Nachfolger für Marko & Lambiase: Passend zu Mekies’ Red-Bull-Vision
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Nach Monaten, die von Schlagzeilen über abwanderndes Personal dominiert wurden, gab es für Red Bull während des Formel-1-Wochenendes beim Großen Preis von Belgien wieder zwei erfreulichere Personalmeldungen. Motorsport Network (Fotomontage) Gianpiero Lambiase & Helmut Marko sind nicht so leicht zu ersetzen
Zunächst gelang es dem Team aus Milton Keynes, Tom Hart davon zu überzeugen, seinen bereits geplanten Wechsel zu Williams abzusagen und stattdessen bei Red Bull zu bleiben. Hart verbrachte viele Jahre als Performance-Ingenieur von Max Verstappen und arbeitete in dieser Saison in einer übergeordneten Rolle, die beide Fahrzeuge abdeckt. Eigentlich sollte er Renningenieur von Alexander Albon bei Williams werden, doch die Chance auf den Aufstieg zum Renningenieur hat sich nun auch bei Red Bull aufgetan – als direkte Folge des bevorstehenden Abgangs von Gianpiero Lambiase.
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Lambiase wird sich 2028 McLaren anschließen, es wird jedoch erwartet, dass er vorher eine Phase der Freistellung (“Gardening Leave”) antritt. Das bedeutet, dass Hart wahrscheinlich zu Beginn des Jahres 2027 die Rolle des Renningenieurs übernehmen wird, nachdem er in diesem Amt für den Rest dieser Saison bereits mehrmals vertretungsweise eingesprungen ist. Am Rennsonntag in Spa folgte auf diese Nachricht die Bestätigung, dass Red Bull auch Gwen Lagrue von Mercedes unter Vertrag nehmen wird, um sein Nachwuchsprogramm zu leiten. Lagrue gehört zu den angesehensten Talentsuchern im gesamten Formel-1-Paddock. Der Franzose verbrachte das vergangene Jahrzehnt bei Mercedes – nach einer früheren Station bei Lotus – und zeichnete unter anderem für die Verpflichtung der aktuellen Mercedes-Fahrer George Russell und Kimi Antonelli verantwortlich. Licht und Schatten bei Mercedes: Antonelli siegt, Russell fliegt I Rennen F1 Spa-Franchorchamps Video wird geladen…
Nach dem Großen Preis von Belgien enthüllte Motorsportchef Toto Wolff, dass Mercedes derzeit noch “Gespräche über die Zukunft” mit Lagrue führt. Das erklärt auch, warum Red Bull bislang noch kein offizielles Startdatum nennen konnte. Es wird erwartet, dass Mercedes seinen Abgang durch eine interne Umstrukturierung auffängt; Teammitglieder betonen ohnehin, dass Mercedes rund zehn Talentsucher beschäftigt, die kontinuierlich nach jungen Nachwuchsfahrern Ausschau halten. Lagrues Ankunft kann gewissermaßen als Baustein im Nachfolgeplan von Red Bull für Helmut Marko gesehen werden, der das Juniorprogramm 25 Jahre lang leitete, bevor er Ende letzten Jahres zurücktrat.
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Der Österreicher spielte eine Schlüsselrolle in den Erfolgsgeschichten von Sebastian Vettel sowie Max Verstappen und war hinter den Kulissen im vergangenen Jahr ein starker Befürworter für die Beförderung von Isack Hadjar (zu Red Bull) und Arvid Lindblad (in die Formel 1). Beide Entscheidungen haben sich 2026 als goldrichtig erwiesen. Mekies’ Ansatz: Interne Beförderung ist Plan A, der Blick nach außen Plan B Red Bull sieht die Verpflichtung von Lagrue in zweierlei Hinsicht als klare Absichtserklärung. Einerseits unterstreicht der Schritt das Bekenntnis des Teams zur eigenen Jugendförderung – was angesichts des Schwesterteams Racing Bulls und dessen Rolle bei der Heranführung von Fahrern an das Hauptteam absolut Sinn ergibt. Seit Verstappen hat das Programm zwar kein weiteres Talent von solch außergewöhnlichem Kaliber hervorgebracht. Die Entwicklung von Hadjar in diesem Jahr und Lindblads ermutigende Debütsaison bei Red Bull zeigen jedoch, dass der eigene Nachwuchs weiterhin der Weg ist, an den das Team für die Zukunft glaubt. Red-Bull-Junioren in der Formel 1
Mit Nikola Tsolov steht das nächste Talent bereits in den Startlöchern – Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane bezeichnete ihn in Spa als “den Nächsten in der Reihe” -, doch mit dem Zugang von Lagrue möchte Red Bull auch die Pipeline für die nachfolgenden Generationen stärken.
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Darüber hinaus sieht Red Bull den Schritt als Signal an die Konkurrenz, dass man weiterhin in der Lage ist, hochkarätiges Personal von rivalisierenden Teams loszueisen. In den letzten Jahren machte der Rennstall aus Milton Keynes meist Schlagzeilen durch den Verlust wichtiger Schlüsselfiguren – was zu einer langen Liste von Abgängen führte, darunter Rob Marshall, Adrian Newey, Lambiase und Jonathan Wheatley. Die Verpflichtung von Lagrue wird intern daher als Beweis dafür gewertet, dass Red Bull nach wie vor die Strahlkraft besitzt, wichtiges Personal von den Rivalen wegzulocken.
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Die Pläne mit Hart und Lagrue stehen auch im Einklang mit dem, was Mekies in Österreich über seine Arbeitsweise bei Red Bull erklärte. Dort verdeutlichte der Teamchef, dass eine interne Beförderung bei der Nachbesetzung von ausscheidenden Führungskräften immer Plan A sein werde, das Team jedoch keineswegs zögern werde, bei Bedarf zu Plan B überzugehen – nämlich der Rekrutierung externer Top-Talente. “Wann immer es möglich ist, werden wir versuchen, Positionen intern zu besetzen. Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Talenten hervorgebracht, und darauf sind wir stolz. Diesen Weg wollen wir fortsetzen”, erklärt Mekies. “Wenn und falls wir ein bestimmtes Spektrum an Fähigkeiten oder Erfahrung von unseren geschätzten Konkurrenten in der Boxengasse benötigen, werden wir das tun – so wie wir es schon früher getan haben. Das ist unsere Philosophie: Wir geben unseren eigenen Talenten die besten Chancen, und wenn wir frischen Wind von außen brauchen, holen wir ihn uns gerne.” Die Ära von Helmut Marko bei Red Bull
Diese Philosophie spiegelt sich sowohl bei der Position des Renningenieurs als auch im Juniorprogramm wider. Hart steht für die interne Beförderung, obwohl Red Bull seinen Wechsel zu Williams erst rückgängig machen musste, um dies zu ermöglichen.
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Mekies hatte übrigens genau das bereits in Österreich angedeutet, obwohl zu diesem Zeitpunkt niemand im Pressekonferenzraum wusste, dass er sich auf Hart bezog. “Wenn ich mir die Namen ansehe, die in den letzten Monaten kursierten, sind die meisten von ihnen immer noch in der Garage”, sagte er. “Einige wollten nie weg, einige haben ihre Meinung geändert und bleiben bei uns.”
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Während Hart eine interne Lösung darstellt, kombiniert Markos Nachfolge tatsächlich beide Ansätze. Guillaume Rocquelin war zunächst eine noch prominentere Rolle übertragen worden, doch die Leitung des Juniorprogramms wird nun mit Lagrue weiter gestärkt. Das liegt daran, dass Letzterer genau das mitbringt, was Mekies als “ein bestimmtes Spektrum an Fähigkeiten oder Erfahrung” beschrieb. Die Verstappen-Frage: Hat Red Bull genug “Kaderbreite”? Beide Personalentscheidungen fügen sich somit nahtlos in Mekies’ Vision ein, wie er das Team führen und Red Bull durch diese Übergangsphase leiten möchte. Es ist ein Umbruch in dem Sinne, dass viele Schlüsselfiguren der bisherigen Erfolgsära gegangen sind und neue Gesichter die Organisation für die Zukunft Schritt für Schritt umgestalten. Die entscheidende Grätzfrage bleibt jedoch, ob das ausreicht, um Verstappen langfristig an Bord zu halten. Letztlich läuft alles auf einen Punkt hinaus: Zu welcher Führungsmannschaft Verstappen selbst das größte Vertrauen für die kommenden Jahre besitzt und wo er das größte sportliche Potenzial sieht.
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McLaren hat inzwischen mehrere Gesichter in den eigenen Reihen, die Verstappen bestens vertraut sind – darunter Marshall, Will Courtenay und ab 2028 auch Lambiase. Red Bull tut unterdessen alles Menschenmögliche, um Verstappen weiterhin ein perfekt auf ihn zugeschnittenes Umfeld zu bieten. Vor einigen Monaten enthüllte der viermalige Weltmeister, dass er bereits jemanden innerhalb des Teams als Nachfolger für Lambiase im Kopf hatte, und alle Anzeichen deuten darauf hin, dass er sich auf Hart bezog. Red Bull ist es nun gelungen, diesen Wunsch durch die Einigung mit Williams zu realisieren. Verstappen vor Red Bull-Aus? Diese Teams kommen 2027 infrage! Video wird geladen… Max Verstappen und Red Bull stehen in der Formel 1 vor einer entscheidenden Zukunftsfrage. Wie geht es 2027 weiter?
Sollte sich Verstappen letztlich doch für einen Abgang entscheiden, wird Hart dennoch den Posten des Renningenieurs bei Red Bull übernehmen – wenn auch in diesem Szenario an der Seite eines anderen Fahrers.
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Mekies hofft jedoch, dass es nicht so weit kommt, und bleibt felsenfest davon überzeugt, dass das Team weiterhin über genügend “Kaderbreite” verfügt, um in den kommenden Jahren an die absolute Spitze zurückzukehren. “Was das betrifft, bin ich extrem zuversichtlich”, sagt Mekies. “Wir haben auf allen Ebenen unglaubliche Talente. Deshalb werden wir garantiert nicht nach Ausreden suchen oder behaupten, dass uns A, B oder C fehlt, um wieder voll konkurrenzfähig zu sein. Wir haben alles im eigenen Haus.” “Wenn wir noch etwas brauchen, um das Gesamtpaket zu vervollständigen, werden wir handeln. Aber wir sind ganz sicher nicht durch die Qualität der Talente begrenzt, die wir bereits an Bord haben.”
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Ob Verstappen ausreichend Vertrauen in die Zukunft von Red Bull besitzt, ist eine Frage, die nur der Niederländer selbst beantworten kann. Was in dieser Phase des Umbruchs jedoch bereits überzeugend heraussticht, ist die klare Zukunftsphilosophie von Mekies und Red Bull – und diese wird in den Nachfolgeplänen für Marko und Lambiase überaus deutlich.
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