Rosberg kritisiert Ferrari im Umgang mit Hamilton und Leclerc
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Nico Rosberg vergleicht die aktuellen teaminternen Duelle bei Ferrari mit seiner eigenen Formel-1-Rivalität bei Mercedes. Der Weltmeister von 2016 sieht dabei ein klares Versäumnis in der Führung der Scuderia. Yuri Cortez / AFP via Getty Images Nico Rosberg hält den Stallkrieg zwischen Charles Leclerc und Lewis Hamilton für schlecht gemanagt
In seiner Zeit bei den Silberpfeilen lieferte sich Rosberg vier Jahre lang ein intensives Duell mit Lewis Hamilton, der legendäre “Krieg der Sterne”. Nun fährt Hamilton an der Seite von Charles Leclerc bei Ferrari. Zuletzt kam es zwischen den beiden mehrmals zu Spannungen, Unstimmigkeiten am Funk und Duellen auf der Strecke, bei denen es auch zu Berührungen kam. In Monza landete Hamilton nach dem Start im Kiesbett, während in Mexiko beide Ferrari-Piloten in der ersten Runde im Kampf um die Spitze von der Strecke kamen und so den Weg für den Sieg von Max Verstappen frei machten.
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Während Teamchef Fred Vasseur seinen Unmut nach den Vorfällen deutlich zeigte, geht die Scuderia das Problem nach Ansicht von Rosberg grundlegend falsch an. Im Beyond The Grid-Podcast erinnert sich der Deutsche an den Grand Prix von Monaco 2016. Damals ließ er seinen Titelrivalen Hamilton passieren, damit dieser Jagd auf den führenden Daniel Ricciardo machen konnte. Das Team habe damals klare Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander geschaffen. “Es war sehr einfach, weil Toto und das Team einen sehr guten Job gemacht haben, die Richtlinien für das teaminterne Racing zu klären”, erklärt Rosberg. “Es ist ganz klar: Wenn das Team Gefahr läuft, den Rennsieg zu verlieren, dann kommt der Zeitpunkt, an dem die Fahrer als Team fahren müssen und nicht mehr als WM-Rivalen. Das war sehr klar.” “In Monaco bin nicht gut zurechtgekommen, weil mein Visier so stark beschlagen war, dass ich die Strecke kaum sehen konnte. Er bin sehr langsam gewesen und Ricciardo konnte auf und davon gefahren.” Daher sei klar gewesen, dass der Sieg auf dem Spiel stehe. In so einem Moment müsse man als Team fahren und Lewis die Chance geben, weshalb er ihn vorbeigewinkt habe. Video wird geladen…
“Das war super schmerzhaft, aber es ist nicht so schlimm, wenn die Anweisungen vorher klar sind”, betont Rosberg. Genau das sei entscheidend. Ferrari mache das aktuell in der Formel 1 nicht gut genug, weil die Anweisungen nicht klar genug sind und es deshalb zu Diskussionen zwischen den Fahrern kommt. Mediation bei Mercedes “nicht immer optimal” Allerdings räumt der Ex-Champion ein, dass auch Mercedes damals nicht alles perfekt gelöst habe – insbesondere beim direkten Rad-an-Rad-Duell: “Man kann in den Details gar nicht weit genug gehen, um für jeden Fall festzulegen, wer wann die Schuld trägt.”
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Das Team habe zwar versucht, ein eigenes Regelbuch für solche Duelle aufzusetzen, doch es sei nie detailliert genug gewesen. So sei immer Spielraum für Interpretationen geblieben – auch weil Lewis in Rad-an-Rad-Duellen extrem clever agiere. “Es war also nie zu 100 Prozent seine Schuld, aber manchmal war es zu 100 Prozent meine Schuld.” Neben Duellen, bei denen sie sich gegenseitig von der Strecke drängten, kollidierten Hamilton und Rosberg während ihrer gemeinsamen Zeit bei Mercedes dreimal: beim Belgien-Grand-Prix 2014 sowie 2016 in Spanien und Österreich. Zweimal kostete das den Rennsieg.
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Um weitere Unfälle zu verhindern, führte Mercedes schließlich eine einfache Regel ein: Die Fahrer mussten sich die Kosten für entstandene Schäden teilen. Laut Rosberg hat ihn das bei einer Gelegenheit 360.000 US-Dollar gekostet. Eine entscheidende Rolle für den Frieden im Team spielte laut dem Deutschen zudem Niki Lauda in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender: “Paddy Lowe war als Mensch eher risikoscheu und mied Konfrontationen. Nach Vorfällen ist er daher nicht die ideale Besetzung für solche Gespräche gewesen, weil er meist den Weg des geringsten Widerstands wählte.” “Besser ist es gewesen, wenn sich Toto Wolff und Niki Lauda eingeschaltet haben. Lauda hat sich oft eingeschaltet und war ein großartiger Vermittler, da wir beide großen Respekt vor ihm hatten.”
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“Er war sehr gut darin, jeden von uns dazu zu bringen, zumindest ein kleines bisschen Verantwortung dafür zu übernehmen”, erklärt Rosberg weiter. Das habe sie wieder näher zusammengebracht. Wenn die Schuld nicht zu 100 Prozent beim anderen lag, habe Lauda beide dazu gebracht zu sagen: “Ja okay, in dem Punkt stimme ich zu, vielleicht war es etwas zu spät, als ich die Tür zugemacht habe.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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“Und dann sagte Lewis: ‘Ja, ich stimme zu, ich war zu verrückt aggressiv im Gras’ oder Ähnliches. Das hat uns damals zusammengebracht und zu einem Punkt geführt, an dem wir uns zusammensetzen und sagen konnten: ‘Okay, lass uns versuchen, das hinter uns zu lassen.'”
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