Damon Hill: Warum ihn Williams seiner Meinung nach wirklich rauswarf
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Obwohl Damon Hill 1996 Formel-1-Weltmeister wurde, war für ihn im kommenden Jahr kein Platz bei Williams mehr. Der Brite nahm die Startnummer 1 zur Saison 1997 mit zu Hinterbänkler Arrows, während Heinz-Harald Frentzen sein Cockpit an der Seite von Jacques Villeneuve übernahm. LAT Damon Hill wurde 1996 Weltmeister, verlor aber trotzdem sein Cockpit bei Williams
Gegenüber Formula1.com hat Hill nun verraten, warum Williams ihn damals seiner Meinung nach vor die Tür setzte: “Im Laufe der Zeit ist mir unter anderem klar geworden, dass es in der Formel 1, was den Markt angeht, eine Tendenz in Richtung Deutschland gab – und zwar wegen Michael.” Michael Schumacher war 1994 und 1995 mit Benetton zweimal Weltmeister geworden und anschließend zu Ferrari gewechselt. Zu dieser Zeit boomte die Formel 1 in Deutschland, und Hill glaubt, dass Williams schlicht und ergreifend auch ein Stück vom Kuchen haben wollte.
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“Es wurde viel ins TV investiert, und Deutschland gewann zunehmend an Bedeutung. Daher war ein deutscher Fahrer für das Marketing der Formel 1 wichtig. Und man sprach davon, dass Frentzen genauso gut sei wie Michael – zumindest als er noch Sportwagen fuhr”, so Hill. Wie Williams Hill die Entscheidung erklärte Tatsächlich deckt sich zumindest dieser Teil seiner Theorie mit Aussagen von zum Beispiel Flavio Briatore, der Schumacher 1991 zu Benetton geholt hatte. Vor einigen Jahren behauptet der Italiener, dass damals “mehr oder weniger alle” in der Formel 1 lieber Frentzen als Schumacher verpflichtet hätten. Während “Schumi” den Einstieg in die Königsklasse allerdings schon 1991 schaffte, folgte ihm Frentzen erst drei Jahre später. Er debütierte 1994 für Sauber und fuhr drei Jahre für das Schweizer Team, bevor er zur Saison 1997 als Hill-Ersatz zu Williams wechselte. Zehn Weltmeister, die sich beim Teamwechsel verzockten
Der Brite erinnert sich an ein Treffen mit Teamchef Frank Williams 1996: “Als Frank mir sagte, dass sie mich entlassen würden, meinte er: ‘Ich muss an die Zukunft des Teams denken.’ Das war seine Antwort, seine Ausrede. Und ich sagte: ‘Ich bin nicht die Zukunft? Warum ist das so?'” Zwar war Hill bei seinem Titelgewinn im Jahr 1996 bereits 36 Jahre alt und damit sieben Jahre älter als Frentzen und sogar elf Jahre älter als Teamkollege Villeneuve. Doch Hill glaubt nicht, dass sein Alter das wahre Grund für die Entscheidung war. “Jahre später habe ich ein wenig recherchiert”, berichtet er. Welche Rolle spielte BMW? Williams habe bei der Verpflichtung von Frentzen “möglicherweise auch den Einsatz von BMW-Antrieben” im Blick gehabt, “was schließlich auch geschah”, erinnert Hill. Tatsächlich vereinbarten Williams und BMW im Jahr 1998 eine Partnerschaft und ab der Saison 2000 belieferte der deutsche Hersteller das Team mit Motoren.
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“Ich glaube, ein deutscher Fahrer war dabei entscheidend”, so Hill, der sich als Opfer dieser Situation sieht. “Im Grunde genommen spielte es keine Rolle, was ich 1996 tat. Frank hatte bereits zwei Fahrer für 1997 unter Vertrag genommen. Es war also kein Platz mehr frei”, zuckt er die Schultern. Die Williams-Story
Frentzen selbst saß übrigens nie in einem Williams-BMW. Er fuhr lediglich zwei Jahre für das Team, bevor er zur Saison 1999 durch Ralf Schumacher ersetzt wurde. BMW bekam damit bei der Formel-1-Rückkehr 2000 also einen deutschen Piloten – aber eben nicht Frentzen. Der wechselte zur Saison 1999 zu Jordan und wurde dort ausgerechnet Teamkollege von Hill. Während Frentzen in diesem Jahr im Jordan 199 überraschend um den Titel mitkämpfte und am Ende WM-Dritter wurde, schloss Hill die Saison lediglich auf Rang zwölf ab und trat am Ende des Jahres aus der Formel 1 zurück. So stellt Patrick Head die Williams-Sichtweise dar Williams-Mitbegründer Patrick Head schilderte im Podcast Beyond the Grid bereits vor einigen Jahren, wie die Trennung von Hill damals seiner Meinung nach ablief. Seine Version der Geschichte unterscheidet sich dabei deutlich von Hills Theorie.
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So habe Hills damaliger Manager Michael Breen einfach zu viel Geld verlangt. “Er war arrogant und sagte zu Frank, Damon würde nicht mehr für Williams fahren, wenn es kein Gehalt wäre, das fünfmal so hoch war wie sein 1995er-Gehalt”, erinnert sich Head. Frank Williams habe Breen daraufhin nach Hause geschickt, und das Team habe als Reaktion darauf “angefangen, uns über andere Fahrer Gedanken zu machen”, so Head, der die Trennung von Hill rückblickend übrigens als “großen Fehler” bezeichnet.
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Zumindest in diesem Punkt dürften sich beide Seiten einig sein.
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