Ocon kämpft um Haas-Cockpit: “Wir Fahrer sind nicht das Problem”

Ocon kämpft um Haas-Cockpit: “Wir Fahrer sind nicht das Problem”

 

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Esteban Ocon steht bei Haas vor einer wichtigen Zukunftsentscheidung. Während der US-Rennstall bereits mehrere Kandidaten für das zweite Cockpit neben Oliver Bearman testet, kämpft der Franzose darum, seinen Platz auch 2027 zu behalten. Ocon selbst sieht seine Position dabei deutlich weniger kritisch als es die bisherigen Ergebnisse vermuten lassen.  LAT Images Fährt Esteban Ocon auch 2027 bei Haas?

Der Haas-Pilot hat in der laufenden Saison nur wenige Gelegenheiten bekommen, das Potenzial seines VF-26 auszuschöpfen. Nach einem starken Saisonstart des Teams fiel Haas im Entwicklungsrennen zurück. Gleichzeitig sorgten laut Ocon massive Schwankungen zwischen den einzelnen Autos, Sessions und Rennwochenenden dafür, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Fahrer nur schwer zu beurteilen ist. Nun wird die Situation für Ocon zusätzlich brisant: Haas schaut sich nach Alternativen um. Jack Doohan, seit Saisonbeginn Reservefahrer des Teams, erhält nach dem Großen Preis von Madrid einen TPC-Test in Jerez. Dieser Einsatz könnte für den Australier zur Bewerbung um das zweite Haas-Cockpit für 2027 werden.
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Ocon weiß davon – und bleibt trotzdem demonstrativ gelassen. Ocon: “Wir sind nicht das Problem” “Ich bin immer motiviert”, erklärt Ocon angesprochen auf die Gerüchte um andere Fahrer. Haas habe jedes Recht, weitere Piloten zu testen. Schließlich sei das TPC-Programm auch ein Geschäft für das Team und bringe zusätzliche Einnahmen. Gleichzeitig macht der Franzose unmissverständlich klar, wie er die Situation bewertet: “Wie das Team weiß und wie Ayao sehr deutlich gesagt hat, sind die Fahrer im Moment nicht das Problem.” Damit richtet Ocon den Blick auf das Auto. Die Schwierigkeiten seien nicht darauf zurückzuführen, dass er oder Bearman das Potenzial des Haas nicht abrufen könnten. Vielmehr habe das Team noch immer keine Erklärung dafür gefunden, warum das Auto teilweise mit identischen Komponenten völlig unterschiedlich funktioniert. “Wenn wir das Auto bekommen, das funktioniert, dann werden wir performen und das Maximum herausholen”, sagt Ocon. Das Problem sei die fehlende Konstanz. Für den Franzosen ist das besonders ärgerlich, weil die Ergebnisse dadurch kein faires Bild seiner eigenen Leistung liefern. Ein Haas-Auto, das sich plötzlich verändert Ocon nennt dafür ein konkretes Beispiel aus Spa. Sein Auto habe dort zunächst eine gute Balance gehabt. Nach einem Wechsel des Motors sei der Wagen plötzlich völlig anders gewesen – obwohl Getriebe und andere Komponenten gleich geblieben seien. “Ich fahre die erste Runde und das Auto ist komplett anders”, berichtet er.
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Das Team habe anschließend versucht, mit Set-upänderungen gegenzusteuern. Doch die Probleme blieben bestehen: massive Instabilität und fehlender Grip an der Hinterachse. Bei der Analyse stellte Haas laut Ocon schließlich fest, dass rund zehn Punkte Abtrieb am Heck fehlten. “Zehn Punkte sind eine Menge Kilogramm Abtrieb”, erklärt der Franzose. Gerade bei den aktuellen Autos könne eine solche Differenz nicht einfach über das Set-up kompensiert werden. Video wird geladen…  

Im Qualifying könne man mit einem solchen Auto zumindest eine einzelne Runde absolvieren. Im Rennen werde die Situation dagegen zum “Albtraum”, weil man deutlich mehr Reifen abbaut und dadurch sogar einen zusätzlichen Boxenstopp benötigen könne.
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Die Probleme sind laut Ocon also nicht bloß ein Unterschied zwischen zwei schlecht oder gut gefertigten Teilen. Teilweise verändere sich das Verhalten des Autos, obwohl grundsätzlich dieselben Komponenten verwendet würden. Ocon sieht sich nicht als Verlierer im Haas-Duell Die schwierige Technik macht es zugleich kompliziert, Ocon und Bearman fair miteinander zu vergleichen. Teamchef Ayao Komatsu hatte bereits eingeräumt, dass die Inkonsistenz des VF-26 die Bewertung der beiden Fahrer erschwert. Auf dem Papier sieht die Situation für Ocon allerdings nicht besonders gut aus. Bearman hat ihn in der Qualifikation bislang deutlich häufiger geschlagen, und auch bei den Punkten liegt der Brite vorne. In der ersten Saisonhälfte konnte Haas zudem insgesamt nicht an den starken Saisonstart anknüpfen.
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Ocon verweist deshalb auf die Rennen, an denen sein Auto tatsächlich funktioniert hat. “Ich weiß, dass ich einen guten Job mache, wenn ich das Auto bekomme, das normal funktioniert”, sagt er. Das Team, seine Ingenieure und auch Komatsu wüssten, dass er dann Leistung bringen könne. Als Beispiele nennt Ocon Suzuka, Silverstone und Budapest. Diese drei Veranstaltungen seien die einzigen Rennen gewesen, bei denen sein Auto in diesem Jahr auf einem für ihn normalen Niveau funktioniert habe. “Ich bin mit meiner Leistung zufrieden”, betont er. “Aber natürlich müssen wir auf der Autoseite besser werden.” Doohan bekommt seine große Bewerbungschance Dass Haas trotzdem andere Fahrer testet, erhöht den Druck auf Ocon. Besonders interessant ist der Einsatz von Jack Doohan. Der Australier kam nach seinem frühen Aus bei Alpine als Reservefahrer zu Haas und verfolgt weiterhin das Ziel, 2027 wieder in der Formel 1 zu starten.
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Nun erhält er einen eigenen TPC-Test in Jerez nach dem Grand Prix von Madrid. Der Einsatz gilt als konkrete Möglichkeit, sich für das Haas-Cockpit neben Bearman zu empfehlen. Doohan ist allerdings nicht der einzige Kandidat. Haas hat bereits Leonardo Fornaroli getestet, auch Rafael Câmara gehört zum Kreis der möglichen Fahrer. Fornaroli gilt nach seinem Formel-2-Titel als besonders interessantes Nachwuchsprofil und erhielt bereits einen TPC-Einsatz in Jerez. Für Ocon bedeutet das: Sein Platz ist keineswegs automatisch sicher. Gleichzeitig glaubt der Franzose nicht, dass ein Fahrerwechsel die aktuellen Probleme des Teams lösen würde. Genau deshalb findet er die Tests zwar nachvollziehbar, hält sie aber mit Blick auf 2027 für überraschend. “Wenn diese Tests für nächstes Jahr gedacht sind, wäre das überraschend”, sagt Ocon. Haas will technische Probleme nicht einfach auf 2027 verschieben Teamchef Ayao Komatsu bestätigt derweil, dass Haas die aktuelle Schwächephase nicht einfach abhaken und sich ausschließlich auf 2027 konzentrieren will. Das Team müsse zunächst die grundlegenden Probleme des VF-26 verstehen und lösen.
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“Wir müssen beweisen, dass wir die entscheidenden Probleme identifizieren, sie lösen und anschließend am Auto umsetzen können”, erklärt Komatsu. Einfach den Fokus auf das nächste Reglement zu verschieben, wäre für ihn der falsche Weg. Denn ungelöste Probleme würden sonst nur in die nächste Saison mitgenommen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Komatsu sieht Haas grundsätzlich gut aufgestellt. In den vergangenen beiden Jahren habe das Team bewiesen, dass es ein Auto entwickeln könne. Der außergewöhnlich starke Saisonstart 2026 habe zudem gezeigt, welches Potenzial vorhanden ist. Danach habe sich Haas allerdings im Entwicklungsrennen der Konkurrenz geschlagen geben müssen. Jetzt gehe es darum, aus den Fehlern zu lernen.

 
Formel1.de 

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