Frederic Vasseur nach Ferrari-Zoff: “Mein Job ist es, das Team zu schützen”

Frederic Vasseur nach Ferrari-Zoff: “Mein Job ist es, das Team zu schützen”

 

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Frederic Vasseur hat die Spannungen zwischen Charles Leclerc und Lewis Hamilton nach dem Italien-Grand-Prix nicht abgestritten. Der Ferrari-Teamchef sprach nach dem Rennen mit beiden Fahrern über die Ereignisse auf der Strecke und einige Aussagen des Wochenendes. Gleichzeitig wehrt er sich gegen die Darstellung, bei Ferrari sei daraus eine größere Krise entstanden.  circuitpics.de Frederic Vasseur ist um Ruhe beim Ferrari-Team bemüht

“Wir hatten einige gute Gespräche mit Lewis und Charles”, sagt Vasseur gegenüber Motorsport.com. Beide hätten die offenen Punkte miteinander geklärt. Gleichzeitig erinnerte Vasseur seine Fahrer an grundlegende Prinzipien seiner Teamführung. Dazu gehört für den Franzosen vor allem, dass jeder Verantwortung für Ferrari übernimmt. “Mein Job ist es, die Hunderte von Menschen im Team zu schützen und Verantwortung zu übernehmen. Das habe ich auch von den Fahrern verlangt: Wenn wir Ergebnisse erzielen wollen, müssen wir das Team schützen und jeder von uns muss Verantwortung übernehmen.” Vasseur fordert Verantwortung von Leclerc und Hamilton Vasseur betont dabei ausdrücklich, dass er seinen Fahrern nicht verbieten will, Kritik zu äußern. Das Problem sieht er vielmehr darin, wie Aussagen in der Öffentlichkeit aufgenommen werden.
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“Ich verlange von ihnen nicht, dass sie nicht offen oder nicht hart sein sollen”, erklärt Vasseur. Im Gespräch mit dem Team seien die Fahrer häufig deutlich ruhiger als später gegenüber den Medien. Hamilton habe ihm nach dem Wochenende selbst gesagt: “Fred, 80 Prozent meiner Botschaft waren positiv und sie haben die 20 Prozent genommen, die negativ waren.” Für Vasseur gehört das allerdings zum Geschäft. Ein kritischer Nachsatz könne schnell zur Schlagzeile werden, während der positive Teil einer Aussage in den Hintergrund rücke. Genau das sei nach Monza passiert. Aus einem Zwischenfall auf der Strecke sei innerhalb kurzer Zeit eine Diskussion über die Fahrerführung und sogar die Stabilität des Ferrari-Teams entstanden. “Wir sind sehr schnell bei einer Krise” Leclerc und Hamilton waren sich auf der Strecke in der Startrunde gefährlich nahegekommen. Leclerc räumte anschließend selbst ein, zu aggressiv gewesen zu sein. Für Vasseur ist damit ein wichtiger Punkt geklärt. “Charles hat nach der Diskussion gesagt: ‘Ich war zu aggressiv.‘ Und für mich ist das in Ordnung”, so Vasseur. Er verweist darauf, dass auch andere Fahrer in Monza in Zweikämpfen Probleme hatten. Russell benachteiligt? Warum Mercedes Antonelli die bessere Strategie gab! Video wird geladen…  

Seine Kritik richtet sich deshalb gegen die Dimension der anschließenden Diskussion. “In unserem Fall sind wir sehr schnell von einem Zwischenfall auf der Strecke dazu übergegangen, über eine Krise bei der Führung der Fahrer zu sprechen”, meint Vasseur. Beides müsse aus seiner Sicht in der richtigen Perspektive betrachtet werden.
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Auch die Behauptung, Ferrari habe keine klaren Regeln für das Duellieren seiner Fahrer, weist Vasseur zurück. Ein Regelwerk könne zwar nicht jede mögliche Situation auf der Strecke bis ins kleinste Detail definieren. Die grundlegenden Prinzipien seien den Fahrern aber bekannt. Ferrari bleibt bei zwei Nummer-eins-Fahrern An der grundsätzlichen Philosophie will Vasseur ebenfalls nichts ändern. Leclerc und Hamilton sollen gleich behandelt werden. Erst wenn einer der beiden im Titelkampf keine realistische Chance mehr besitzt, könnte Ferrari eine klare Entscheidung zugunsten eines Fahrers treffen.
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“Ferrari-Fahrer können auf eine Gleichbehandlung zählen”, sagt Vasseur. Sollte irgendwann einer aus dem Titelkampf ausscheiden, werde er eine Entscheidung treffen. “Aber bis zu diesem Moment wird die Behandlung gleich sein.” Als Beispiel verwies Vasseur auf die vergangene Saison und McLaren. Dort habe Oscar Piastri mit einem Vorsprung von mehr als 30 Punkten auf Lando Norris gelegen, als das Team Norris in Monza während des Rennens auf Platz zwei zurücksetzen ließ. Vasseur sieht darin eine Erinnerung daran, wie schwer es ist, den richtigen Zeitpunkt für eine solche Entscheidung zu bestimmen. “Wir werden eine Entscheidung treffen, wenn wir näher am Ende sind”, sagt er. “Aber heute gibt es darüber überhaupt nichts zu diskutieren.” Vasseur verteidigt Ferrari-Entwicklung Auch die technische Kritik nach Monza lässt Vasseur nicht gelten. Die ADUO2, die Ferrari in Monza eingeführt hatte, sei in einigen Darstellungen als nicht funktionierendes Upgrade bezeichnet worden. Für Vasseur greift diese Bewertung zu kurz.
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Entscheidend sei, wie stark sich ein Defizit bei der Motorleistung auf unterschiedlichen Strecken auf die Rundenzeit auswirke. Ein Fortschritt beim Motor müsse deshalb nicht automatisch bedeuten, dass Ferrari auf jeder Strecke im direkten Vergleich näher an die Konkurrenz heranrückt. Historische Aufholjagd: Wie Antonelli Russell gedemütigt hat I Rennen F1 Monza 2026 Video wird geladen…  

“Das bedeutet nicht, dass die ADUO nicht funktioniert”, erklärt Vasseur. Selbst bei einem Fortschritt von mehreren PS könne Ferrari in Monza weiter vom Referenzwert entfernt sein als zuvor in Zandvoort.
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Besonders eine Aussage störe ihn deshalb. “Wenn ich lese, dass die ADUO nicht funktioniert, finde ich das respektlos gegenüber den Menschen, die am Motor arbeiten, weil es nicht der Realität entspricht”, sagt Vasseur. Spekulationen über seine Zukunft lassen ihn kalt Dass seine eigene Position bei Ferrari immer wieder Gegenstand von Spekulationen ist, will Vasseur ebenfalls nicht zum Thema machen. Gerüchte über seine Zukunft seien Teil seines Jobs. “Jemand sagt, ich werde dieses Wochenende gefeuert oder gestern Abend gefeuert”, so Vasseur. Er verweist stattdessen auf die sportliche Entwicklung und die Möglichkeit, weitere Rennen zu gewinnen. “Unter Druck zu stehen, gehört zu meinem Job. Das ist nichts, womit ich Energie verschwenden möchte.”
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Auch die Frage, ob er sich in seiner Position manchmal allein fühle, weist Vasseur zurück. Der Kommunikationskanal zu John Elkann sei ständig offen und konstruktiv. Zudem seien bei fast jedem Rennwochenende Vertreter der Ferrari-Führung vor Ort gewesen.

 
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