Ingenieure in Sorge: Madring wird eine große Belastungsprobe für die Technik

Ingenieure in Sorge: Madring wird eine große Belastungsprobe für die Technik

 

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Die Formel 1 gastiert an diesem Wochenende erstmals auf dem sogenannten “Madring”, dem neuen Stadtkurs rund um das Messegelände in Madrid. Doch während sich die Piloten auf die neue Steilkurve mit 24 Prozent Überhöhung freuen, blicken die Ingenieure mit gemischten Gefühlen auf die hohen Belastungen.  LAT Images Die Steilkurve auf dem Madring könnte zur technischen Belastungsprobe werden

Denn “La Monumental” ist zwar nicht die steilste Kurve in der Geschichte der Formel 1, mit 550 Metern aber die längste: Das Oval in Indianapolis ist flacher, die Zielkurve in Zandvoort, wo Max Verstappen in diesem Jahr verunfallte, etwas steiler – dafür aber deutlich kürzer. Simulationen haben vorausgesagt, dass die Autos in “La Monumental” mehr als vier Sekunden lang unter Volllast fahren werden. Pirelli hat bereits erklärt, dass an dieser Stelle der Grip und nicht die Leistung zum begrenzenden Faktor werden dürfte. Entsprechend brutal werden die Seitenkräfte sein, die auf Reifen und Chassis einwirken.
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Diese Belastungen dürften sich auch auf die mechanischen Systeme der Autos auswirken. Die ungewöhnlichen Kräfte treffen nicht nur die Aufhängungsteile, sondern auch die Hydraulik-, Kühl- und Schmiersysteme. Und genau das könnte beim Großen Preis von Spanien (hier im Liveticker!) zur Herausforderung werden. Bekommt die Formel 1 auf dem Madring ein Ölproblem? Aus Leistungsgründen operieren Formel-1-Autos sowohl bei der Kühlung als auch bei der Schmierung am absoluten Limit. Die Teams arbeiten mit ihren Zulieferern daran, etwa die geringstmögliche Viskosität für das Öl zu finden und auf diese Weise interne Leistungsverluste zu reduzieren. Alles, was diesen Fluss stört, kann extrem schädlich sein. Die hohen Querbeschleunigungen in der neuen Steilkurve können das Öl innerhalb des Motors in ungewöhnliche Richtungen drücken und dadurch die Fähigkeit der Pumpe beeinträchtigen, das Öl aus den üblichen Quellen abzusaugen. Das Schmiersystem steht zudem in einer engen Wechselwirkung mit der Kühlarchitektur und damit auch mit der Aerodynamik: Eine Verringerung der Reibung reduziert gleichzeitig die Hitzeentwicklung, wodurch die Öffnungen der Seitenkästen so klein wie möglich gehalten werden können. “Gestern war ich an der Strecke und habe mir die Steilkurve angesehen”, sagt Honda-Chefingenieur Shintaro Orihara. “Das ist ziemlich anspruchsvoll und interessant. Der springende Punkt ist das Schmiersystem. Wir haben G-Kräfte auf der lateralen und auch auf der vertikalen Seite, was für die Schmierung eine ziemliche Herausforderung darstellt.” Das werden die Teams bereits im Freien Training am Freitag berücksichtigen müssen. “Wir werden bei der Schmierung wohl mit einer konservativen Einstellung beginnen, dann schauen, wo wir stehen, und die Margen für die Kühlung Schritt für Schritt reduzieren”, ergänzt Orihara. Das Gripniveau als großes Fragezeichen in Madrid Hinzu kommt der frisch verlegte Asphalt. Ein Teil des flüssigen Bitumens, das zum Binden des Gesteins verwendet wird, steigt beim Abkühlen an die Oberfläche und hinterlässt einen öligen Rückstand. Nach dem chaotischen Formel-3-Test vor zwei Wochen haben die Organisatoren die Streckenoberfläche deshalb noch einmal gereinigt, um das Gripniveau zu verbessern.
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Obwohl alle Teams die Möglichkeit hatten, die Strecke im Simulator zu testen, bleibt das genaue Gripniveau also ungewiss, bis die Autos tatsächlich auf die Strecke gehen. Im Laufe des Wochenendes wird der Grip unweigerlich zunehmen – und damit werden sich auch die Bedingungen von Session zu Session verändern.  LAT Images Kurve 12 in Madrid: “La Monumental” begeistert schon vor der Formel-1-Premiere 2026

“Ich denke, das Wichtigste für uns alle – und das gilt für jedes Team, einschließlich der Konkurrenz – ist, dass sich die Räder im ersten und zweiten Freien Training drehen müssen, damit wir das Auto optimieren können”, betont Aston-Martin-Rennleiter Mike Krack.
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“Wir können ein gutes Gefühl für den Grip und für die Strecke bekommen, wie sie sich entwickelt. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass das Gleiche für die Reifen gilt: Wir müssen herausfinden, welche die besten Reifen für den Sonntag sind.” Teams werden “konservativ an die Sache herangehen” “Daher denke ich, dass ein gutes Maß an Konservatismus zu Beginn wichtig ist – nicht nur beim Set-up, auch beim Motor und bei der Schmierung werden wir eher konservativ vorgehen. Das gilt auch für das Auto an sich: Man kann den Wagen zu Beginn nicht extrem tief fahren, denn wenn man irgendwo aufsetzt und der Fahrer das Auto verliert, ist die Session gelaufen.” “Ich glaube, jeder wird am Anfang ein bisschen konservativ an die Sache herangehen und sich dann Schritt für Schritt steigern”, so Krack. “Ich sage immer: Die Räder müssen sich drehen. Selbst bei Gelb- oder Rotphasen gilt: zurückkommen, beruhigen, nicht in Panik geraten. Auch wenn man etwas Zeit verliert, ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.”
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“Es könnte etwas auf der Strecke passieren, oder die FIA muss vielleicht noch etwas anpassen. Das wissen wir natürlich nicht, daher gibt es im Moment viele Unbekannte. Ich denke, dass am Anfang eine konservative Herangehensweise der Schlüssel ist – von da an sehen wir dann weiter.”

 
Formel1.de 

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