Liam Lawson vor Formel-1-Aus? Warum die Daten für Nikola Tsolov sprechen

Liam Lawson vor Formel-1-Aus? Warum die Daten für Nikola Tsolov sprechen

 

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Mit 83 Punkten und Rang neun in der Fahrer-WM ist Liam Lawson der mit Abstand bestplatzierte Mittelfeldfahrer der Saison. Dennoch gibt es große Fragezeichen bezüglich der Zukunft des Racing-Bulls-Piloten. Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Scherz klingt, hat tatsächlich handfeste Gründe. Um diese zu verstehen, ist allerdings ein Blick in die Vergangenheit notwendig.  LAT Images Liam Lawsons Formel-1-Zukunft ist trotz einer starken Saison 2026 ungewiss

Lawson gab sein Formel-1-Debüt beim Großen Preis der Niederlande 2023, als er für den verletzten Daniel Ricciardo einsprang. Insgesamt fünf Rennen bestritt er an der Seite von Teamkollege Yuki Tsunoda für das damalige AlphaTauri-Team, ehe Ricciardo ab Austin wieder ins Cockpit zurückkehrte. Die Bilanz? Ein neunter Platz und zwei Punkte beim Großen Preis von Singapur. Teamkollege Tsunoda ging im selben Zeitraum leer aus. Ein Blick auf die tiefergehenden Daten zeichnet allerdings ein anderes Bild: Tsunoda war im Qualifying durchschnittlich 0,474 Sekunden schneller, bei der Rennpace betrug sein Vorsprung 0,271 Sekunden pro Runde.
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Die Konsequenz: Auch 2024 setzte das inzwischen umbenannte Racing-Bulls-Team zunächst auf die Fahrerpaarung Ricciardo-Tsunoda. Das lag auch daran, dass der Australier seinerseits erst Mitte 2023 den schwachen Nyck de Vries ersetzt hatte und man Ricciardo ebenfalls noch nicht endgültig einschätzen konnte. Ricciardo-Aus: Lawson nutzt seine Chance beim Formel-1-Comeback Ricciardo gelang es allerdings nicht, an seine großen Zeiten bei Red Bull anzuknüpfen. Im Schwesterteam hatte er zunehmend mit den Ground-Effect-Autos und seinem Teamkollegen Yuki Tsunoda zu kämpfen. Dieser war im Saisonschnitt im Qualifying 0,17 Sekunden schneller und lag auch bei der Rennpace mit 0,01 Sekunden pro Runde knapp vorne. Nach dem Großen Preis von Singapur war für Ricciardo schließlich Schluss. Mit einem Punktestand von 12:22 und einer leicht unterlegenen Pace verlor der Altmeister das teaminterne Duell gegen Tsunoda. Ein katastrophales Ergebnis war das zwar nicht, allerdings schwach genug, um Racing Bulls zum Handeln zu bewegen. Video wird geladen…  

Lawson erhielt erneut die Gelegenheit, sich zu beweisen, und fuhr bereits bei seinem ersten Saisonrennen 2024 in Austin mit Platz neun in die Punkte. Ein weiterer neunter Platz in Brasilien sollte folgen. Gleichzeitig hatte er seine Pace im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. In den letzten sechs Saisonrennen lag Lawson im Qualifying-Schnitt nur noch 0,05 Sekunden hinter Tsunoda. Damit war er hochgerechnet etwas mehr als eine Zehntelsekunde näher an seinem Teamkollegen dran als Ricciardo zuvor. Auch bei der Rennpace bewegte sich sein durchschnittlicher Rückstand mit 0,05 Sekunden pro Runde in einem guten Rahmen, wenngleich Ricciardo in dieser Disziplin sogar leicht besser war. Der verfrühte Red-Bull-Wechsel und seine Folgen Dass Lawson trotz seiner geringen Formel-1-Erfahrung Ende 2024 bereits so nah an Yuki Tsunoda herankam, dürfte auch die Red-Bull-Führungsetage beeindruckt haben. Beim Hauptteam wurde nach der Saison ein Cockpit frei, nachdem man sich vom formschwachen Sergio Perez getrennt hatte. Die Frage lautete nun: Tsunoda oder Lawson als Nachfolger?
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Die Entscheidung fiel zugunsten des jungen Neuseeländers, der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal elf Formel-1-Rennen absolviert hatte. Die Überlegung dahinter: Wer auf Anhieb nahezu so schnell ist wie ein Fahrer, der 2024 bereits sein viertes volles Formel-1-Jahr bestritt, muss das höhere Entwicklungspotenzial mitbringen. Der Saisonstart 2025 an der Seite von Max Verstappen verlief allerdings alles andere als nach Plan. Während der Weltmeister beim verregneten Saisonauftakt in Australien Zweiter wurde, schied Lawson bereits am Samstag als 18. in Q1 aus und setzte seinen Red Bull am Sonntag nach nur vier Rennrunden in die Mauer. In China folgten der letzte Platz im Sprint-Qualifying, Rang 14 im Sprintrennen sowie erneut der letzte Platz im regulären Qualifying. Im Hauptrennen kam Lawson nicht über Platz zwölf hinaus. Die Red-Bull-Bosse hatten nach diese beiden Rennwochenenden offenbar genug gesehen. Sein durchschnittlicher Qualifying-Rückstand auf Max Verstappen betrug satte 1,49 Sekunden, bei der Rennpace lag er sogar 1,86 Sekunden pro Runde zurück.
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Sein Vorgänger Sergio Perez hatte im Vorjahr in beiden Disziplinen lediglich rund sechs Zehntel auf Verstappen verloren. Der erhoffte Effekt des Fahrerwechsels blieb somit aus. Bereits nach zwei Rennen musste Lawson zurück zu Racing Bulls, während Yuki Tsunoda im Gegenzug zum Hauptteam befördert wurde. Allerdings kam auch der Japaner mit einem durchschnittlichen Defizit von rund einer Sekunde nicht annähernd an die ursprüngliche Pace von Perez heran. Isack Hadjar als Karrierekiller für Lawson? Zurück bei Racing Bulls bekam Lawson mit Isack Hadjar einen Rookie als Teamkollegen. Dieser sollte ihm das Leben allerdings gehörig schwer machen. Mit 51:38 Punkten ging das teaminterne Duell an Hadjar, und auch bei der Pace war der Franzose seinem Teamkollegen auf Anhieb überlegen. Im Durchschnitt war Hadjar im Qualifying ganze 0,25 Sekunden schneller. Bei der Rennpace betrug sein Vorsprung 0,11 Sekunden pro Runde. Als Ende 2025 auch Yuki Tsunoda aus dem Red-Bull-Team aussortiert wurde, war es daher nur folgerichtig, dass Hadjar den Zuschlag für das frei gewordene Cockpit erhielt.
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Und der Poker sollte sich auszahlen: Bereits im ersten Qualifying der Saison sicherte sich Hadjar im Red Bull den dritten Platz, während Verstappen nach einem Dreher bereits in Q1 ausschied. Lawson selbst bekam bei Racing Bulls mit Arvid Lindblad einen neuen Teamkollegen. Der Brite hatte zuvor die Formel-2-Saison 2025 auf dem sechsten Platz beendet. Lindblad sofort auf Augenhöhe: Wie gut ist Lawson wirklich? Bereits beim ersten Rennen des Jahres in Australien musste sich Lawson seinem neuen Teamkollegen geschlagen geben. Lindblad holte bei seinem Formel-1-Debüt mit Platz acht auf Anhieb Punkte, während Lawson nicht über Rang 13 hinauskam. Ein erstes Ausrufezeichen gleich zu Saisonbeginn. Im weiteren Saisonverlauf etablierte sich Racing Bulls zunehmend als das dominierende Team im Mittelfeld. Nach 19 von 23 Rennwochenenden steht der Rennstall mit 108 Punkten souverän an der Spitze des Mittelfeldes.
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Das teaminterne Duell scheint mit 69:38 Punkten – wenn man ausschließlich die für Racing Bulls erzielten Zähler berücksichtigt – zwar relativ deutlich zugunsten von Lawson auszufallen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein deutlich engeres Bild. Betrachtet man den Durchschnitt aller Qualifyings der Saison 2026, ist Lindblad tatsächlich um 0,010 Sekunden schneller als der Neuseeländer. Bei der Rennpace hat hingegen Lawson mit einem Vorsprung von 0,14 Sekunden pro Runde die Nase vorn. Das spiegelt sich auch in seiner besseren Punkteausbeute wider. Red-Bull-Intermezzo 2026: Lawson weiterhin kein Topfahrer Dass sich Liam Lawson als Fahrer 2026 zweifelsohne weiterentwickelt hat, steht außer Frage. Umso interessanter war deshalb ein erneuter Vergleich mit Max Verstappen: Für drei Rennen von Zandvoort bis Madrid ersetzte der Neuseeländer den verletzten Isack Hadjar im Red Bull.
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Bereits im ersten Qualifying in den Niederlanden kam Lawson bis auf eine Zehntelsekunde an Verstappen heran und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. Weitere sollten allerdings ausbleiben. Ein siebter Platz im Hauptrennen von Zandvoort und Rang sechs in Madrid brachten ihm insgesamt 14 Punkte für Red Bull ein. Verstappen stand im gleichen Zeitraum hingegen zweimal auf dem Podium und sammelte insgesamt 36 Zähler. Auch wenn sich die Ergebnisse auf dem Papier für einen zweiten Fahrer bei Red Bull durchaus sehen lassen können, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich Lawson erneut auf ein neues Auto einstellen musste, blieb seine Pace dennoch schwach. Über die drei Red-Bull-Rennen hinweg lag er im Qualifying durchschnittlich 0,41 Sekunden hinter Verstappen. Bei der Rennpace betrug der Rückstand sogar glatte 0,80 Sekunden pro Runde. Zweifelsohne ist das eine erkennbare Verbesserung gegenüber seinen ersten Versuchen im Red Bull 2025. Wäre da nicht Isack Hadjar: Der Franzose liegt im Saisonschnitt lediglich 0,21 Sekunden hinter Verstappen im Qualifying und 0,62 Sekunden pro Runde bei der Rennpace. Formel-1-Quiz
Die beste Position im Rennen des Teams Red Bull in der Formel 1 war Platz?
1 5 6 7 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Man könnte argumentieren, dass Hadjar bereits deutlich mehr Rennen im Red Bull absolviert hat und Lawson selbst bei seinem dritten Einsatz in Madrid noch nicht vollständig an das Auto gewöhnt war.
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Dem lässt sich allerdings entgegenhalten, dass Hadjar seinerseits bereits seit dem Saisonauftakt in Australien auf Anhieb schnell war. Zudem entspricht der hochgerechnete Vorteil von rund zwei Zehntelsekunden gegenüber Lawson ziemlich genau dem Abstand, den die beiden bereits im Vorjahr bei Racing Bulls hatten. Red Bull sucht keine Mittelfeldfahrer Das Problem für Lawson: Der Neuseeländer hat sich zweifelsohne zu einem sehr soliden und zuverlässigen Mittelfeldfahrer entwickelt. Doch genau solche Fahrer sucht Red Bull nicht. Das damalige Toro-Rosso-Team, heute Racing Bulls, wurde einst mit dem klaren Ziel gegründet, Talente zu fördern und zukünftige Weltmeister für das Hauptteam auszubilden.
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Die Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache: Liam Lawson bestreitet 2026 bereits seine vierte Saison in der Formel 1. Bislang gibt es für Red Bull allerdings keine Pace-Beweise, die darauf hindeuten, dass er das Potenzial eines absoluten Topfahrers oder gar eines zukünftigen Weltmeisters besitzt. Sein Teamkollege Arvid Lindblad muss diesen Beweis ebenfalls noch erbringen. Allerdings befindet sich der Brite noch in seinem Rookie-Jahr, weshalb ihm in den kommenden Jahren tendenziell eine größere Entwicklung zugetraut werden kann. Bei Lawson könnte diese Entwicklung im vierten Formel-1-Jahr hingegen bereits weitgehend abgeschlossen sein. Warum Tsolov die logische Wahl für Racing Bulls ist Red Bull könnte daher zu dem Schluss kommen, dass Lawson trotz seiner punktetechnisch hervorragenden Saison nicht die Klasse besitzt, um jemals wieder für ein Stammcockpit im Hauptteam infrage zu kommen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Zukunft des Racing-Bulls-Fahrermodells.
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Denn wenn die Philosophie weiterhin ausschließlich darin besteht, vielversprechende Talente zu fördern und mögliche zukünftige Weltmeister für das Hauptteam auszubilden, dann blockiert Lawson einen Platz, den ein noch unerprobtes Talent einnehmen könnte. Ein Fahrer also, bei dem sich noch nicht sagen lässt, ob ihm tatsächlich das Potenzial für den ganz großen Sprung fehlt. Ein solches Talent könnte beispielsweise Red-Bull-Junior Nikola Tsolov sein. In seiner Rookie-Saison in der Formel 2 liegt er zwei Rennwochenenden vor Saisonende auf dem zweiten Platz der Fahrerwertung und hat lediglich sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Rafael Camara. Ob Tsolov tatsächlich die nötige Pace für die Ambitionen von Red Bull mitbringt, kann letztlich nur die Zeit zeigen. Diese scheint für Liam Lawson allerdings abzulaufen. Denn Red Bull sucht keine guten Mittelfeldfahrer. Sonst hätte man auch Yuki Tsunoda, Daniel Ricciardo, Daniil Kvyat und etliche weitere Fahrer nicht aussortieren müssen.
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Red Bull sucht den nächsten Topfahrer. Und Liam Lawson scheint dieser Fahrer nicht zu sein.

 
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