahres? Wenn Max Verstappen diese Saison auf WM-Position zwei oder drei abschließt, dann bleibt das nicht viel mehr als eine Randnotiz in den Geschichtsbüchern. Niemand wird sich dafür wirklich interessieren, insbesondere nicht der Fahrer selbst. Als ich Verstappen in Singapur danach gefragt habe, ob Rang zwei oder drei in der WM dieses Jahr ihm aufgrund des schwierigen Saisonstarts für Red Bull mehr bedeuten würden, war seine Antwort kristallklar:
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“Nein, denn am Ende hast du nicht gewonnen. Du bist nicht Weltmeister geworden, und nur das zählt für mich.” Zweiter oder Dritter im Endklassement zu werden, würde für Verstappen einen ungewollten Trip nach Shanghai zur FIA-Gala am 12. Dezember bedeuten. Aber trotzdem hat er klargemacht, was er vom Wert einer solchen Position im Endklassement hält: absolut nichts. Karrierekiller Max Verstappen? Seine Teamkollegen in der Formel 1
Nichtsdestotrotz ist es nach dem fürchterlichen Saisonstart von Red Bull mit den neuen Regeln nennenswert – man musste in China und Japan mit Haas und Alpine fighten – dass Verstappen nur 17 Punkte hinter dem Zweitplatzierten George Russell liegt. Um diesen Kontrast noch mehr zu verdeutlichen: Was im Qualifying Monza vor knapp einem Monat noch als “Pappauto” bezeichnet worden war, hat sich seither im letzten Tripleheader in ein Auto mit zwei Siegen und einem zweiten Platz (um nur 0,196 Sekunden) verwandelt. Ein unfassbarer Turnaround, der Red Bull, so die Meinung von George Russell, inzwischen zu dem “Team macht, das es zu schlagen gilt.” Letztes Jahr konnte Red Bull sich auch nach einem schwierigen Start zurückkämpfen. Damals konnte Verstappen jedes Rennen nach der Sommerpause auf dem Podium beenden und fast seinen fünften WM-Titel feiern. Die Zielflagge von Abu Dhabi beendete seine Aufholjagd mit nur zwei Punkten Rückstand auf den späteren Weltmeister Lando Norris. Wie unterscheiden sich die Red-Bull-Comebacks? Und dennoch ist das Comeback in dieser Saison völlig anders. Dieses Jahr steht ein Titelkampf außer Frage, dafür ist der Abstand in den Punkten inzwischen viel zu groß. Aber auch die Umstände hinter dem Turnaround sind völlig andere als noch vor 15 Monaten.
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Damals hatte der RB21 ein großes Balanceproblem, an vielen Wochenenden sogar ein unlösbares. Allerdings steckte im Auto grundsätzlich viel Potenzial. Red Bull hatte es vor der Sommerpause schlichtweg nicht geschafft, dieses Potenzial auszuschöpfen. Daher fand man den Durchbruch nicht durch neue Teile oder Upgrades, sondern durch ein besseres Set-up. Red Bull hat irgendwann einen Weg gefunden, den RB21 auf eine Art und Weise abzustimmen, die man lange als unmöglich abgetan hatte. Dadurch war man letztlich doch in der Lage, das Potenzial des Autos auszuschöpfen.
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2025 ist in dieser Hinsicht also eine Art vergebene Chance. Denn wenn man das Potenzial früher hätte nutzen können, dann hätte auch die erste Saisonhälfte besser laufen können und der fünfte WM-Titel wäre möglich gewesen. Verstappen hat diese Theorie letztes Jahr übrigens selbst bestätigt, auch wenn es sich natürlich nicht lohnt, zu lange in der Vergangenheit zu verweilen. Und er ist sowieso der Letzte, der sich auf “Was wäre, wenn?”-Szenarien einlässt. Damit kommen wir zu einem weiteren unterhaltsamen Moment auf amerikanischem Boden: Die Pressekonferenz nach dem ersten Formel-1-Sieg von Lando Norris in Miami. Als ich Verstappen nach dem für ihn ungünstigen Safety-Car gefragt habe, lautete seine inzwischen berüchtigte Antwort: “Es geht immer um ‘Was wäre, wenn?’, ‘Was wäre, wenn?’, ‘Was wäre, wenn?’. Nun, wenn meine Mutter Eier gehabt hätte, dann wäre sie wohl mein Vater gewesen.”
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Das lässt sich auch auf das Potenzial von Red Bull 2025 übertragen. Formel-1-Quiz
Mit wie vielen Punkten gewann Red Bull die Konstrukteurs-WM 2012?
460 355 840 520 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Dieses Jahr ist der Turnaround ein völlig anderer. Diesmal gab es keinen Durchbruch in puncto Set-up. Das Auto war am Anfang des Jahres einfach nicht gut genug. Die Power-Unit hat viele im Fahrerlager überrascht, aber das Chassis des RB22 ließ in den ersten paar Monaten zu wünschen übrig. Red Bull hat mit Haas und Alpine gekämpft, und keine Änderung am Set-up hätte das verhindern können. Tatsächlich hat Verstappen erklärt, dass Red Bull in diesen Wochen alles versucht hat, aber einfach nicht mehr Performance im Auto zu finden war. Das Team lag an vierter Stelle, weit entfernt von der Spitze, manchmal sogar gefangen im Treibsand des Mittelfeldes.
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Dieses Jahr drehte sich der Turnaround um dringend notwendige Upgrades. Und diese Upgrades hatten eine große Auswirkung, wie Zahlen von Paceteq belegen. In Australien lag Red Bull 1,377 Sekunden pro Runde hinter der optimalen Rennpace. In Japan waren es 1,052 Sekunden. In Belgien und Ungarn, den letzten beiden Rennwochenenden vor der Sommerpause, lag diese Lücke lediglich bei zwei Zehntelsekunden pro Runde. Ein riesiger Schritt nach vorne, der unter anderem der Gewichtsreduzierung und den Verbesserungen am aerodynamischen Paket zu verdanken war.
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Am Anfang der zweiten Saisonhälfte glaubte man bei Red Bull immer noch, die letzten zwei oder drei Zehntel seien am schwierigsten zu finden. Genau das erklärte Teamchef Laurent Mekies immer und immer wieder. Das erklärt auch, wieso Verstappen noch in Monza andeutete, man würde 2026 kein Rennen mehr gewinnen. Das Baku-Upgrade als große Rettung? Doch dann kam das Baku-Upgrade, der letzte große Schritt des Jahres, und derjenige, welcher Red Bull wirklich zurück in die Verlosung um Siege bringen sollte. Das Upgrade beinhaltete vor allem einen neuen Unterboden und überarbeitete Seitenkästen, wobei es laut Verstappen, mehr noch als die bloßen Gewinne in puncto Anpressdruck, das Auto vorhersehbarer gemacht und die Balance verbessert hat. Das Endresultat mag ähnlich aussehen, denn Red Bull hat es in beiden Fällen geschafft, sich von einem schwierigen Saisonstart zu lösen. Aber die Art und Weise, wie das hinter den Kulissen geklappt hat, ist eine völlig andere.
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“Das sind aufgrund der neuen Regeln ja auch zwei völlig verschiedene Autos”, erklärt Verstappen angesprochen auf die beiden Turnarounds. “Zudem hatten wir zwei völlig verschiedene Probleme damit, die notwendige Rundenzeit zu finden.” “Außerdem ist es dieses Jahr natürlich für alle mit dem Motor etwas komplizierter, das Maximum herauszuholen. Aber vom ersten Rennen bis jetzt haben wir sehr viel Erfahrung gesammelt. Wir sind immer noch nicht da, wo wir sein wollen, aber das dürfte dir jeder im Fahrerlager sagen.” “Aber wir haben so viel gelernt und viele Schwächen des Autos behoben. Wir müssen jetzt einfach weiter entwickeln und dieses Jahr lernen, damit wir diese Lektionen auch im nächsten Jahr nutzen können.” Red Bull 2027 als WM-Favorit? Für nächstes Jahr gibt es einen Faktor, der Verstappen Selbstvertrauen beschert: Jedes Upgrade hat in dieser Saison genau das getan, was es tun sollte und was man davon erwartet hat.
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Natürlich war das wirklich notwendig, wenn man an die große Lücke zu Jahresbeginn denkt. Aber die Lücke zu schließen war keine Selbstverständlichkeit, denn Red Bull hatte in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit der Korrelation. Der Fakt, dass jedes Upgrade-Paket dieses Jahr gezündet hat, gibt Verstappen für die kommende Saison Mut. Und wie er in Singapur richtigerweise betont hat, kann nicht jedes Topteam von sich behaupten, jedes Upgrade so hinbekommen zu haben.
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Am Ende eines unfassbar schwierigen Jahres ist das wohl das Positivste. Ein Faktor, der es vielleicht nicht dieses Jahr in die Geschichtsbücher schaffen wird, dafür aber vielleicht in Zukunft.
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