Formel-1-Technik: Mercedes-Unterboden nach Russell-Ausfall in Spa enthüllt
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Der frühe Ausfall von George Russell beim Großen Preis von Belgien war für den Mercedes-Piloten ein großes Ärgernis, für die Konkurrenz allerdings ein kleiner Glücksfall: Denn als der W17 des Briten vom Bergekran angehoben wurde, war erstmals in diesem Jahr ein freier Blick auf den neuen Unterboden möglich. circuitpics.de Der Mercedes W17 von George Russell hängt am Bergekran
Für die Aerodynamiker gibt es kaum einen unangenehmeren Anblick, als ihr Auto an einem Kran hängend zu sehen – abgesehen davon, dass der Fahrer das Training oder Rennen nicht fortsetzen kann. Denn die Teams halten das Design ihres Unterbodens möglichst geheim. Während der Fahrt oder in der Garage bleibt ein Großteil der Details verborgen. Muss ein Auto jedoch mit einem Kran geborgen werden, wird die Unterseite der Autos oft für alle sichtbar. Ein prominentes Beispiel war Sergio Perez’ Qualifying-Unfall in Monaco 2023.
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Damals dominierte Red Bull die Ground-Effect-Ära, und der Blick auf den Unterboden des RB19 lieferte den Konkurrenzteams wertvolle Hinweise darauf, warum das Auto so effizient funktionierte. Zwar verraten Fotos den Aerodynamikern nicht alle Details, sie können jedoch als Grundlage für Simulationen mit ähnlichen Konzepten dienen. Zwar ist der Unterboden in diesem Jahr nicht mehr so bedeutend, weil die Aerodynamik-Regeln verändert wurden und der Boden insgesamt etwas weniger entscheidend für die Performance der Autos ist. Dennoch liefert der freigelegte Mercedes-Unterboden von Spa interessante Einblicke in die Konstruktion der aktuellen Topautos. Was sind die wichtigsten Elemente des Mercedes-Unterbodens? Ein genauer Blick auf das Heck des aktuellen Mercedes von George Russell und Kimi Antonelli zeigt mehrere markante Komponenten, von denen einige Elemente zwar schon aus der Vergangenheit bekannt sind, andere Feinheiten allerdings interessante Details verraten, insbesondere zur Luftführung unter dem Mercedes. circuitpics.de Die wichtigsten Details am Unterboden des Mercedes W17
Diffusor (1): Er erweitert den Luftstrom unter dem Auto und erzeugt dadurch einen Unterdruck. Die Luft unter dem Wagen wird in den Diffusor gesaugt und erzeugt somit Anpressdruck (Downforce). Diffusor-Kickline (2): Ab diesem Punkt muss der Unterboden laut Reglement nicht mehr vollständig flach verlaufen. Planke/Skid Block (3): Sie besteht aus einem Kunstharzmaterial und verhindert, dass die Autos zu tief fahren. Nutzt sie sich während eines Rennens um mehr als einen Millimeter ab, droht die Disqualifikation. So wie bei McLaren im Vorjahr in Las Vegas.
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Äußere Unterbodenkante (4): Sie liegt höher als der Hauptteil des Unterbodens – eine Maßnahme der FIA, um den Anpressdruck einzudämmen. Äußere Diffusor-Elemente (5): Sie verbinden die Aerodynamik an den Radträgern mit dem Diffusor. Diffusor-Leitbleche, auch Strakes (6): Sie dienen dazu, den Luftstrom unter dem Auto gezielt zu führen.
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Diffusor-“Loch” (7): Eine Ergänzung, die in diesem Jahr eingeführt wurde, um die Einspeisung des Luftstroms in den gesamten Diffusor zu unterstützen. Wo die FIA bei Mercedes einige Änderungen forderte Auf den Bildern sind außerdem kleine Laschen entlang der oberen Diffusorkante zu erkennen. Mercedes hatte ursprünglich größere Versionen dieser Elemente eingesetzt, um den wirksamen Arbeitsbereich des Diffusors zu vergrößern. Der Automobil-Weltverband FIA verpflichtete das Team jedoch dazu, diese Elemente zu verkleinern. LAT Images Der Unterboden von Mercedes stand dieses Jahr schon mehrfach im Fokus
Auch die Aufhängungskomponenten und der Beam Wing vor dem Diffusor sind entsprechend angewinkelt. Gemeinsam tragen sie dazu bei, den Unterdruckbereich hinter dem Auto zu vergrößern. Diese Bauteile arbeiten aerodynamisch eng mit dem Heckflügel zusammen, um konstant hohen Abtrieb an der Hinterachse zu erzeugen.
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Die äußeren Elemente des Diffusors sind im Grunde eine Weiterentwicklung der an den Bremskanälen befestigten Kaskadenflügel aus der vergangenen Saison und vergrößern den wirksamen Bereich des Diffusors zusätzlich. Neues Formel-1-Reglement ermöglicht zusätzliche Öffnung Nach dem Reglement des vergangenen Jahres musste der Diffusor weitgehend geschlossen sein, um die Strömungsstrukturen unter dem Auto möglichst wenig zu stören. Weil die Fahrzeuge 2026 weniger empfindlich auf Strömungsabrisse reagieren, haben mehrere Teams nun ein zusätzliches “Loch” im Diffusor integriert. Video wird geladen…
Dadurch kann sich die Luft unter dem Fahrzeug stärker ausdehnen. Gleichzeitig übernehmen die inneren Elemente des Diffusors praktisch die Funktion zusätzlicher Leitbleche und helfen dabei, den Luftstrom im hinteren Bereich des Unterbodes gezielt zu kontrollieren. Kampf gegen Strömungsabrisse Angesichts der großen Länge des Unterbodens gehört die Vermeidung von Strömungsabrissen zu den größten Herausforderungen. Je energiereicher und schneller die Luft unter dem Auto strömt, desto besser lässt sich der durch Oberflächenreibung verursachte Energieverlust kompensieren. Formel-1-Quiz
Unter der Flagge welchen Landes startet(e) das Mercedes-Team in der Formel 1?
Portugal Mexiko Tschechien Deutschland Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Gleichzeitig hilft eine gezielte Aufteilung der Karosseriestruktur im hinteren Bereich dabei, den Luftstrom stabil zu halten. Ebenfalls sichtbar sind die Schlitze an den hinteren Ecken des Unterbodens unmittelbar vor den Hinterreifen.
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Mercedes änderte diesen Bereich bereits zum Großen Preis von Kanada, um das sogenannte “Tyre Squirt” besser zu kontrollieren. Dabei drücken die sich drehenden und verformenden Hinterreifen turbulente Luft seitlich heraus, die in den Diffusor gelangen und dessen Wirkung beeinträchtigen kann. Stabilität an der Hinterachse entscheidend Obwohl die aktuelle Fahrzeuggeneration deutlich weniger komplex aufgebaut ist als ihre Vorgänger, steckt nach wie vor enorm viel Entwicklungsarbeit im Diffusor. Denn nur ein effizient arbeitender Diffusor sorgt für genügend Stabilität an der Hinterachse.
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Fehlt dieser Abtrieb, kann der Fahrer die Motorleistung beim Herausbeschleunigen nicht sauber auf die Strecke bringen und das Auto gerät leichter ins Rutschen. Ist das Heck unberechenbar und bietet keine stabile Balance zum Vorderwagen, verliert der Fahrer das Vertrauen in das Fahrzeug – und damit letztlich auch Performance.
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