Erklärt: Warum der Grand Prix von Spanien jetzt in Madrid stattfindet

Erklärt: Warum der Grand Prix von Spanien jetzt in Madrid stattfindet

 

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35 Jahre lang war Barcelona die Heimat des Grand Prix von Spanien. Seit 1991 gastierte die Formel 1 ohne Unterbrechung auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya (alle Statistiken in der Formel-1-Datenbank!). 2026 übernimmt Madrid den Spanien-Grand-Prix – aber warum?  LAT Images Der Spanien-Grand-Prix zieht um von Barcelona nach Madrid

Die einfache Erklärung, Madrid habe Barcelona mit mehr Geld ausgestochen, greift zu kurz. Wie viel Madrid für seinen Vertrag von 2026 bis 2035 an die Formel 1 bezahlt, ist nicht offiziell bekannt. Ebenso gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Formel 1 mit der Strecke in Barcelona grundsätzlich unzufrieden war. Entscheidend ist vielmehr das Gesamtpaket, das Madrid angeboten hat. Der neue “Madring” entstand rund um das Messezentrum IFEMA und liegt nur rund 16 Kilometer vom Stadtzentrum sowie nur wenige Kilometer vom Flughafen Madrid-Barajas entfernt. Metro, Bahn und Bus erschließen das Gelände. Bei der Vergabe ging man davon aus, dass rund 90 Prozent der Zuschauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können. Stichwort: Nachhaltigkeit. Wo Madrid gegenüber Barcelona im Vorteil ist Das ist ein Vorteil gegenüber Barcelona. Dort sorgte insbesondere der Besucheransturm 2022 für massive Verkehrsprobleme und lange Warteschlangen. Die Formel 1 bezeichnete die Situation damals als “nicht akzeptabel”. Barcelona reagierte anschließend mit Verbesserungen.
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Noch wichtiger ist jedoch das kommerzielle Potenzial Madrids. Rund um die Strecke stehen die Veranstaltungsflächen der IFEMA zur Verfügung. Sie bieten Platz für Hospitality, VIP-Angebote, Sponsorenaktivitäten und Entertainment. In der ersten Ausbaustufe soll es 110.000 Tribünenplätze geben, später bis 140.000 Plätze. Neue Formel-1-Strecken seit 2000

Genau darauf setzt die Formel 1 unter Liberty Media verstärkt: Ein Grand Prix soll längst nicht mehr nur ein Autorennen sein, sondern ein mehrtägiges Großevent. Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali erklärte bei der Vergabe entsprechend, Madrid passe zur Vision eines Spektakels aus Sport und Entertainment. Ihm schwebt “ein mehrtägiges Sport- und Unterhaltungsspektakel” vor, “das den Fans einen maximalen Nutzen bietet und Innovation und Nachhaltigkeit umfasst”. Auch die Großstadt selbst wird Teil des Produkts: Flughafen, Hotels, Gastronomie und Freizeitangebote liegen praktisch vor der Tür. Dazu kommt ein langfristiger Vertrag bis einschließlich 2035. Sind Strecken wie Barcelona ein Auslaufmodell? Hat Barcelona also verloren? Nur teilweise. Barcelona steht eher für das traditionelle Grand-Prix-Modell: eine permanente Rennstrecke außerhalb der Stadt, deren Veranstaltung stark öffentlich unterstützt wurde. Madrid verspricht dagegen ein stärker auf Hospitality und zusätzliche Erlöse zugeschnittenes Event. Barcelona hat jedoch inzwischen darauf reagiert: Strecke und Hospitality wurden modernisiert, die kommerzielle Vermarktung neu organisiert. Und die Formel 1 hält an der Strecke fest: Nach 2026 finden dort auch 2028, 2030 und 2032 Rennen statt, allerdings nicht mehr als “Grand Prix von Spanien”, sondern als “Grand Prix von Barcelona-Katalonien” – und in Rotation mit Spa-Francorchamps.
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Damit wird deutlich: Madrid hat Barcelona nicht aus der Formel 1 verdrängt. Madrid hat Barcelona vor allem den Status als Spaniens wichtigster Formel-1-Veranstalter abgenommen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Warum? Weil Madrid genau das bietet, worauf die moderne Formel 1 setzt: Großstadtlage, gute Erreichbarkeit, umfangreiche Hospitality, Entertainment und großes kommerzielles Potenzial. Entscheidend war also offenbar nicht allein, welche Rennstrecke besser ist – sondern auch, was sich rund um diese Rennstrecke veranstalten und verkaufen lässt.

 
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