Longruns Mexiko: Lando Norris vorn, Ferrari und Red Bull schwächeln

Longruns Mexiko: Lando Norris vorn, Ferrari und Red Bull schwächeln

 

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Charles Leclerc hat Ferrari einen starken Auftakt in das Formel-1-Wochenende in Mexiko beschert. Der Monegasse fuhr sowohl im ersten als auch im zweiten Freien Training die Bestzeit. Doch die Longrun-Analyse nach dem zweiten Freien Training zeichnet ein etwas anderes Bild.  LAT Images Lando Norris fuhr im zweiten Mexiko-Training die schnellsten Longruns

Während Ferrari auf eine Runde überzeugte, war Lando Norris im McLaren über die längeren Distanzen der schnellste Fahrer. Die Topteams liegen allerdings eng zusammen – und damit könnte das Qualifying am Samstag zu einer besonders knappen Angelegenheit werden. Leclerc setzte seine Bestzeit von 1:17,827 im zweiten Training erst auf seiner neunten Runde des Soft-Stints. Das ist ein bemerkenswertes Zeichen für die Reifenperformance: Der Ferrari-Pilot konnte auch nach mehreren Runden noch einmal deutlich zulegen. Norris fehlte auf eine schnelle Runde nur rund eine Zehntelsekunde, auch Mercedes bewegte sich in diesem Bereich. Bei den Longruns änderte sich das Bild. Bereinigt um unterschiedliche Stintlängen und Reifenmischungen war Norris im Schnitt 0,14 Sekunden pro Runde schneller als George Russell. Dessen Mercedes-Teamkollege Andrea Kimi Antonelli lag 0,15 Sekunden zurück. Leclerc fehlten im Schnitt 0,19 Sekunden pro Runde auf Norris. Dabei wirkte der Ferrari nicht nur langsamer, sondern auch weniger konstant als der McLaren. Droht Ferrari ein erneuter Formabfall? Die Freitagsform von Ferrari erinnert an die vergangenen Rennwochenenden. Ob in Singapur, Austin oder zuvor in Malaysia: Die Scuderia präsentierte sich im Training regelmäßig stark. Doch die entscheidende Frage bleibt, wie viel davon in Qualifying und Rennen übrig bleibt.
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Leclerc hatte bereits vor dem Wochenende auf eine Schwäche hingewiesen: Ferrari tue sich schwer, das Auto bei sinkenden Streckentemperaturen im optimalen Arbeitsfenster zu halten. Gerade gegen Ende des Qualifyings könne das zum Problem werden. Die Longruns liefern nun einen ersten Hinweis darauf, dass die erneut starke Pace auf eine schnelle Runde nicht automatisch auch eine überlegene Rennpace bedeutet. Allerdings ist das Kräfteverhältnis an der Spitze ausgesprochen eng. McLaren, Mercedes und Ferrari liegen so dicht beieinander, dass bereits kleinere Änderungen an der Abstimmung über Nacht einen spürbaren Unterschied machen könnten. Red Bull scheint dagegen momentan etwas hinter den drei Konkurrenten zurückzuliegen. Max Verstappen war im Longrun im Schnitt 0,32 Sekunden pro Runde langsamer als Norris. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass er auch eine Berührung mit Liam Lawson hatte. Zudem offenbarte der Red Bull vor allem im letzten Sektor Schwierigkeiten. Red Bull fehlt es vor allem in den engen Kurven Im Schlusssektor, der von langsamen und engen Kurven geprägt ist, konnte Verstappen nicht mit der Konkurrenz mithalten. Seine Sektorzeit gehörte dort nur zu den schwächeren Ergebnissen im Feld. Selbst mehrere Mittelfeldteams wie Haas, Aston Martin, Alpine und Racing Bulls waren in diesem Streckenabschnitt schneller.
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Ferrari präsentierte sich dagegen über alle drei Sektoren hinweg konkurrenzfähig. McLaren wirkte besonders in den langsamen Kurven stark, hatte allenfalls im zweiten Sektor kleinere Nachteile. Mercedes konnte gerade in den mittelschnellen Kurven überzeugen, verlor dafür etwas in den langsamen Passagen. Insgesamt spricht vieles dafür, dass sich die drei Teams im Qualifying einen engen Kampf liefern werden. Vom WM-Favoriten zum Sorgenfall: Was ist mit George Russell los? Video wird geladen…  

Für Red Bull dürfte es dagegen schwierig werden, ohne Verbesserungen im letzten Sektor ganz vorne mitzumischen. Die Höhenlage von Mexiko stellt die Teams ohnehin vor besondere Herausforderungen: Die geringere Luftdichte beeinflusst sowohl den Abtrieb als auch die Kühlung und verändert damit die Anforderungen an das Fahrzeug. Racing Bulls gegen Alpine – und Alonso mischt mit Im Mittelfeld deutet sich ein spannender Zweikampf zwischen Racing Bulls und Alpine an. Auf eine Runde setzte Arvid Lindblad die schnellste Zeit der Mittelfeldteams. Pierre Gasly fehlten im Alpine allerdings nur rund zwei Hundertstelsekunden. In den Longruns drehte sich das Bild: Gasly war im Schnitt 0,58 Sekunden pro Runde langsamer als Norris, während Liam Lawson auf 0,67 und Lindblad auf 0,70 Sekunden Rückstand kamen.
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Damit könnte Alpine im Rennen sogar die Nase vorn haben, während Racing Bulls vor allem im Qualifying stark wirkt. Die beiden Teams dürften sich um die Spitzenplätze im Mittelfeld streiten. Eine positive Überraschung ist bislang Aston Martin. Fernando Alonso war auf eine Runde nur rund sieben Zehntelsekunden langsamer als Leclerc. Die Höhenlage könnte dem Team entgegenkommen: Weil die Luft dünner ist, fällt der Luftwiderstand geringer aus. Das kann helfen, den Rückstand beim Honda-Antrieb etwas abzufedern. In den Longruns war Aston Martin mit etwa 1,2 Sekunden Rückstand pro Runde zwar weniger konkurrenzfähig, dennoch sieht das nach einer soliden Mittelfeldposition aus. Der Einzug in Q2 sollte möglich sein, mit einer starken Runde könnte Alonso sogar um Q3 und anschließend um Punkte kämpfen.
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Audi präsentierte sich weniger überzeugend. Nico Hülkenbergs Longrun war zwar relativ konstant, mit durchschnittlich 1,33 Sekunden Rückstand auf Norris aber nicht besonders schnell. Williams fehlte mit 1,48 Sekunden ebenfalls einiges. Cadillac lag mit 1,38 Sekunden Rückstand im hinteren Feld. Haas dürfte sich im Mittelfeld bewegen. Reifenverschleiß spricht für einen Stopp – aber nicht ohne Fragezeichen Pirelli hat in Mexiko die Mischungen C3 bis C5 im Gepäck, also das weichste verfügbare Sortiment. Die Soft-Reifen hielten sich in den Qualifying-Simulationen überraschend gut. Dass Leclerc seine schnellste Runde erst auf der neunten Stint-Runde fuhr, zeigt, dass die Mischung nicht sofort stark abbaut. In den Longruns wurde allerdings deutlich, dass die Reifenpflege entscheidend bleibt. Wer zu Beginn eines Stints zu aggressiv fährt und die Reifen zu stark beansprucht, verliert gegen Ende Zeit. Der Verschleiß lag sowohl auf Soft als auch auf Medium ungefähr bei einer Zehntelsekunde pro Runde.
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Über die Distanz von 71 Runden könnte das zunächst für eine Zweistoppstrategie sprechen. Wahrscheinlicher erscheint dennoch ein Einstopprennen. Mit zunehmender Streckenentwicklung dürfte zusätzlicher Grip hinzukommen. Außerdem könnten – ähnlich wie in Austin – alle drei Mischungen, also Soft, Medium und Hard, im Rennen eine Rolle spielen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel-1-Newsticker
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Ein weiterer Faktor ist das Überholen. Durch die dünne Luft ist der Windschatteneffekt in Mexiko weniger ausgeprägt als auf anderen Strecken. Wer Positionen auf der Strecke verliert, kann sie deshalb nur schwer zurückgewinnen. Das macht eine Einstoppstrategie attraktiv, weil sie den Teams helfen kann, die Trackposition zu sichern.

 
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