Colapinto ehrlich: Warum Las Vegas mein härtester Moment war
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Der Alpine-Pilot Franco Colapinto erklärt, warum seine ersten Monate in der Formel 1 “schockierend” waren: Erst wegen der unerwarteten Punkteplatzierungen und des Hypes in Argentinien, dann wegen der enormen Herausforderung nach seinem Unfall in Las Vegas. Sutton Images Franco Colapinto spricht über seine bisher härteste Zeit in der Formel 1
Nachdem Logan Sargeant im dritten Freien Training in Zandvoort einen schweren Unfall erlitt und zusehen musste, wie sein Williams in Flammen aufging, entschied Teamchef James Vowles, dass es Zeit für eine Veränderung war. Am 27. August wurde Sargeant offiziell vor die Tür gesetzt und für den Rest der Saison 2024 durch Colapinto ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt fuhr der Argentinier noch für das niederländische Team MP Motorsport in der Formel 2 und war erst anderthalb Jahre zuvor in die Williams-Nachwuchsakademie aufgenommen worden. Mit wenig Erfahrung im Haifischbecken Mit nur einem Vorsaison-Test in Abu Dhabi und einem Einsatz im Freien Training in Silverstone im Gepäck hatte Colapinto nur sehr wenig Formel-1-Erfahrung, was bedeutete, dass er praktisch ins kalte Wasser geworfen wurde.
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Sein Debüt endete mit einem zwölften Platz in Monza, doch danach beobachteten viele im Fahrerlager mit großem Interesse, wie er sich in Baku und Singapur schlagen würde – zwei der anspruchsvollsten Stadtkurse im Formel-1-Kalender. Colapinto lieferte ab und löste in seiner Heimat Argentinien eine riesige Begeisterungswelle aus. “Mein Beispiel war ein ziemlicher Schock”, gesteht Colapinto fast zwei Jahre später in einem exklusiven Interview mit unserer Schwesterseite Autosport. Der Hype um Colapinto “Ich habe meine Formel-1-Karriere gestartet und bin in meinem zweiten Rennen direkt ins Q3 gefahren und habe Punkte geholt. Das dritte Rennen war auf einer super schwierigen Strecke in Singapur, und ich habe wieder fast Punkte geholt. Dann habe ich in Austin gepunktet, es war also ein fantastischer Start.” Alpine, die Vierte: Warum sollte Fernando Alonso das tun, Marc Surer? Video wird geladen… Fernando Alonso will nochmal Weltmeister werden. Muss er dafür schon wieder das Team wechseln?
Diese beeindruckende Zeit machte Colapinto zu einem der heißesten Namen im Fahrerlager. Das war genau das, was er brauchte, da Williams sein Fahreraufgebot für die folgende Saison mit Alexander Albon und Carlos Sainz, der bei Ferrari ersetzt worden war, bereits festgezurrt hatte. Der Argentinier musste sich im Schaufenster präsentieren, doch nach seinem Raketenstart stellte er fest, dass eine Formel-1-Karriere niemals geradlinig verläuft – auch seine eigene nicht. “Danach hatte ich diesen Unfall in Las Vegas, und plötzlich war alles eine Katastrophe. Jeder hat auf einmal alles vergessen!” Der Rückschlag in Las Vegas Unter dem Flutlicht von Las Vegas schien es anfangs wieder gut zu laufen. Während Albon im Q1 ausschied, schaffte Colapinto den Sprung in den zweiten Qualifying-Abschnitt, doch genau dort ging es schief.
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Er touchierte die innere Begrenzung in Kurve 15, bevor er mit einer Wucht von 50G heftig in die Mauer einschlug. “Ich glaube zwar, dass man immer nur so gut ist wie sein letztes Rennen, aber es war ärgerlich, dass all die Mühe und die guten Dinge wegen eines einzigen Rookie-Fehlers plötzlich vorbei waren. Letztendlich war ich ja noch am Lernen.” So änderte sich die Perspektive “Ich hatte vorher noch nie ein Formel-1-Auto gefahren, abgesehen von einem halben Tag in Abu Dhabi. Das ist keine Ausrede, aber es hat mir gezeigt, wie schnell sich die Dinge in der Formel 1 ändern können, und das ist manchmal ein bisschen nervig. In der Formel 1 muss man sich selbst ein wenig verändern” Die Formel-1-Rookies der vergangenen 22 Jahre
Es war das erste Mal, dass Colapinto am eigenen Leib erfuhr, wie schnell sich die öffentliche Meinung ändern kann, wenn ein Fahrer ständig im Rampenlicht steht. Doch das ist nicht einmal der Hauptgrund, warum er den Unfall als den bisher schwierigsten Moment seiner Formel-1-Karriere bezeichnet.
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Die Erklärung dafür hängt mit dem damaligen Fahrermarkt zusammen. Da das Williams-Aufgebot für 2025 bereits stand, musste sich Colapinto für andere Teams empfehlen, was nach seinem Unfall plötzlich zu einer weitaus schwierigeren Aufgabe wurde. Keine scharfen Waffen mehr Obwohl Colapinto nach einem Besuch im Medical Center grünes Licht erhielt, konnte man das von seinem Williams wahrlich nicht behaupten, der größtenteils Schrott war. “Ich musste die letzten beiden Rennen in Katar und Abu Dhabi mit alten Teilen fahren, weil das Auto nach dem Unfall in Vegas zerstört war.”
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Das brachte ihn bei den letzten beiden Rennwochenenden im Nahen Osten in eine schwierige Lage. Colapinto kämpfte um seine Formel-1-Zukunft, wusste aber, dass er nicht mehr das passende Material dafür hatte. “Ich erzähle dieses Beispiel jetzt, weil es für mich am schwierigsten war. Meine Zeit lief ab, ich hatte noch keinen neuen Vertrag, und dann will man natürlich Leistung bringen, um sich zu beweisen.” Die Formel 1 verlangt alles ab “Aber plötzlich weißt du, dass du es nicht kannst, weil du ein Auto hast, das drei Zehntel langsamer ist. Das war knifflig für mich, ich glaube, die bisher schwierigste Erfahrung, aber all diese Dinge machen einen unheimlich stark.” Diese Formel-1-Fahrer haben in ihrem Rookiejahr gewonnen
Es ist Teil der mentalen Seite der Formel 1, die die Öffentlichkeit nur selten zu Gesicht bekommt – genau wie die vielen Verpflichtungen hinter den Kulissen. Doch diese Aspekte haben bei Colapinto in seiner Rookie-Saison den größten Eindruck hinterlassen.
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“Die Lernkurve ist schockierend. Um ehrlich zu sein, war ich nach meinen ersten paar Rennen bei Williams nach jedem Rennwochenende völlig erschöpft, einfach wegen der Fülle an Dingen, mit denen ich mich plötzlich auseinandersetzen musste.” Rückschritt und Comeback “Das sind die Dinge, die niemand sieht. Ich finde, die Formel 1 ist ein wunderschöner Sport, und es ist das, wovon wir unser ganzes Leben lang geträumt haben. Aber wenn man erst einmal da ist, ändert sich vieles, und man muss sich auch selbst ein wenig verändern.” Alle Formel-1-Autos von Renault/Alpine
Anfang 2025 musste sich Colapinto mit der Rolle des Test- und Ersatzfahrers bei Alpine abfinden, kehrte aber nach dem Großen Preis von Miami in die Startaufstellung zurück. Diesmal ersetzte er Jack Doohan, der von Anfang an unter enormem Druck gestanden hatte.
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Das zweite Kapitel von Colapintos Formel-1-Karriere begann deutlich schwieriger als das erste, was auch daran lag, dass Alpine seinen Fokus bereits auf das neue technische Reglement verlagert hatte. So hat Colapinto viel gelernt Colapinto betont jedoch, dass er nun von dieser schwierigen Phase und den Herausforderungen Ende 2024 profitiert. “Vergangenes Jahr habe ich viele Dinge verstanden und bin als Fahrer viel schneller gereift. Es war eine harte Zeit für mich, aber sie hat mich viel stärker und mental widerstandsfähiger gemacht.”
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“Auch wenn es so aussieht, als ob ich mich 2026 mehr verbessere, glaube ich fest daran, dass 2025 das Jahr war, in dem ich mich viel mehr gesteigert habe als jetzt im Jahr 2026.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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“Das liegt wiederum an diesen schwierigen Momenten, schwierigen Gesprächen und Zeiten, in denen einfach nichts funktioniert. Denn wenn nichts läuft, wird alles sehr angespannt und sehr schwierig. Ich habe immer das Gefühl, dass es genau diese Momente sind, die mich am meisten weitergebracht haben.”
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