“Er macht’s, er macht’s, er macht’s”: So krass war Norris’ “winning Move”

“Er macht’s, er macht’s, er macht’s”: So krass war Norris’ “winning Move”

 

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Runde 53 im Grand Prix der Niederlande, Lewis Hamilton (Ferrari) führt vor Kimi Antonelli (Mercedes) und Lando Norris (McLaren). Hamilton hat die ältesten Reifen (27 Runden), vor Antonelli (12 Runden) und Norris (5 Runden). Und Norris hat nach seinem Boxenstopp gerade fünf Sekunden Rückstand auf Antonelli innerhalb von nur drei Runden zugefahren.  LAT Images Das Manöver: Am Beginn von Runde 54 geht Lando Norris außen an Kimi Antonelli vorbei

Das Trio beschleunigt in die überhöhte Zielkurve in Zandvoort, und Sky-Kommentator Sacha Roos dämmert schon, dass eine Attacke bevorstehen könnte: “Norris dahinter, der kriegt jetzt vielleicht sogar einen doppelten Windschatten, und ist jetzt supernah dran. Jetzt könnt’s klappen, jetzt könnt’s klappen für Lando Norris, mit dem Windschatten, den er hat, und dem Extra-Boost”, antizipiert er im Live-Broadcast. Es geht im Windschattenkampf über die Start- und Ziellinie, die 54. Runde beginnt – und beim Anbremsen von Kurve 1 (Tarzanbocht) steigt Antonelli scheinbar einen Moment später in die Eisen als Norris und zieht nach innen. “Ne, ne, ne, ne, ne, ne”, beruhigt sich Roos wieder, und die Attacke scheint für ein, zwei Sekunden abgeblasen zu sein. Timo Glock: “Außen rum geht er mit …” Aber Co-Kommentator Timo Glock dämmert schon: “Außen rum geht er mit …” Jetzt rastet Roos am Mikrofon aus: “Er macht’s, er macht’s, er macht’s, und er kriegt’s hin! Mega Überholmanöver von Lando Norris (…)! Ich glaub’, da hat er ihn ganz schön überrascht. Ich glaub’, da hat der Italiener nicht damit gerechnet, dass der da nochmal mutig draufhält.” queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Hat er auch nicht”, stimmt Glock zu, “weil der hat innen abgedeckt. Muss [ich] mir nochmal genau anschauen, ob Kimi Antonelli so ein bisschen versucht hat, Lewis Hamilton zu attackieren, oder zur Sicherheit innen abgedeckt hat.”
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Es war in einem Rennen, das nicht arm war an spektakulären Szenen, einer der aufregendsten Momente. Und einer, in dem Norris mal zeigen konnte, aus welchem Holz er geschnitzt ist. “Tschuldige bitte, aber die … musst du haben”, sagt Roos, ohne die Oliver-Kahn-Worte auszusprechen. “Das ist richtig”, nickt Glock. In einer Ära der Formel-1-Geschichte, in der echte Überholmanöver selten geworden sind und Gegner einander oftmals überholen, weil sie der eine noch mehr Batterie übrig hat als der andere, war Norris’ erfolgreiche Attacke gegen Antonelli ein Gänsehautmoment. Ein bisschen wie Mika Häkkinen in Spa 2000, der einfach rechts an Michael Schumacher vorbeifuhr, als der links damit beschäftigt war, Ricardo Zonta zu überrunden. So hat Norris das Zandvoort-Manöver gegen Antonelli erlebt “War ein guter Move”, grinst Norris im Nachhinein. “Ich wusste, ich würde nicht viele Chancen bekommen. Mit jeder Runde, die ich dahinter fahre, würden meine Chancen geringer werden. Dann sah ich, dass sich Lewis innen verteidigte, und das war mein Moment. Ich stellte ein paar Klicks Bremsbalance um. Ich wusste, dass ich mich fürs Anbremsen committen muss, und das Manöver hat mir das Rennen gewonnen. Well played. Ich wusste, dass das sitzen muss, und es war vielleicht meine einzige Chance. Die habe ich genutzt.” Danach ließ der McLaren-Pilot nichts mehr anbrennen. Noch in der gleichen Runde ging er auch an Hamilton vorbei und damit in Führung, und sein Sieg geriet nie wieder in Gefahr. Aber Norris ist sich sicher: “Wenn ich Kimi da nicht überholt hätte, hätte ich wahrscheinlich nicht gewonnen.”
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“Ich glaube, dass ich mein Rennen heute maximiert habe”, analysiert er. “Zuerst habe ich mir das Leben mit einem schlechten Start schwer gemacht. Wir müssen verstehen, wie es dazu kommen konnte. Aber wir haben das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten, nämlich das Rennen zu gewinnen.” Zandvoort: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Norris schlägt für ihn ungewohnt selbstbewusste Töne an, wenn er sagt: “Ich weiß, was für einen guten Job ich hinterm Lenkrad mache. Ich bin keiner, der gern über sich selbst redet – normalerweise genau das Gegenteil. Aber heute muss ich mich einmal selbst loben. Dafür, dass ich das Gefühl habe, ich habe einen besseren Job gemacht als alle anderen. Das kann auch den Unterschied machen.” “Heute war so ein Tag, an dem ich viele gute Entscheidungen getroffen habe. Von der Strategie über das Reifenschonen, genau zu wissen, wann meine Momente sind, wann es drauf ankommt, wann ich eher rausnehmen muss. Da geht im Cockpit ganz schön viel vor sich. Es ist nicht so, dass man jede Runde Vollgas gibt. Aber das Manöver war der entscheidende Moment, und das hat mir den Sieg gebracht”, erklärt der 26-Jährige. Sonderlob von McLaren-Teamchef Andrea Stella Eine Leistung, die ein Sonderlob von Andrea Stella verdient. Der McLaren-Teamchef spart nicht damit, dem Budapest- und jetzt auch Zandvoort-Sieger Rosen zu streuen: “Lando zeigt beim Fahren inzwischen definitiv ein höheres Maß an Entschlossenheit. Ich denke, das Überholmanöver gegen Antonelli heute ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Er zeigt mehr Selbstvertrauen.”
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“Und das Interessante daran – und das gefällt mir ziemlich gut – ist, dass sich Selbstvertrauen nicht immer darin äußert, der Aggressivste zu sein. Manchmal zeigt sich Selbstvertrauen darin, dass man sich sagt: ‘Weißt du was, ich werde mich jetzt nicht auf diesen Kampf einlassen, weil ich dabei möglicherweise den Kürzeren ziehe. Es ist ein sehr langes Rennen. Wir sehen uns am Ende des Rennens.'” Video wird geladen…  

“Es ist dieses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in die eigene Stärke, das mir ziemlich gut gefällt. Und das bedeutet, dass man manchmal sogar derjenige ist, der zurücksteckt, wenn die Situation zu riskant wird. Nach dem Motto: Ich möchte in diesem Rennen bleiben.”
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Stella unterstreicht: “Wir dürfen nicht vergessen, dass er in den beiden letzten Rennen, die er gewonnen hat, seine Poleposition jeweils nicht verteidigt hat. Am Ende der ersten Runde lag er nur auf Platz 2. Aber ich habe weder gehört noch wahrgenommen, dass sein Selbstvertrauen dadurch irgendwie nachgelassen hätte. Er wusste, dass er schnell war, und hat einfach seine Gelegenheit vorbereitet, um seine Konkurrenzfähigkeit anschließend auszuspielen.” “Ich denke daher, dass Entschlossenheit und Selbstvertrauen wahrscheinlich die beiden Eigenschaften sind, bei denen er sich am stärksten verbessert hat – wenn wir einmal die technischen und operativen Aspekte außer Acht lassen”, sagt der McLaren-Teamchef. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Norris, amtierender Weltmeister der Formel 1, hat trotzdem noch einen langen Weg vor sich, wenn er seinen Titel von 2025 erfolgreich verteidigen möchte. In der Fahrer-WM liegt er trotz der Siege in Budapest und Zandvoort nach zwölf von 23 geplanten Grands Prix an vierter Stelle, 83 Punkte hinter Spitzenreiter Antonelli.

 
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