Bröckel-Asphalt sorgt für Ärger: “Richtig, richtig schlecht gemacht!”

Bröckel-Asphalt sorgt für Ärger: “Richtig, richtig schlecht gemacht!”

 

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Eigentlich galt der Hungaroring über viele Jahre hinweg als ein Kurs mit vergleichsweise hoher Haftung und einer sehr ebenen Oberfläche. Doch die jüngsten Sanierungsarbeiten haben sich ins genaue Gegenteil verkehrt. Ein neu asphaltiertes Drittel der Strecke sorgt bei Fahrern und Teams für massiven Unmut.  LAT Images Der Asphalt sorgt in Ungarn für große Schwierigkeiten

Schon am Donnerstag sprach Nico Hülkenberg von einem wahren “Flickenteppich”, da vor allem in Kurve 1 große Streifen auf der Ideallinie notdürftig ausgebessert werden mussten. Im Freien Training spitzte sich die Lage weiter zu, als sich in der Zielkurve plötzlich Teile des Untergrunds auflösten und einzelne Steine herausbrachen. Zudem treibt eine Bodenwelle in Kurve 1 – entstanden durch einen unsauberen Übergang zwischen altem und neuem Belag – die Teams zur Verzweiflung, weil die Boliden beim Anbremsen hart mit dem Unterboden aufsetzen.
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In der Fahrerbesprechung am Freitagabend entlud sich schließlich die angestaute Kritik. Wie katastrophal sich der Zustand hinter dem Steuer anfühlt, macht Haas-Pilot Oliver Bearman überaus deutlich: “Sie haben die Strecke ehrlich gesagt richtig, richtig schlecht neu asphaltiert. Wir sind uns alle einig, dass sie einen extrem schlechten Job gemacht haben”, sagt er. Hätten es lieber lassen sollen, wie es war … “Ich denke, wir wären besser dran gewesen, wenn wir es einfach so gelassen hätten, wie es war, denn vorher war es viel besser. Und jetzt haben wir diese riesige Bodenwelle beim Anbremsen auf Kurve 1, die morgen interessant werden könnte. Und auch durch Kurve 13 – ich meine, das ist super merkwürdig. Und die Strecke bricht auch stark auf, also ist der Grip schlecht, es ist seltsam.” Selbst die über Nacht durchgeführten Glättungsarbeiten der Veranstalter brachten laut dem Briten keine Linderung: “Nein, nein, nein. Es wurde zwar ein bisschen abgeschliffen, aber die Bodenwellen sind immer noch da.” Auch Audi-Pilot Gabriel Bortoleto schließt sich der harten Kritik an: “Es ist sehr schlimm, wenn ich ehrlich bin, jeder sagt das Gleiche”, so der Brasilianer. “Ich finde, die Standards von FIA und F1 sollten hoch sein und sie wissen, wenn Dinge nicht korrekt sind. Ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr bei einigen Rennstrecken der Asphalt nicht der beste ist.” Video wird geladen…  

Die FIA und Formel-1-Rennleiter Rui Marques rückten am Freitagabend persönlich zur Streckeninspektion aus, um Ausbesserungsarbeiten an den kritischsten Stellen zu veranlassen. Allerdings bringen genau diese Flicken neue Tücken mit sich: Sie bieten nicht denselben Grip wie der reguläre Asphalt, was das Auto beim Überfahren schlagartig instabil macht. In der Zielkurve zwingt der bröckelnde Belag die Piloten zudem zu weiteren Radien. Wer dort die Spur verlässt, gerät direkt auf den abgetragenen Dreck und verliert sofort die Haftung.
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Franco Colapinto drehte sich am Freitag und schlug in die Streckenbegrenzung ein, Max Verstapen erwischte es am Samstag an der gleichen Stelle – er konnte einen Einschlag jedoch vermeiden. Norris: Die Balance zu finden, ist schwierig Wie unberechenbar dieses Zusammenspiel aus wechselndem Grip und Bodenwellen für die Fahrzeugbalance ist, bekam selbst Polesetter Lando Norris hautnah zu spüren. Er beschreibt das ständige Tasten nach dem Grenzbereich im Qualifying sehr anschaulich: “Ich meine, es war das ganze Wochenende über im letzten Sektor einfach schwierig.” “Schaut euch einfach eine beliebige Onboard-Kamera an: Die letzten beiden Kurven, Kurve 13 und 14, waren extrem schwer hinzubekommen”, sagt der McLaren-Pilot. “Es fühlt sich an, als ob man entweder zu verhalten fährt – oder man drückt ein kleines bisschen mehr und muss arbeiten, das Heck bricht aus, man kriegt Untersteuern, schlagartiges Ausbrechen. Es war extrem schwer einzuschätzen, wie viel man pushen darf und wie viel nicht.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Norris ergänzt, dass genau diese Flickstellen den feinen Unterschied ausmachten: “Auch weil die Strecke an manchen Stellen ziemlich aufgebrochen ist und es viele verschiedene Asphaltflicken in Kurve 1 und Kurve 12 gibt, hatte ich Mühe, ein konstantes Gefühl dafür zu bekommen, was in diesen Kurven am besten ist oder was das Auto dort jedes Mal macht”, so der Brite.
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“Der Asphalt ist definitiv kniffliger als letztes Jahr. Normalerweise hat man relativ viel Grip und es ist sehr eben. Dieses Jahr ist es mit dem neueren Asphalt, der schlechter ist als der alte, viel schwieriger, eine gute Balance zu finden. Aber es ist für alle das Gleiche, es ist einfach eine gute Herausforderung”, meint er. Rote Flagge wie in Monaco? Mit Blick auf das Rennen wächst die Sorge vor einem ähnlichen Szenario wie beim Großen Preis von Monaco im Mai. Damals musste das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen werden, um ausgerissene Asphaltstücke in der letzten Kurve per Notfall-Reparatur zu fixieren.
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Wenn am Sonntag 22 vollgetankte, schwere Boliden über den Hungaroring rollen, wird der Flickenbelag einer extremen Belastungsprobe ausgesetzt sein. Bleibt zu hoffen, dass die Notreparaturen halten – andernfalls droht der Grand Prix ebenfalls einer Unterbrechung zum Opfer zu fallen.

 
Formel1.de 

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