Oliver Bearman & Rafael Camara: Direktes Duell um ein Ferrari-Cockpit?

Oliver Bearman & Rafael Camara: Direktes Duell um ein Ferrari-Cockpit?

 

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Das Kapitel Esteban Ocon bei Haas ist beendet. Nachdem in Mexiko spontan Ryo Hirakawa zu seinem Formel-1-Debüt kommen durfte, schmeißt Haas in Brasilien den nächsten Piloten ins kalte Wasser: Rafael Camara darf bei seinem Heimspiel in Interlagos sein erstes Rennen fahren. Für den Brasilianer ist es bereits ein Vorgriff auf 2027, wo er Stammfahrer bei Haas werden wird.  LAT Images Kennen sich aus der Ferrari-Akademie: Oliver Bearman und Rafael Camara

Wer dann im zweiten Auto sitzen wird, steht offiziell noch nicht fest. Doch im Grunde ist davon auszugehen, dass es Oliver Bearman werden wird, sollten er und das Team die letzten Vertragshürden ausgeräumt bekommen. Brisant: Dann hätte Haas zwei Ferrari-Junioren im Cockpit. Und beide dürften dann darum kämpfen, wer in Zukunft eine Chance hat, bei der Scuderia zu fahren – sollten sich Charles Leclerc oder Lewis Hamilton doch einmal dazu entscheiden, das Team zu verlassen.
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Bearman, der lange als wahrscheinlicher Kandidat auf eine Nachfolge von Hamilton galt, sieht darin allerdings vor allem eine sportliche Chance: “Ehrlich gesagt freue ich mich darauf, einen Teamkollegen zu haben, der mich richtig pushen wird”, sagt der Brite. Ocon habe ihn über die vergangenen Jahre ebenfalls gefordert, doch auch Camara werde “ein extrem starker Konkurrent” sein. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Für ambitionierte Rennfahrer sei genau das wichtig: “Du willst jemanden an deiner Seite, der dich auf das nächste Level hebt. Das ist definitiv der beste Weg, um das Maximum aus dem Team herauszuholen.” Dass die Ergebnisse der beiden künftig besonders genau miteinander verglichen werden dürften, ist absehbar. Beide kommen aus der Ferrari-Academy, beide stehen vor einer wichtigen Phase ihrer Karriere – und beide könnten sich 2027 in eine Position bringen wollen, die sie für einen möglichen Aufstieg zu Ferrari interessant macht. Ein direktes Duell im Haas-Team wäre dafür eine naheliegende Vergleichsgröße. Bearman lässt sich davon aber nicht abschrecken. Er betrachtet einen starken Teamkollegen ausdrücklich als Ansporn und nicht als Belastung. Bearman sieht große Fortschritte – aber Haas fehlt die Konkurrenzfähigkeit Der 20-Jährige ist ohnehin überzeugt, dass er sich in den vergangenen Monaten deutlich weiterentwickelt hat: “Ich bin wirklich sehr glücklich mit meiner Entwicklungskurve, meinen Fortschritten als Fahrer und auch mit meiner Umsetzung auf der Strecke”, erklärt er.
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Der Vergleich mit seiner Situation vor einem Jahr falle besonders deutlich aus: “Das war ein riesiger, riesiger Schritt.” Auch seit sechs Monaten mache er kontinuierlich Fortschritte. Dass sich diese Entwicklung derzeit nicht entsprechend in den Resultaten niederschlägt, führt Bearman vor allem auf die fehlende Leistungsfähigkeit des Haas VF-26 zurück. Dabei erinnert er an die Phase vor einem Jahr, als das Team deutlich konkurrenzfähiger war und er regelmäßig um Punkte kämpfen konnte. “Um diese Zeit im letzten Jahr hatten wir ein Auto, das schnell genug war, um an jedem Wochenende in den Top 10 zu landen”, sagt er. Damals habe er, so seine Einschätzung, die längste Serie an Punkteplatzierungen eines Haas-Fahrers erreicht – fünf waren es. “Schlichtweg weil das Auto fantastisch war und ich auf einem hohen Niveau abgeliefert habe.” Formel-1-Fahrer, die bei Haas ihr Debüt gefeiert haben

Daraus leitet Bearman auch seinen Anspruch für die Gegenwart ab: Er ist überzeugt, dass er mit einem konkurrenzfähigeren Auto noch mehr aus seinen Leistungen herausholen könnte. “Ich weiß genau: Wenn ich wieder diese relative Konkurrenzfähigkeit zur Verfügung hätte, könnte ich noch viel mehr daraus machen. Ich kann es zurzeit nur nicht, weil wir diese Mittel nicht haben.”
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Das ist für ihn umso frustrierender, weil er seine eigene Leistung nicht als Problem ausmacht. “Ich fahre definitiv auf einem hohen Level, aber es schlägt sich nicht in den Ergebnissen nieder.” Gleichzeitig weiß Bearman, dass er die Rahmenbedingungen nicht selbst verändern kann: “So läuft es in diesem Sport aber nun mal – diese Kröte muss man schlucken.” Sein Ziel sei deshalb, weiter an sich zu arbeiten und darauf zu hoffen, dass Haas seine Konkurrenzfähigkeit wieder steigern kann. Camara: Vom Ferrari-Rohdiamanten zum Haas-Teamkollegen Während Bearman bereits seine zweite Formel-1-Saison bestreitet, steht Camara in Brasilien vor einem Debüt, das früher kommt als ursprünglich geplant. Der 21-jährige Brasilianer ersetzt Esteban Ocon bereits an diesem Wochenende, obwohl sein Einstieg als Haas-Stammfahrer erst für 2027 vorgesehen ist.
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Für Camara ist das eine besondere Ausgangslage: Er fährt erstmals ein Rennen in Interlagos und hat zuvor noch kein aktuelles Formel-1-Auto des Jahrgangs 2026 unter realen Bedingungen bewegt. Ursprünglich war für ihn lediglich ein Einsatz im ersten Freien Training bei Ferrari vorgesehen. Simulatorarbeit in Maranello ist damit ein Teil seiner Vorbereitung, die Möglichkeiten bleiben aber begrenzt. Haas-Teamchef Ayao Komatsu soll von Camara bereits bei einem privaten Test in Portimao beeindruckt gewesen sein. Dort war der Ferrari-Junior so schnell, dass Bearman Mühe hatte, seine Zeiten mitzugehen. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Das habe mit dazu beigetragen, dass Komatsu ihm das Cockpit für 2027 anvertraute. Auch innerhalb der Ferrari-Nachwuchsakademie gilt Camara, der die Formel-2-Gesamtwertung anführt, als außergewöhnliches Talent – ein Rohdiamant, dem bislang noch etwas Feinschliff fehlte.
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Sein kurzfristiges Heimdebüt nimmt der Brasilianer erstaunlich gelassen: “Ich war sehr überrascht”, sagt er über den Anruf. “Definitiv nicht der Ort, an dem ich mein Formel-1-Debüt erwartet hätte. Aber ich bin einfach überglücklich über diese Chance und dem Team extrem dankbar, dass es mir an diesem Wochenende das Vertrauen schenkt. Ich versuche einfach, das Heimrennen zu genießen und da draußen Spaß zu haben.” Auch der große Medienandrang scheint ihn nicht aus dem Konzept zu bringen. Camara weiß, dass ein Heimdebüt vor den eigenen Fans zusätzlichen Druck mit sich bringt. Er will sich davon aber nicht ablenken lassen: “Was auch immer die Leute reden oder was draußen passiert – das war für mich noch nie ein echtes Problem.”
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“Ich versuche mich immer nur auf meine Seite zu konzentrieren, auf die Dinge, die ich beeinflussen kann. Was außerhalb passiert, liegt nicht in meiner Hand.” Bearman kennt Camara seit der Ferrari-Academy Dass sich die beiden nicht erst an diesem Wochenende kennenlernen, könnte den Einstieg zusätzlich erleichtern. Bearman und Camara stießen ungefähr zur selben Zeit zur Ferrari-Academy. Der Brite erinnert sich noch gut an die ersten gemeinsamen Tage in Italien. “Als ich für mein erstes Scouting-Camp zum ersten Mal nach Italien kam, war Rafa auch da. Ich erinnere mich noch daran, dass er extrem schüchtern war und kaum Englisch sprach”, erzählt Bearman. “Er ist immer noch ziemlich zurückhaltend, aber sein Englisch ist mittlerweile viel besser, was schon mal gut ist!” Die aussichtsreichsten Junioren der Formel-1-Teams 2026

Auch abseits der Rennstrecke haben die beiden “extrem viel Zeit zusammen verbracht – viele Trainingslager, viele Fitnesstests und lauter furchtbare Dinge, auf die wir nicht gerade mit großer Freude zurückblicken!” In derselben Rennserie seien sie allerdings nie gegeneinander angetreten, weil Bearman durch die jeweiligen Umstände stets einen Schritt voraus gewesen sei.
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Entsprechend vertraut ist das Verhältnis bereits vor dem ersten gemeinsamen Rennwochenende: “Wir kennen uns gut und haben einen guten Draht zueinander. Er ist zwar ein neuer Teamkollege, aber ich kenne Rafa bereits sehr gut.” Camara will lernen – und den Moment genießen Für Camara steht in Sao Paulo ohnehin nicht der unmittelbare Vergleich mit Bearman im Vordergrund. Er hat seinen Vertrag für 2027 bereits in der Tasche und kann das Wochenende deshalb vor allem als Gelegenheit nutzen, sich mit dem Team, dem Auto und den Abläufen vertraut zu machen. Er müsse sich nicht in wenigen Tagen für seine Zukunft beweisen.
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“Ich versuche wirklich nur, so viel wie möglich zu lernen”, sagt er. “Es wird sehr viel auf mich einprasseln, aber ich persönlich versuche es einfach positiv zu sehen.” Nach langer Zeit wieder in seiner Heimat zu fahren, sei für ihn etwas Besonderes. “Ich versuche also wirklich, dieses Wochenende zu genießen und Spaß zu haben.” Lawson & Ocon vor dem Aus: Ist das sportlich gerechtfertigt? Video wird geladen…  

“Natürlich wird es nicht einfach, aber was mir immer hilft, ist, mich voll und ganz auf mich selbst zu konzentrieren, meinen Job zu machen und sicherzustellen, dass man sich mit jedem Mal weiterentwickelt und Schritt für Schritt vorankommt.” Gleichzeitig möchte Camara die Bedeutung des Moments nicht aus den Augen verlieren. Seit seinem Aufstieg in die Formel 3 habe er viel Unterstützung aus Brasilien erfahren. “Es war immer schön zu sehen, wie sehr sie einen anfeuern und hinter einem stehen”, sagt er über die Fans. Nun erstmals ein Formel-1-Rennen vor ihnen zu bestreiten, sei “etwas ganz Besonderes”.
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“Ich werde definitiv alles geben, um ihnen ein tolles Wochenende zu bieten.”

 
Formel1.de 

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