Mega-Pace: Hätte Max Verstappen in Österreich gewinnen müssen?
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Was vor dem Wochenende noch wie eine größenwahnsinnige Frage geklungen hätte, entwickelte sich am Rennsonntag in Spielberg zu einem der großen Diskussionsthemen: Hätte Max Verstappen den Großen Preis von Österreich 2026 gewinnen können? Denn das neue Update-Paket von Red Bull scheint voll eingeschlagen zu haben. LAT Images Max Verstappen wird für seinen zweiten Platz in Österreich bejubelt
Mit dem zweiten großen Update der Saison nach Miami reiste Red Bull zum Heimrennen nach Spielberg, um den Rückstand auf die Spitze weiter zu verkleinern. Bereits das erste größere Paket nach dem katastrophalen Saisonstart hat laut Daten rund sieben Zehntelsekunden gebracht haben. Dennoch fehlten dem Erfolgsteam in Barcelona noch immer 0,46 Sekunden pro Runde auf die Spitze. In Spielberg schien dieser Rückstand jedoch nahezu vollständig verschwunden zu sein. Nach einem Crash im Qualifying musste Verstappen zwar nur von Startplatz fünf ins Rennen gehen, doch vor dem Unfall deuteten seine Sektorzeiten darauf hin, dass Red Bull Ferrari im Qualifying hätte schlagen können.
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Im Rennen zeigte sich bereits nach wenigen Runden, dass der RB21 der Scuderia überlegen war – und auch Mercedes plötzlich in Reichweite lag. Red Bull spricht von einem “riesigen Schritt nach vorne” So sehr, dass sich die Frage stellt, ob mit einer anderen Strategie sogar der Sieg möglich gewesen wäre. Teamchef Laurent Mekies wollte sich darauf nach dem Rennen allerdings nicht festlegen. “Das Erfreuliche ist, dass das Auto viel schneller ist”, erklärte der Franzose. “Es ist das erste Mal, dass wir eine Leistung zeigen konnten, mit der wir tatsächlich um den Sieg kämpfen konnten. Deshalb ist Platz zwei zwar unser bislang bestes Ergebnis, aber natürlich bleibt ein gewisser Frust, wenn man direkt hinter dem Sieger ins Ziel kommt. Trotzdem ist das ein riesiger Schritt nach vorne.” Ob strategisch tatsächlich noch mehr möglich gewesen wäre, ließ Mekies offen. “Das ist schwer zu sagen. Wir werden das Rennen umfassend analysieren. Es gab sicherlich einige Gelegenheiten, aber allein die schlechtere Startposition hat uns wahrscheinlich bereits vier oder fünf Sekunden gekostet.” Warum verzichtete Red Bull auf den Undercut? Die wohl entscheidende Phase begann gegen Ende des zweiten Stints. Nachdem sich Verstappen an beiden Ferrari vorbeigearbeitet hatte, konnte er in freier Fahrt seine starke Pace ausspielen und den Rückstand auf George Russell von rund fünf Sekunden fast vollständig schließen. In Runde 38 lag Verstappen erstmals weniger als zwei Sekunden hinter dem Mercedes – und befand sich damit im Undercut-Fenster. Zuvor hatte sich gezeigt, dass ein Undercut in Spielberg zwischen einer und anderthalb Sekunden bringen konnte.
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Spätestens in Runde 40 dürfte an den Kommandoständen intensiv gerechnet worden sein. Der Abstand betrug nur noch 1,3 Sekunden. Trotzdem holte Red Bull Verstappen nicht an die Box, und auch Mercedes reagierte nicht mit einem frühen Stopp für Russell, um einen möglichen Undercut abzublocken. Warum? Kostete dieser Strategiefehler Verstappen den ersten Saisonsieg? Video wird geladen…
Bei einem Boxenstopp in Runde 40 wäre Verstappen mit dem Boxenstoppdelta von rund 20,5 Sekunden wohl nur hauchdünn vor Isack Hadjar wieder auf die Strecke gekommen. Ein etwas langsamerer Stopp hätte ihn sogar hinter Lando Norris zurückgeworfen. Zudem lieferten sich Lewis Hamilton und Oscar Piastri unmittelbar davor ein Duell. Das Risiko, durch den Verkehr wertvolle Zeit zu verlieren und den Undercut wirkungslos werden zu lassen, erschien Red Bull offenbar zu groß. Stattdessen setzte man auf den Overcut. Mercedes erkannte diese Situation und ließ Russell ebenfalls länger draußen, um Red Bull kein größeres Reifendelta zu ermöglichen. Warum der Overcut scheiterte Als Piastri und Hamilton am Ende von Runde 42 gleichzeitig ihren letzten Boxenstopp absolvierten, war die Strecke plötzlich frei. Nun hätte Verstappen den Undercut versuchen können, weshalb Mercedes sofort reagieren musste. Russell kam am Ende von Runde 43 an die Box und nahm Red Bull die Möglichkeit des Undercuts.
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Damit blieb Verstappen nur noch die Chance auf einen erfolgreichen Overcut. Doch dabei spielte Andrea Kimi Antonelli eine entscheidende Rolle. Der WM-Spitzenreiter lag rund fünf Sekunden hinter Verstappen, war auf frischeren Reifen jedoch deutlich schneller und holte pro Runde um sechs Zehntelsekunden auf. Red Bull konnte den Overcut deshalb nicht beliebig lange hinauszögern, da sonst Antonelli selbst zum Undercut hätte ansetzen können. Am Ende von Runde 49 war Verstappen schließlich gezwungen zu stoppen. Sein Vorsprung auf Antonelli war bereits auf lediglich 0,9 Sekunden geschrumpft, und die Mercedes-Mechaniker standen bereits für einen möglichen Undercut bereit. Wäre der Medium die bessere Wahl gewesen? In der Nachanalyse dürfte sich Red Bull wohl eingestehen müssen, dass Mercedes das Rennen strategisch nahezu perfekt gelesen und den zweiten Boxenstopp von Verstappen praktisch diktiert hat. Dennoch bleiben zwei spannende Fragen offen.
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Hätte Red Bull den Undercut trotz des Verkehrs wagen sollen? Möglicherweise wäre Verstappen schnell genug gewesen, um Hamilton und Piastri unmittelbar nach dem Stopp ohne größeren Zeitverlust zu überholen. Und hätte man beim Overcut nicht lieber auf den Medium-Reifen setzen sollen? Neben der Spur: Antonelli-Fehler lassen Russell feiern I Rennen F1 Spielberg 2026 Video wird geladen…
Schließlich verfügte Verstappen für den letzten Stint sowohl über einen frischen Hard- als auch über einen frischen Medium-Satz. Teamkollege Isack Hadjar absolvierte das Rennen mit der Strategie Medium-Medium-Hard, sodass ausreichend Vergleichsdaten vorhanden waren.
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Und da Verstappens zweiter Stint auf dem harten Reifen besonders stark gewesen war, entschied sich Red Bull wohl erneut für die gleiche Mischung – in der Hoffnung, wieder einen Pace-Vorteil gegen Mercedes zu haben. Verstappen zweifelt am langen Overcut “Wir werden wie immer alles genau analysieren und prüfen, ob es heute eine schnellere Strategie gegeben hätte”, sagte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies nach dem Rennen. “Aber Max hat beim Reifenmanagement und beim Ausschöpfen unseres Potenzials ein beeindruckendes Rennen gezeigt.” Verstappen selbst hatte während des Rennens bereits per Funk gegenüber Renningenieur Gianpiero Lambiase angemerkt, dass das lange Draußenbleiben vor dem zweiten Boxenstopp “keine gute Entscheidung” gewesen sei. Auch nach dem Rennen blieb er bei dieser Einschätzung.
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“Ich glaube schon, dass ich gegenüber George einen Vorteil beim Reifenverschleiß hatte. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass der letzte Stint sehr lang werden würde”, so der Niederländer. “Ich hatte das Gefühl, dass ich in den zusätzlichen Runden auf den alten Reifen wahrscheinlich mehr Zeit verloren habe, als ich anschließend mit den neuen Reifen wieder aufholen konnte. Aber hinterher ist man natürlich immer schlauer.” Trotzdem zieht Verstappen ein positives Fazit. “Wir hatten ein wirklich gutes Rennen. Es war ein langer Weg, wieder auf dem Podium zu stehen und überhaupt realistische Siegchancen zu haben. Das ist definitiv positiv.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Besonders erfreut zeigte er sich über die Leistungssteigerung des RB21. “Zum ersten Mal hatte ich wirklich das Gefühl, um den Sieg kämpfen zu können. In der ersten Rennhälfte waren wir sehr konkurrenzfähig. In der zweiten Hälfte fühlte sich allerdings irgendetwas am Heck des Autos nicht mehr richtig an. Unebenheiten, Kerbs und Traktion – plötzlich war das alles komplett weg.”
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