Pirelli zufrieden: “Keine Lücke” zwischen Full-Wet-Regenreifen und Intermediate
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Das verrückte Regen-Qualifying zum Großen Preis von Sao Paulo 2026 war beinahe eine kleine Premiere: Erstmals kamen die Full-Wet-Regenreifen von Pirelli über einen längeren Zeitraum sowie unter intensiver Belastung zum Einsatz. Das brachte auch dem italienischen Reifenlieferanten einige wertvolle Erkenntnisse ein. LAT Images Pirelli hat Erkenntnisse mit dem Full-Wet-Regenreifen gesammelt
Denn das Einsatzfenster der Full-Wet-Regenreifen ist vergleichsweise klein: Entweder sind die Bedingungen so schlecht, dass die Sessions meist direkt unterbrochen werden. Oder die Strecke trocknet bereits so schnell ab, dass die Fahrer und Teams lieber auf die Intermediate-Reifen wechseln. Das erschwert das Sammeln von wichtigen Erfahrungen. Pirelli-Motorsportchef Dario Marrafuschi ist deshalb froh, dass das verregnete Qualifying in Brasilien in dieser Hinsicht einige neue Erkenntnisse lieferte. Es sei “ein positiver Aspekt, dass die Fahrer die Full-Wet-Reifen voll beanspruchen konnten, fast so, als wäre es ein echtes Rennen”, sagt der Italiener.
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“Sie konnten Runde für Runde am Limit fahren, selbst als die Strecke abtrocknete”, sagt Marrafuschi. “Dabei zeigte sich, dass der Übergangsbereich zwischen den extremen Regenreifen und den Intermediates sehr gut abgestimmt war. Das ist für uns sehr wichtig: Es gibt keine ‘Lücke’ zwischen den beiden Reifentypen.” Pirelli: “Fahrer mit Full-Wet-Regenreifen waren zufrieden” Wie entscheidend dieser Übergangsbereich sein kann, bekam vor allem McLaren-Pilot Oscar Piastri zu spüren. Er wechselte in Q2 deutlich zu spät auf die Intermediates und hatte deshalb nicht mehr genügend Zeit, um eine schnelle Runde zu fahren. “Der Übergang lag – wie man am Verlauf der Rundenzeiten sehen konnte – bei etwa 1:26 bis 1:27 Minuten”, erklärt der Pirelli-Verantwortliche. Die F1-Show zum Grand Prix von Brasilien | Samstag F1 São Paulo 2026 Video wird geladen…
Offenbar waren auch die Fahrer mit der Performance der Full-Wet-Reifen zufrieden. “Unsere Ingenieure müssen zwar noch die Nachbesprechungen mit den Teams führen, aber bislang haben wir keinerlei Beschwerden erhalten”, sagt Marrafuschi. “Zudem habe ich über den Teamfunk mitbekommen, dass einige Fahrer mit den extremen Regenreifen zufrieden waren.” Die meisten Teams hatten am Samstag bereits beide Sätze der extremen Regenreifen genutzt. Für das Rennen am Sonntag sind ebenfalls wechselhafte Bedingungen vorhergesagt. Pirelli sicher: Zweistoppstrategie die beste Option Sollte es entgegen den aktuellen Vorhersagen am Sonntag trocken bleiben, rechnet Pirelli mit einem Rennen mit zwei Boxenstopps. “Nach den Eindrücken vom Freitag und den Trainingseinheiten [am Samstagvormittag] hat sich jedoch gezeigt, dass der Reifenverschleiß etwas höher ausfällt als zunächst angenommen”, sagt Marrafuschi. Verantwortlich dafür ist eine Überhitzung der Reifen, erklärt der Pirelli-Ingenieur. “Aufgrund dieses Verschleißes haben wir unsere Prognose leicht angepasst: Zwar bleibt eine Zweistoppstrategie weiterhin am wahrscheinlichsten, aber nun eher in der Konfiguration ‘Soft-Medium-Soft’ oder ‘Medium-Hard-Soft’.” LAT Images Bei trockenen Bedingungen rechnet Pirelli mit zwei Boxenstopps
Damit rückt auch die harte Reifenmischung als mögliche Option für die Teams in den Fokus. Zwar bietet sie weniger Grip als die Medium- oder Soft-Varianten, arbeitet dafür aber in einem niedrigeren Temperaturbereich optimal. Weil die Temperaturen am Sonntag grundsätzlich geringer ausfallen sollen als noch am Freitag, könnte der Hard-Reifen eine durchaus logische Wahl sein.
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“Das bedeutet nicht, dass die Performance besser sein wird als bei der mittleren oder weichen Mischung, aber der Reifen wird innerhalb seines optimalen Betriebsbereichs arbeiten”, erklärt der Pirelli-Motorsportchef. “Unserer Einschätzung nach bietet er eine gute Konstanz – genau deshalb könnte er eine Rolle spielen.” Entscheidet der “Undercut” über den Brasilien-Sieg? Beide Strategieoptionen, also “Soft-Medium-Soft” und “Medium-Hard-Soft”, liegen über die gesamte Renndistanz “innerhalb eines Zeitfensters von drei Sekunden und sind daher durchaus realistisch”, meint Marrafuschi. Der Pirelli-Verantwortliche bringt allerdings noch eine weitere Variante ins Spiel.
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Auch “Soft-Hard-Soft” ist denkbar, allerdings “noch langsamer, mit etwa fünf Sekunden Rückstand auf die optimale Strategie”, verrät Marrafuschi. “Eine Einstoppstrategie, beispielsweise ‘Medium-Hard’, ist eher unwahrscheinlich, weil sie über die Renndistanz mehr als zehn Sekunden langsamer wäre.” Ein weiterer Faktor, der am Sonntag über Sieg oder Niederlage entscheiden könnte, ist der sogenannte Undercut. “Wir rechnen, natürlich unter der Annahme trockener Bedingungen, mit einem Zeitvorteil von 1,5 bis zwei Sekunden”, sagt Marrafuschi. Meistgelesen in unserem Netzwerk GP Sao Paulo
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Sollte Kimi Antonelli am Start nicht an Polesetter Lando Norris vorbeikommen, könnte der Undercut für Mercedes durchaus eine Option sein. Allerdings dürfte auch McLaren diese Möglichkeit auf dem Schirm haben und entsprechend reagieren – vorausgesetzt, der Regen macht am Sonntag nicht sämtliche strategischen Planungen zunichte …
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