Max Verstappen: Manche wollen vielleicht gar nicht so beliebt sein wie Senna
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Ayrton Senna ist in Brasilien bis heute eine Ikone. Doch warum überstrahlt der dreimalige Weltmeister seine Landsleute Emerson Fittipaldi und Nelson Piquet, die ebenfalls Formel-1-Geschichte geschrieben haben? Auch 32 Jahre nach seinem Tod ist Ayrton Senna in Brasilien unvergessen
Fernando Alonso sieht den entscheidenden Unterschied in Sennas besonderer Verbindung zu den Menschen. Max Verstappen wiederum macht deutlich, dass nicht jeder Rennfahrer denselben Anspruch hat: Ihm gehe es in erster Linie ums Gewinnen – nicht darum, möglichst beliebt zu sein. “Ayrton hatte einfach mehr Charisma, diese ganz spezielle Persönlichkeit”, erklärt Alonso. Fittipaldi und Piquet seien ebenfalls große Champions gewesen, doch Senna habe etwas gehabt, das ihn von ihnen unterschied. “Ayrton hat sich einfach viel stärker mit den Menschen verbunden. Das ist etwas, das man entweder hat oder eben nicht.”
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Der Spanier glaubt nicht, dass sich eine solche Beziehung zur Öffentlichkeit erzwingen lässt. “Man kann versuchen, wie man will, eine Verbindung zu den Leuten aufzubauen, aber manchmal gelingt es einem nicht, weil man nicht natürlich rüberkommt oder nicht man selbst ist. Man versucht es einfach zu krampfhaft, während Ayrton das gar nicht nötig hatte.” Das sei wahrscheinlich der feine Unterschied gewesen. Verstappen stimmt dieser Einschätzung grundsätzlich zu, verweist aber auch auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten der drei brasilianischen Weltmeister. Zudem habe Senna als gebürtiger Sao-Pauloer bei seinem Heimrennen einen besonderen Bezug zur Region gehabt. Dass die Unterstützung in Interlagos besonders groß sei, überrasche ihn deshalb nicht. Verstappen: “Mir ist das im Grunde auch egal” Der Red-Bull-Pilot stellt allerdings klar, dass die Nähe zu den Fans für ihn nicht das entscheidende Kriterium einer erfolgreichen Karriere ist. “Persönlichkeiten sind nun mal verschieden, oder? Mancher sucht den Kontakt regelrecht oder es passiert ganz von selbst. Anderen ist dieser Austausch nicht so wichtig.” Er selbst gehöre eher zur zweiten Gruppe: “Ich bin ehrlich zu euch: Mir ist das im Grunde auch egal, weil ich gewinnen will. Ich bin hier, um zu siegen. Das ist mein Traum, seit ich ein kleines Kind war.” In den Worten seiner Gegner: Was Ayrton Senna zur Legende machte!
Verstappen misst seine Karriere deshalb an anderen Maßstäben als der Beliebtheit beim Publikum. “Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke: Was zählt für mich wirklich? Dass ich so viele Rennen wie möglich gewinne – nicht, dass ich zu jedem eine persönliche Verbindung aufgebaut habe.” Eine solche Verbindung sei zwar “nett” und eine schöne Begleiterscheinung, ändere aber nichts an seiner Priorität: “Mein Job ist es zu gewinnen. Dafür habe ich von klein auf geschuftet.”
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Damit beschreibt Verstappen einen Unterschied, der auch erklärt, warum Senna für ihn nicht zwangsläufig ein Vorbild in jeder Hinsicht sein muss. Die besondere Popularität des Brasilianers sei nicht allein eine Frage sportlicher Erfolge gewesen. Senna habe die Menschen auf eine Weise erreicht, die sich nicht einfach kopieren lasse. Sennas Unfall verstärkte die Legendenbildung Neben Charisma und Persönlichkeit nennt Verstappen noch einen weiteren Faktor, der Sennas Stellung in Brasilien geprägt hat: seinen Tod beim Unfall in Imola 1994. “Dadurch setzte die Zuneigung und die Legendenbildung wahrscheinlich schon viel früher ein. Das ist extrem traurig, aber so ist es nun mal.” An Sennas sportlicher Bedeutung lässt Verstappen keinen Zweifel. Auf die Frage, ob er einer der besten Fahrer aller Zeiten gewesen sei, antwortet er eindeutig: “Zu 100 Prozent, ja.” Zugleich findet er es “wunderschön und extrem speziell”, wie die Brasilianer ihren Landsmann bis heute in Erinnerung behalten und welche Bedeutung er für das Land hat. Video wird geladen…
Verstappen möchte darüber aber die anderen großen Namen der brasilianischen Motorsportgeschichte nicht vergessen wissen. “Brasilien hat so viele großartige Fahrer hervorgebracht”, betont er. Es sei schön, jeden Einzelnen zu ehren und mit Stolz auf dessen Leistungen zurückzublicken. Schließlich hätten diese Fahrer zahlreiche junge Talente inspiriert – und täten das seiner Ansicht nach bis heute.
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Alonso kann die besondere Stellung aller drei Weltmeister ebenfalls nachvollziehen. In Spanien sei Fittipaldi beispielsweise bis heute ein Begriff. Der Name sei dort sogar Teil einer Redewendung geworden: Wenn jemand besonders schnell unterwegs sei, heiße es scherzhaft: “Wo willst du denn so schnell hin, Fittipaldi?” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Max Verstappen: Manche wollen vielleicht gar nicht so beliebt sein wie Senna
Auch Nelson Piquet sei bekannt. Doch bei Senna sei eben noch etwas hinzugekommen, das über Titel und Siege hinausging.
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